Limbacher Freiheitslinde hat viel erlebt- Napoleon kein Guter - VG Singen

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FOTOS unten: Limbach. Der Erste VG-Beigeordnete Hans Helmut Döbell aus Hochstetten-Dhaun strahlte und war sichtlich überrascht, dass die zweite Veranstaltung „Musik in historischen Anlagen“ im Limbacher Bürgerhaus auf fruchtbaren Boden fiel, und sehr viele Bürger aus Nachbarorten nach Limbach kamen. Die Auftaktveranstaltung auf Schloss Wartenstein mit dem Musikverein Oberhausen fiel bekanntlich ins Wasser. Döbell dankte der RWE für dessen  finanzielles Engagement zu dieser Konzertreihe.

Ortsgemeinde, Landfrauen und der Kultur- und Verschönerungsverein zogen in Limbach alle an einem Strang und feierten in diesem Rahmen ein „Lindenfest“. Noch bevor der Musikverein 1878 Kirn unter seinem Dirigenten Octavian Florut und dem Marsch „Schwabengruß“ aufspielte, begrüßte der MGV/Gemischte Chor Limbach unter seiner Dirigentin Esther Huck mit drei Liedern. Eine nette Geste: „Ja, ich bin sehr zufrieden- es geht nur gemeinsam“, sagte „Ob“ Alfons Ingenhaag, es sei ein ständiges Kommen und Gehen gewesen. Das Mittagessen (Geschnetzeltes und Spätzle) mundete ebenso köstlich wie die 20 Kuchen und Torten, die ratzfatz verputzt waren. Der Erlös soll für einen Mehrgenerationenplatz am Bürgerhaus (Grillhütte, Bouleplatz, Sitzgruppe) verwendet werden.

Bevor man sich im Bürgerhaus zum Frühschoppen und Mittagessen traf, lud die Ortsgemeinde an die mächtige Linde an den tipptopp gepflegten Dorfanger Richtung Kirschroh ein. Der Ortschef zeigte sich erfreut, nach 100 Jahren einmal an die historische Linde und das schöne Ambiente zu erinnern. Die Altvorderen um den damaligen Bürgermeister Friedrich Gillmann pflanzten am Dreschschuppen am 18. April 1913 diese Linde. Im gleichen Jahr wurde auch der „Limbacher Gedenkstein“ an der damaligen Provinzialstraße (heute L182) vom Kreis Meisenheim unter Mitwirkung umliegender Ortsgemeinden feierlich eingeweiht. Damit erinnerten die Bürger an die Befreiung aus napoleonischer Zeit 1813. Ingenhaag nannte nur ein Beispiel, als die damals verarmten Leute innerhalb von 48 Stunden 47 Zentner Heu, 30 Malter Hafer, zweieinhalb Zentner Fleisch, ein Zentner Brot, 231 Pfund Bohnen und Erbsen sowie 231 Schoppen Wein abliefern mussten- zudem sei in dieser Zeit Typhus ausgebrochen, die viele Menschen dahinrafften.

„Diese Linde hat wohl schon viel gesehen“, konstatierte das Dorfoberhaupt. Den Zweiten Weltkrieg, die neugeteerte Straße nach Kirschroth und sicherlich war sie Schattenspender in der Mittagspause, denn hier war einst der Dreschplatz. Auch die Pläne für das erste Limbacher Erntedankfest im September 1991 wurden hier ausbaldowert, als die Landfrauen den Dorfanger wie seit eh und je unaufgefordert säuberten und bepflanzten. In Sauersch Scheune nebenan war Tennenfest und vielleicht hat auf der Bank ein junger Bursch die Liebe seines Lebens hier zum ersten Mal geküsst- wer weiß? Ingenhaag dankte allen Helfern und seiner Frau Iris, die dieses Fest liebevoll vorbereiteten. „So soll`s sein- nur so gehts“, sagte er.


Limbacher Jugend spielt Tischboule

Musikverein 1878 Kirn spielt auf

100 Jahre Linde- Fest am Dorfanger

Limbacher sind keine Kostverächter