Falsche Berechnungen im Limbachtal - Gefälligkeitsgutachten? Bürgerinitiative "Limbachtal" hakt nach, warum der Limbach Trocken fällt - Termin am 24. April

Kategorie: Limbach, Heimweiler, Lokale News an Nahe und Glan, Essen & Trinken

 

Fotos unten ANKLICKEN: Heimweiler/ Limbach. Das Limbacher Tal und das Großbachtal südlich der Nahe ist Wasserreservoir von Kirn und Kirn-Land. Wird zuviel Wasser dem Limbacher Tal entnommen? Die Höhe der Trinkwasserentnahme aus den Brunnen im Limbachtal ist seit Jahrzehnten strittig. „Die Frage steht im Raum, ob dies die eigentliche Ursache für das häufige Trockenfallen des Limbachs ist“; - dem gingen fünf Heimweilerer intensiv nach und gründeten eine Bürgerinitiative Limbachtal („BI“). Im Jahr 2005 sei auf Drängen einiger Bürger vom Zweckverband Gruppenwasserwerk Krebsweiler ein Gutachten in Auftrag gegeben, das diesen Verdacht der erhöhten Wasserentnahme ausräumen sollte. Diese Ergebnisse zweifelt nun die BI in schärfster Form an, und stellte im Gemeinderat Anträge nach der Gemeindeordnung.

Diese Anträge der BI im Gemeinderat wurden zurückgestellt: Ein Erörterungstermin in der VG Kirn-Land am 24. April um 17 Uhr wurde anberaumt. Eingeladen sind Behörden wie etwa die SGD Nord, das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) sowie Mitglieder des Zweckverbandes und die Gemeinderäte Limbach und Heimweiler. „Das Thema bewegt die Menschen, daher will ich die Öffentlichkeit bei den Entscheidungen einbinden“, betont der Verbandsvorsteher, VG-Chef Werner Müller.

Hintergrund: Jetzt, wo die Neuerteilung der Wasserrechte durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz ansteht, haben sich fünf Bürger (Carl Rheinländer, Rene` Roesler, Andreas Setz und die beiden Ratsmitglieder Horst Schäfer und Klaus Günter) mit einer umfangreichen Stellungnahme an die Koblenzer Behörde gewandt. Sie meinen, gemachte Gutachten hätten Sinn und Zweck verfehlt, diese rechneten mit teilweise unrealistischen Zahlen die Wasserentnahme schön. Die BI hinterfragt auf 13 DIN-A-4-Seiten umfangreiche „unrealistische Parameter als Gutachter-Grundlagen“. Die angenommenen Niederschlagswerte seien zu hoch, Zahlen und Eckwerte werden mit wissenschaftliche Formeln über Temperatur, Verdunstung und des Jahresgebietsniederschlags widerlegt. „Die von angenommene negative Beeinträchtigung hat sich noch einmal zu unserem Nachteil verschlechtert“, informierte Horst Schäfer den Gemeinderat und meinte damit das gesamte Ökosystem Limbacher Tal. „Was Friedel Barth vor Jahrzehnten an Verbesserungen anleierte, hat heute noch Bestand“, sagte Schäfer im Gemeinderat. Neben der zu hohen Wasserentnahme geht es um tangierenden Deichbau mit Regenrückhaltung in tieferen Lagen explizit im Limbacher Tal ohne Meckenbach und ohne das Großbachtal Richtung Becherbach.

Die Stellungnahme der BI  an die obere Wasserbehörde enthält das Fazit eigener Überprüfungen, ob das Gutachten des Zweckverbands Gruppenwasserwerk Krebsweiler wirklich einen Zusammenhang zwischen der jahrzehntelangen Wasserentnahme und der Austrocknung des Limbachtals ausschließen kann. Im Abgleich mit Daten aus dem Wasserversorgungsplan Rheinland-Pfalz musste die BI feststellen, dass die Wasserförderung laut Gutachten mit 361.000 Kubikmeter jährlich um 450 Prozent höher liegt, als für die hiesige Grundwasserlandschaft üblich. „Legt man realistisch Zahlen für Durchschnittsniederschlag und Temperatur zugrunde, erhöht sich dieser Wert für die Übernutzung sogar auf  950 Prozent“, sagt Carl Rheinländer. Dies sei „der Grund der Austrocknung des Limbachs und die Notwendigkeit für eine drastische Reduzierung der Wasserentnahme“, so die BI.


Brücke OT Heimberg Limbach trocken

Messungen im Tal

Schilf ist Zeigerpflanze