Bibel & Wein, Stollen, Gesang & The Wonderfrolleins-10. Soonwaldstiftung-Event

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Fotos UNTEN -Textende- Kirn. „Der Wein erfreue des Menschen Herz“, so lautete Ende September 2006 die zentrale Botschaft einer Benefizveranstaltung bei der ersten „Biblisch- musikalischen Weinprobe“ im Kirner evangelischen Gemeindezentrum in den Hedwigsgärten zugunsten des Hennweiler Fördervereins Lützelsoon, „Hilfe für Kinder in Not“. „Erhard, mach, dass es net spät werd`, morgen früh` geht´s in de Wingert“, plauderte damals mitten in der Weinlese der Weilerer Winzermeister Erhard Lauf über den „Handy-Marschbefehl“ seiner Frau Angela aus dem Nähkästchen. Die zehnte Veranstaltung am Samstagabend war ein gesellschaftliches Highlight, eine beeindruckende Jubiläumsgala und wurde wie ein Familienfest gefeiert. Fortsetzung folgt, der Termin steht schon fest: 26. November 2016.

Extraapplaus erhielt der Meddersheimer Seniorchef Helmut Hexamer: Das Weingut landete mit verdeckten Proben im Magazin Focus auf Platz 1, es erhielt den Staatsehrenpreis und nicht weniger als 16 Goldene Kammerpreismünzen (Wir berichten noch gesondert). Es sind zweifellos solche Erfolgsmeldungen oder regionale und handwerkliche Wertschätzungen die diesen Abend im Bewusstsein so wertvoll machen. Eine Weihnachtsbroschüre wurde verteilt und jeder, der unter seinem Stuhl eine Nummer fand, erhielt zur Feier des Tages ein Präsent.

Herzlichen Beifall heimsten am Ende Herbert Wirzius und fast zwei Dutzend Mitwirkende ein, allen voran Julia Klöckner, die zum zehnten Male charmant moderierte und ganz in ihrem Element „Bibel und Wein“ aufblühte. Vieles sei in dieser Dekade gesagt, aber die studierte Theologin und Lützelsoon-Botschafterin verstand es im Laufe des Abends, Spitzen aus dem 1. Buch Moses (Genesis), dem Alten und Neuen Testament bis hin zum Koran, Sure 2, aktuell, spannend und zeitgemäß zu interpretieren: „Im Selberdenken und im Aufgeklärt sein liegt der Schlüssel des Miteinanders“, rief sie aus. Außerdem: Gott vergaß am 7.Tag den Einkehrtag nicht. Dieser Ruhetag sei finaler Aufruf einer kreativen und schöpferischen Pause, etwa wenn der Bäcker ein neues Rezept kreiert oder der Mensch Dank und Muse, das Persönliche und Zwischenmenschliche pflege. Brot im Vaterunser habe einen expliziten Stellenwert - Wein in der Bibel sei seit dem ersten Winzer (Noah) sowohl Getränk, immer aber Mittel zum Zweck gewesen. In biblischer Zeit sei oft Wasser nicht so rein gewesen wie heute, was beim Barmherzigen Samariter mit Öl und Wein desinfizierend bei der Wundbehandlung beschrieben werde. Nach wie vor gelte: „Am besten gemeinsam genießen – maßvoll, mäßig aber regelmäßig!“. Prosit aus dem lateinischen bedeute „Es soll nützen“

Marketingstrategien und kommerzieller Kitsch dürfe nicht an erster Stelle stehen: Der heilige St.Martin habe geteilt; - ebenso wie der Heilige St. Nikolaus als Patronat vieler Berufe wie etwa der Winzer und Weinhändler, aber auch der russischen Schnapsbrenner.

Unter den Gästen das 600. Mitglied des Fördervereins Lützelsoon, Landrat Franz-Josef Diel. Die fünf Nahe-Winzer Repräsentanten Erhard Lauf aus Weiler, Elke Barth aus Kirschroth, Walter Hehner vom Weingut Hehner-Kiltz aus Waldböckelheim, Andreas Schmidt aus Obermoschel und Helmut Hexamer stellten ihre Weingüter und die beiden Proben im Glas nebeneinander vor. Der bundesweit im Expertenrat anerkannte Stollenspezialist und Bäckermeister Alfred Wenz hatte passend zu den Weinen ein Adventsbrot und als „Weltpremiere“ einen Gewürztraminer- und Spätburgunderstollen gebacken und erhielt ebenfalls für seine regionalen Produkte viel Applaus wie Ingrid Wirzius, die zum 10.ten Male eine „Bütte voll schmackhaftem Spundekäs`“ zubereitete.

Das Preis-Leistungsverhätnis überraschte: Prämierte Spitzenqualität in der Flasche für 4,60 bis 8,50 Euro. „Machen ihre vielen Goldenen Kammerpreismünzen ihre Weine teurer“, fragte Julia Klöckner provokant Helmut Hexamer: „Nein. Wir nehmen für die heute verkosteten Weine 8.50 Euro“. Der Wein in der Flasche ändere sich ja nicht durch die Wertschätzung, er werde nicht besser oder teurer als er ist, sagte er sinngemäß: „Wir bewirtschaften mittlerweile 20 Hektar und haben Leute beschäftigt“, bekräftigte Helmut Hexamer.

Im Rückblick fand Herbert Wirzius passende Worte des Dankes. Von Anfang an dabei sind Küster Frank Ensminger, Julia Klöckner, Erhard Lauf, Walter Hehner und Pfarrer Michael Zeh, der freudig und passend an Knecht Ruprecht erinnerte und ein flammendes Plädoyer für Nächstenliebe und ein gemeinsames Miteinander hielt.

Viele helfende Hände, Mitglieder des Förderverein Lützelsoon, die „Soonwaldkicker“ um Thomas Jung aus Oberhausen und der Kirner Jugendtreff um Christian Mühlig sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

 

IM DETAIL: Erwin Jost begleitete durch den Abend. Die Lützelsoon-„Botschafterin der guten Taten“ Maryna Bense war musikalisch Anfang („Ja, ja, der Nahewein“)  und Ende („Time to Say Goodbye“) der Jubiläumsgala vorbehalten. „The Wonderfrolleins“ mit Isabelle Bodenseh aus Pleitersheim, Lexi Rumpel (Mainz) und Andrea Paredes (Frankfurt) überzeugten im Petticoat mit beliebten Melodien und einer Klasse Performance im Stile der 1950-er Jahre. Als Elternbeauftrage im Förderverein dankte Isabelle Bodenseh: Vor Jahren hätte Herbert Wirzius ihr unheimlich viel und finanziell geholfen, was Kassen nicht leisteten. Heute sei ihre Tochter Juliette 13 Jahre und in der Lage, einen Hauptschulabschluss zu schaffen.


zum 10.ten: Bibel + Wein

Illusteres Publikum

Fliegende PettiCoates

Tolle Gesangsbeiträge