Das "Goldene Herz" für Rudolf Teuscher - Sein Lebenscredo: Mit Freude auf die Arbeit, 5 Minuten vorher da sein, und mehr Geld im Säckel, als man ausgibt!

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Fotos unten- TEXTende: -Bad Sobernheim. In der katholischen Kirche St. Matthäus wird am Samstag, 30.September um 11 Uhr, vom Kuratorium der Helmut-Kochendörfer Stiftung der Kulturpreis „Das Goldene Herz“ an Rudolf Teuscher verliehen. Kantor Markus Maximilian Jungert umrahmt musikalisch, die Laudatio hält Dechant Günter Hardt. Er wird den Geehrten insbesondere dafür loben, dass dieser das urbane Leben in der Stadt förderte, und die von ihm betreuten Bauten sowohl ihre Funktion erfüllen, und mit dem Erhalt der historischen Substanz ihren Charakter bewahren.

Rudolf Teuscher ist der 32. Kulturpreisträger, im vergangenen Jahr erhielt mit Sängerin Birgit Auweiler ein echtes „Sowwerummer Mädche“ das Goldene Herz und ein Jahr davor Kameramann Klaus Martin – den Stadtbürgermeister Michael Greiner als den „Edgar Reitz der Felkestadt“ lobte.

Gerade kehrte Rudolf Teuscher vom achten Teuscher-Treffen aus Leipzig zurück, wo 33 Verwandte teilnahmen. Mit achteinhalb Jahren kam der Bub aus Tschechien in die Felkestadt und besuchte die 1.Klasse – Wolfgang Neumayer besorgte ihm sein Zeugnis aus dem Jahre 1949, in dem es hieß, „er macht gute Fortschritte“. Mit 17 absolvierte der heute 77-jährige seinen Gesellenbrief und legte vier Jahre später der Familientradition folgend seine Prüfung als Malermeister ab. 1999 feierte die Firma ihr 100. Jubiläum, und ist seit 50 Jahren in Bad Sobernheim.

Seine Vita im Ehrenamt und als Vereinsmensch ist vorbildlich: Im TV 1867 ist „Rudi“ Teuscher Jahrzehnte Mitglied. Er spielte 1958 Handball, als diese Sportart noch beim FC 03 angesiedelt war. Dann kam der „Handballverrückte“ Heinz Dietrich, und fortan gründeten 46 Mann am 12. Dezember 1959 den Handball-Sport-Verein, füllten an der Nahe Sporthallen mit 800 Zuschauern und feierten in Rundenwettkämpfen Furore bis Koblenz und Mühlheim Kärlich. Teuscher war aktiver Feuerwehrmann – als Handwerksmeister nicht einfach: Oft trockneten die Tapeten auf dem Tapeziertisch ein, wenn die Sirene rief. Seit 1989 haben die Grün-Weißen HSV-Panther mit ihm die Patenschaft für das Hasselbacher Rat- und Backhaus übernommen; - das Timmothy-Team führt in diesem Jahrzehnt diese Pflegearbeiten fort.

Bei der Sobernheimer Volksbank war Teuscher über 30 Jahre im Aufsichtsrat, teilweise Vorstand, weil das Vier-Augen-Prinzip gewahrt werden musste. Er war im Verwaltungsrat der Katholiken und übernahm die Betreuung der Gebäude und die Bauaufsicht. 10 Jahre lang wurde die Malteserkapelle ab 1998 vollrenoviert, im gleichen Jahr zum 100-Jährigen das Dach von St. Matthäus saniert, die katholische Kita Herrenstraße angebaut und als krönender Höhepunkt in seiner Ära 14 Monate lang die St. Matthäus-Kirche saniert: „Eine Punktlandung. Ich war jeden Tag da, wir haben 10.000 Euro weniger als die veranschlagten 730.000 Euro ausgegeben und wurden zeitnah nach Plan fertig – anders als der Berliner Flughafen“, strahlt der dreifache Familienvater zufrieden und zollt seiner Frau Rosemarie, mit der er seit 1964 verheiratet ist, ein dickes Kompliment, dass sie ihn gestärkt und alles mitgetragen habe.

Rudolf Teuscher war langjähriger Vorsitzender des HSV, Mit-Initiator der Sport- und Ausflugsgruppe „Grün-weiße Panther“ und Organisator von 16 Reisen ins In- und Ausland. Insgesamt hat er 73 Länder bereist sein.

Drei Kernsätze seines Opas ist er ein ganzes Leben lang treu geblieben - und dabei glänzen seine Augen: „Mit Freude auf die Arbeit. Fünf Minuten vorher da sein, und: Wenn du eine Mark ausgeben willst, musst du zwei Mark im Portemonnaie haben“.

Auch seiner Zunft ist er treu geblieben; - seit einigen Jahren bemalt und verschenkt er wunderschöne, handbemalte Nahe-Kiesel mit Sprüchen und Lebensweisheiten; - es sind kleine Kunstwerke: „Wenn sich die Leute darüber freuen, dann geht es mir gut. Ich hatte Glück mein ganzes Leben lang!“, sinniert er dankbar.


Nahe-Kieselsteine,

Haus+Garten sind

Hobby des 77-jährigen

kath.Kirche St. Matthäus