Schluss mit lustig! Wer schützt Dörfer und Umwelt vor den Umweltschützern? Überall Probleme - "Hochwasserschutzkonzept" soll Gemüter besänftigen - Wer zahlt?

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Monzingen No.2: Region. / Monzingen. Zunehmende Wetterkapriolen mit enormen Regenmengen und Hochwasserschutz geht alle an: „Es muss zwingend einiges passieren, man kann sich die Wassermassen kaum vorstellen“, sagte Monzingens Erster Beigeordneter  Karlheinz Steinbrecher und erläuterte nach heftigen Überschwemmungen im Ort die unterlassenen Sünden der Vergangenheit.

Hochwasserschutzkonzepte sind ein formales Prozedere mit vorgeschriebenen Bürgerversammlungen und werden vom Land mit 90 Prozent bezuschusst, ohne dass dabei irgendetwas passiert, denn die Kosten trägt die Gemeinde. Überall das gleiche Bild: Der Bauern- und Winzerverband kritisierte zu Jahresbeginn in Becherbach und Meddersheim und diese Woche im Limbacher Bürgerhaus „gängelnde Vorschriften und völlige Untätigkeit“ der Naturschutzbehörden. Die beiden Bärweiler Bürgermeister Günter German und Horst Scherer wie aus Heimweiler Jens Bender und Rudolf Horbach hakten bei Sachbearbeiter Ralph Gockel nach: „Wer schützt unsere Umwelt vor dem Nichtstun der Kommunen und Umweltschützer?“. Antwort: „Problem der Hochwasser-Politiker und Zuschauer ist schnelles vergessen!“, sagte Ralph Gockel. In diesem komplexen und zerstrittenen Spannungsfeld werde die Verantwortung hin- und hergeschoben. Zu viel Aktionismus sei fatal wie zu wenig, was dann zu Versandung und Verlandung der Drainagen, zu Bachüberläufen und zu Mäanderflächen führe. Genau dies wird in den Ratsstuben in Kirschroth, Merxheim, Meddersheim und Monzingen heftig beklagt - und „warum wird der Gaulsbach im Ort nicht ausgebaggert und von Totholz, Unrat und dicken Baumstämmen befreit?“, fragen die Monzinger Ratsleute mehrfach. Ein kaputtes Mäuerchen hat Bestandsschutz!

Am 23. November 2016 traf sich der Gemeinderat im Rathaus mit Bürgern und zuvor separat mit Gewerbetreibenden aus dem Industriegebiet, damit Nahehochwasser getrennt werden von innerörtlichen Bächen wie Gaulsbach und Kirbach. Anwesend waren Ministerien und die Untere Wasserbehörde aus Bad Kreuznach. Zwei Maßnahmen können dabei aus Sicht des Ortsgemeinderates realisiert werden. Einerseits die „Flutmulde“ des früheren Gartens Ackva vis-a-vis der Volksbank am Trafohäuschen in der Soonwaldstraße, um das ausgetretene Oberflächenwasser aus der Soonwaldstraße durch den Gaulsbach abzuleiten, damit die Unterführung zur Bahngleise hin nicht geflutet wird. Hier hat das RWE größtes Interesse und drohte bereits, den Strom abzuschalten. Daneben auf dem Gelände existiert ein marodes Gartenmäuerchen. „Absolut schützenswert“ erfuhr der Gemeinderat  – was auf der Einwohnerversammlung im Juni zu tumultartigen Lachkrämpfen und „Schnappatmung“ führt, wie Anwesende formulierten. Und weil die Maßnahme mit tieferen Bordsteinen über der „Bagatellgrenze“ von 12.000 Euro liegt und nicht mehr kostengünstig von Gemeindearbeitern erledigt werden kann, muss die VG-Verwaltung erst einmal eine Planung als Grundlage für eine Bezuschussung erstellen. „Bis Mai war nichts zu hören - die VG Bad Sobernheim ist ausdrücklich von der Kritik ausgenommen“, informierte Dorfoberhaupt Hans-Jürgen Eckert - ob dieses Jahr noch Baurecht hergestellt wird, sei fraglich.

Zweite Maßnahme ist eine geänderte Verrohrung des Kirbachs unterhalb des  geplanten, 140.000 Euro teuren neuen Monzinger Bauhofs. Hier liegt bergseits ein 50 Zentimeter Durchlassrohr und zwölf Meter weiter unter der Flurstraße ein doppelt so dickes Rohr Austrittsrohr - mit dem Ergebnis, dass das Wasser über die Flurstraße schoss, die Bankette tief ausschwemmte und für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich macht. In Sachen Hochwasserschutzmaßnahme wird dieses Areal als Gemeindesünden der Vergangenheit nicht unterstützt und belastet in jedem Fall den Gemeindeetat.

Zu den Fotos: „Ein Jahr lang ist rein gar nichts passiert“: Der frühere VG-Wehrleiter und Ortsbeigeordnete Karlheinz Steinbrecher erläuterte resignierend zwingend notwendige Hochwasserschutzmaßnahmen im Ort am Trafohäuschen in der Soonwaldstraße, wo ein völlig kaputtes Gartenmäuerchen schützenswert viel Geld kostet, der verlandete Gaulsbach nicht ausgebaggert oder von Unrat befreit werden darf.


Schützenswerte Ruine

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