Drei grandiose Künstler: Heimatabend auf der Simmertaler Bergmühle

Kategorie: Bad Sobernheim, Meddersheim, Simmertal, VG Kirn-Land, Lokale News an Nahe und Glan, Kunst und Kultur, Leute nebenan, Lifestyle

 

Fotos Textende anklicken! Simmertal. Der „Heimatabend“ aus Idar-Oberstein gastierte am Sonntagabend in der Bergmühle und bot ganz großes Kino. Seit Jahren ist dieses packend-prickelnde Format regionaler Stars in der Ferienregion „Edelsteinland“, auf dem Hunsrück und an Nahe und Glan mit dem Untertitel „Lachen, Stubbi und Gegrilltes“ ein Selbstläufer und Straßenfeger.

Alle drei gereiften Künstler, Ausbilder Schmidt, Frank Lorenz und Martin Weller haben ihre Fans. Sie äußerten höchste Glücksgefühle, wieder Live vor Publikum auftreten zu dürfen, und sie lieferten mit Gesang, Parodie, losem Mundwerk und geistreichem Wortwitz eine professionelle und mitreißende Show. Lachen, Kopfkino mit Pointen waren drei Stunden lang Trumpf.

Mit dem einzigen und noch funktionsfähigen Panzer kam der schneidige Ausbilder Schmidt zu den Outlaws vorgefahren. Letzte Amtshandlung von Ursula von der Leyen war, Soldaten ohne Schulabschluss einzustellen und auch mit AKK lag er im Clinch. Warum? Weil diese keine Ü-90 Rentner verpflichtet, denn die Gehhilfen wären eine unüberbrückbare Panzersperre…Er kalauerte aus dem Stegreif ohne Punkt und Komma zum ausflippen. Vom Morgenappell über das Disziplinarverfahren bis hin zu Ostfriesen- und Stammtischwitzen: Der Ausbilder zog alle Zuhörer in seinen Bann. Schließlich steckt in jedem gestandenem Frauen-, Feind- oder Mannsbild eine Lusche, und der zackige Ausbilder Schmidt hat stets die Uniform parat. Sein nato-olivgrünes-Outfit wurde von Stefan Raab als das größte „Feindbild seiner Rolle“ geadelt - und getreu dem Kölner Lebensumfeld lebe er ohnehin nach dem Rheinischen Grundgesetz: „Et hätt noch emmer joot jejange“. Ohne Sonnenbrille und rotem Barrett kennt den Holger Müller niemand, lachte er diebisch in sich hinein.

Frank Lorenz ist Jahrgang 1967 und wurde im Januar zu Recht zum „Künstler des Jahres 2020“ gekürt – auch wenn er sich seit Freitag, dem 13. März diese Ehrung hinstecken kann, „wohin keine Sonne scheint“. Er spielt noch immer gern und leidenschaftlich mit Puppen, wenngleich aus denen von Käthe Kruse und Beate Uhse „die Luft ´raus ist“. Der Bauchredner wetterte: Aerosole seien keine luftgepolsterten Schuhe und lachen in die Armbeuge sei auch keine Lösung. In der Bergmühle trat er mit seinem vorlauten Affen Charly und in einer wahnsinnig-tollen Paraderolle mit dem geschrumpften und erstaunlich authentisch-echt aussehenden Rock- und Alt-Schlagerstar und Jung-Papa Peter Maffay auf. Da war vieles aus dem Nähkästchen zu hören! Und obwohl der Bauchredner seinen Affen auf den Arm nahm, stellte der tierisch-rotzfrech „Enzo Lorenzo“ in den Senkel und fuhr Schlitten mit ihm.

„Josie“, „Eiszeit“ und „Ich wollte nie erwachsen sein“ hießen die Gassenhauer des Mini-Maffays, perfekt inszeniert in Mimik und Gestik: Das war Entertainment vom Allerfeinsten, und als dann noch Ausbilder Schmidt im Tabaluga-Drachenkostüm auftrat, war die Szenerie perfekt - zollten die Fans Extraapplaus. Alle fünf brillanten TV-Stars, Ausbilder Schmidt, Maffay, Martin Weller und Frank Lorenz mit Affe Charly liefen zur Höchstform auf, auch wenn Letzterer zur Freude des restlos begeisterten Publikums in Sachen Erziehung die größten Defizite aufwies.

Fast drei Stunden vergingen wie im Flug und nahtlos knüpfte Martin Weller mit gefeierten und herzzerreißenden Balladen an. Weller forderte die Fans auf, mit ihm zu einer „extasierenden Masse“ beim „Schlaachtfescht“ oder „Beim Zahnarzt“ zu verschmelzen. Weitere Highlights: „Dau onn Eesch un die zwei-pfunds-Hochripp`“, der „Bierbauch-Blues“ oder „Hochwald-Cowboy“, und da waren bei „Standig Ovations“ frenetisch bejubelte Zugaben angesagt. In der kurzen Pause begab sich Martin Weller trotz gebührendem Abstand auf Tuchfühlung zu den Fans: „Et muss wierer loßgehn, wir sehnen uus nach Lachen und Applaus“, sagte er und küsste beim vorletzten Top-Act mit astreinen Gitarrensolo die Bühnenbretter, die für Künstler die Welt bedeuten.

Bleibt zu erwähnen, dass das Team von der Bergmühle sehr guter Gastgeber war und Ausbilder Schmidt die Outlaws-Motorradrocker auf seine scharfzüngige und hintersinnig-verquere Art und Weise in höchsten Tönen „lobte“ und trotzdem wiederkommen darf.

Zu den Fotos:  Alle drei gereifte und grandiose Künstler, Ausbilder Schmidt, Frank Lorenz und Martin Weller haben ihre Fans. Sie boten auf dem Areal der Bergmühle im Kellenbachtal für kleines Geld eine großartige und professionelle, dreistündige Unterhaltungsshow.


3 regionale Stars

Peter Maffay da,

Publikum auch,

Affe Charly

und Hochwaldcowboy Martin