Handwerks-Gesellenverein Kirn ist einmalig - Wer will fleißige Handwerker...

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Kirn. -Fotos unten anklicken- Im Gesellentreff zwischen Dhauner Wald und dem Karlshof läuft seit 14 Tagen der Betonmischer: Werner Stoll, Simon Carmin, Sven Heich, Andreas Zerfaß und der neue Vorsitzende des Handwerks-Gesellenvereins Harald Krämer sowie Vize Jörg Barth sah man gestern die schwere Arbeit an. Aber sie sind froh gelaunt, voller Zuversicht, und bringen das gesamte Areal auf Vordermann. Die einstige „Spielbude“ erhielt eine neue Holzdecke und einen Betonboden. Dort ist nun die Ausschank- und Kühltheke platziert, und davor wird eine gemütliche Terrasse mit Verbundsteinpflaster und 48 Sitzplätzen samt Geländer aus heimischen Eichenhölzern entstehen. In zwei massiven Zelten finden 90 weitere Gäste und Mitglieder Platz. Am 1. Mai ist Saisoneröffnung, dann soll mit einem „Faulenzerbraten“ Einweihung gefeiert werden. Künftig soll es monatliche Waldsonntage im Gesellentreff nach Art Münchner Biergärten geben: „Essen und Trinken ist da, aber wenn Gäste ihre Steaks,  eigenes Grillgut, oder das Vesper mitbringt, kein Problem“, sagt der 44-jährige gelernte Blechschlosser und Metallbaumeister Harald Krämer, der an der Binger Landstraße ein Großküchen- und Gastronomie- Zubehörgeschäft betreibt. Handwerklich begabt und zupacken können die Mitglieder natürlich alle. Übrigens kann jeder, der einen Gesellen- oder Facharbeiterbrief vorweist, Mitglied werden. Zum 100-jährigen Vereinsbestehen 1980 brachte man eine 88-seitige Broschüre mit dem regen Vereinsleben und allen Kirner Handwerksbetrieben und Berufen heraus. Zehn Jahre später beklagte Vorsitzender Hans Zahn den totalen Niedergang der Kirner Lederwarenbranche: „Ich hätte nie gedacht, dass man mit seiner Hände Arbeit sein täglich Brot nicht mehr verdienen kann“, beklagte er billige Lederimporte aus Fernost. 2005 zum 125.Jubiläum war auf ebenfalls 88 Seiten die Novelle der Handwerksordnung, Hartz I bis IV beherrschendes Thema. 2011 hat der Verein mit Mitgliederschwund zu kämpfen, von einst 200 halten 157 dem traditionsreichen Kirner Handwerksgesellenverein die Treue. Er ist bundesweit in dieser Konstellation einzigartig, vergleichbares gibt es nur noch einmal in Jever, sagte Krämer: „Wir wollen wertvolles Kulturgut  und überlieferte Traditionen bewahren, und die Geselligkeit nicht untergehen lassen“, sagte der Kirner Feuerwehrmann Harald Krämer. Öffentlichkeitsarbeit über frühere Zünfte und Stände, aber auch der Wandel und die Chancen daraus sollen auf einer Internetpräsentation aufleben. Der Vorstand habe sich verjüngt und sei bereit, man sei auf einem guten Weg und daher werde der Gesellentreff zu einem exquisiten Domizil ausgebaut, so Krämer. 2011 wollten seine „Vorgänger“- Vorstandsmitglieder um Hans Zahn, Raimund Simon, Frank-Dieter Rentmeister und Harald Schätzel sogar einen großen Zunftbaum mit Kirner Ständen aufstellen. Dieses Projekt wurde aufgeschoben… (Foto unten)


fleißige Handwerker

Kirner Zunftbaum

Terrassenfundament

Harald Krämer

Schwerstarbeit