Kirschrother Füchse feiern Kerb: Straußjugend - zum 63.ten Mal!

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Fotos unten anklicken. Kirschroth. Mit dem Ausgraben der Kerb, in der Regel symbolisch einer Flasche Wein und einer versiegelten Asbachflasche, beginnt am Freitagabend das Fest in der Weinbaugemeinde. Den Kirmeswirt gibt zum zweiten Mal die Familie Stefan Theis, nachdem Jahrzehnte das Gasthaus von Gerold und Margit Schlarb Ausrichter war. 2017 wurde 160-Jähriges gefeiert und da verkündete das Ehepaar Schlarb das Ende einer Ära: „Wir tragen die Kerb fort, aber sie kommt uns nicht mehr ins Haus!“

Im vergangenen Jahr wurde vier Tage im Gemeindesaal gefeiert – in diesem Jahr ist dort das Wahllokal und deshalb findet das Fest erstmals im Weingut Theis mitten im Ort im modernisierten Gastraum in der Kirchstraße statt. Bei dieser Gelegenheit wird die Vinothek feierlich eingeweiht. Eigentlich wollte die Familie Theis hier schon längst ihren Winzerhof „Kleine Auszeit“ eröffnen, aber aufgrund der boomenden Baukonjunktur gab es Verzögerungen in Sachen Elektrik und Fußbodenheizung; - außerdem wurde ein original erhaltener Brunnen freigelegt, und die Vinothek erhielt im neuen Fußboden quasi als Hingucker eine dicke Glasplatte, die Einblicke in die geologische Bodenart- und Gesteinsvielfalt geben wird. Die Kerwe-Vorbereitungen sind in vollem Gange, bis zuletzt wird an den Außenanlagen gewerkelt.

2015 erwarben Andrea und Bettina Theis das Nachbaranwesen. Es gehörte der Familie Horst Wittenberg, und seitdem wird renoviert und umgebaut. Der Gastraum mit seiner massiv-geschnitzten Theke von der Meisenheimer Firma Gebr. Schuck erhielt einen neuen Fußboden, ein zusätzliches Fenster wurde gebrochen. Bis Ende der 1970-er Jahre traf sich hier die Dorfjugend. Der einstige Kuhstall hat für diese Gegend ein eher untypisches Kreuzgewölbe mit Sandsteinsäulen, weil er mehr einem „reichen Bauernstand“ zugeordnet wird.

>>IM DETAIL: Am Freitagabend mit Einbruch der Dämmerung wird traditionell zum 63.ten Male von der Straußjugend „die Kerb“ ausgegraben. Das  Kulturgut wird von Generation zu Generation weitergetragen, die Regularien und Paragrafen der „KKO“ (Kirschrother Kerwe-Ordnung) seien „echt krass“ hört man von allen, die dabei waren. Die KKO wird verkündet und die letztjährige Kerwered` verlesen. Und wenn Judith und Rene` Stangenberg, Britta Heß und Laura Jäger ihre 2018 „eingebuddelte Kerb“ nicht finden, haben sie ein echtes Problem – ebenso wie alle, die 2018 als Hinterbliebene beim Kehraus unterschrieben haben. Wer nicht da ist muss einen Kasten Bier bezahlen. Am Samstag ab 16 Uhr erwartet die kleinen Gäste eine Hüpfburg und ein Süßwarenstand, das Trio „DiHeDi“ aus Monzingen spielt bei freiem Eintritt. Sonntags spielen erneut „The Sunrise“ zum Frühschoppen, und nach dem Mittagessen mit Wildgulasch aus heimischer Jagd, mit Rotkohl und selbstgemachten Serviettenknödel und vegetarischer Kost und Salaten gibt es nachmittags zum Kaffee ein großes Kuchenbuffet. Montags gibt’s traditionell Hackbraten – an zwei großen runden Tischen trifft sich zum Frühschoppen Jung und Alt, bis beim Kehraus ab 20 Uhr „die Kerb“ von der feierfreudigen Gesellschaft wieder zu Grabe getragen wird.

>>>Anlässlich der Kerb bleibt die Kirchstraße ab dem Brunnen bis zur Zufahrt der Gärten voll gesperrt.

Zum Foto: Die Füchse laden ein: Familie Theis, (im Bild Andrea und Bettina) richten zum zweiten Male die Kirschrother Kerb aus. Erstmals in den eigenen Räumen „Kleine Auszeit“  – die Vinothek wird eingeweiht.