In Hundsbach geht Narretei munter weiter: Provinzposse auf Rücken der Bürger - Keine Lobby - PfalzConnect hat Schwarzen Peter! So schafft man sich keine Freunde

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Fotos textende anklicken. Ui-juijuijuijuijuijui-au-auau-auau. In Hundsbach geht die Narretei weiter: So schafft man sich keine Freunde. Eine Provinzposse allerersten Ranges zeichnet sich ab: Innogy verlegt Breitband, setzt einen dritten Verteilerkasten neben zwei bestehenden, ohne den Ort anzuschließen. Hammer! Geht’s noch? Tusch und Narhallamarsch! Fakt ist, dass die Wettbewerbs-und besondere Konkurrenzsituation zwischen Innogy und der schwachen Pfalzconnet auf dem Rücken der Hundsbacher Bürger ausgetragen wird - die ballen die Faust in der Tasche: Wir fragten nach bei Jürgen Klotz, dem beim Kreis zuständigen Sachbearbeiter für den Breitbandausbau.

Die Hundsbacher Bürger sind trotz allem nicht gut beraten, vom ersten Tag an Gelbwesten anzuziehen und die Baustelle zu boykottieren, denn: Sie sind in jedem Fall die Gelackmeierten: Was haben sie vom Breitbandausbau, außer gebuddelte Löcher, kaputte Straßen, Bürgersteige und Gehwege, wenn nach Mitteilung von Jürgen Klotz von Kreisverwaltung und Innogy das zu verlegende Kabel eine zu geringe Leistung hat? Nix! Das Kabel kommt von Kirschroth, geht über Hundsbach nach Otzweiler und an den "weißen Fleck" Lochmühle. Es kommt darauf an von wo das Licht kommt. Licht deshalb, da das Glasfaserkabel auch als „LWL“ Lichtwellenleiter bezeichnet wird; das Licht kommt also von Kirschroth nach Otzweiler.

Problem und Fakt ist das Folgende. Vereinfacht dargestellt: Hundsbach ist wie viele andere Orte im nordpfälzer Berland und Lemberg-Gemeinden oder Steinhardt, überall da, wo Internet- und DSL-Anbieter PfalzConnect GmbH aus Löllbach eine „garantierte Leistung vom 30 Megabit“ erbringt, der Loser: PfalzConnect erbringt nicht ansatzweise seit Jahren im Regelbetrieb diese Leistung. Ihre Vertragspartner sind die Gelackmeierten. Insofern ist Pfalzconnet mehr Bremser und Totengräber als Visionär, nicht allein für Hundsbach, sondern für Steinhardt und viele Lemberg-Gemeinden.  Jedenfalls ist die 5G-Technologie derart rasant, dass solch ein kleiner „One-Man-Unternehmer“ hoffnungslos überfordert ist, so Kundenaussagen.

Hintergrund: Der Kreis KH hat 2016 eine „Marktergründung und Machbarkeitsstudie“ kontra weißer Flecken in Auftrag gegeben. Sprich: Für jedes Haus wurden Koordinaten vom statistischen Landesamt für geobasis-Daten angefordert und ausgewertet. Ergo ist/war Abtweiler oder Hundsbach (als Beispiel) nicht als „Weißer“ sondern als „Grauer“ Fleck, weil von PfalzConnect Leistung von 30 MBit/Sekunde garantiert, kartiert. Darin liegt die Crux, was die Bürger als Betrug von PfalzConnect oder Nachteile der freien Marktwirtschaft nennen, begraben. Und obwohl der Bund 50 %, das Land 40 % und 10 % die Kommune vor Ort für den DSL-Ausbau bezahlt, darf der Kreis nur weiße Flecken erstanbinden, informierte Jürgen Klotz. Der Ausbau „Grauer“ Flecken folgt und sei in der Planung – aber das dauere. Die Mühlen mahlen langsam...

„Diese Problematik habe ich täglich - ein ganz heikles Thema: Kampf gegen Windmühlen“, bedauerte Klotz das leidige Tagesgeschäft. Im Rahmen des „Next Generation Access Network-NGA“ müsste und könnte PfalzConnect von Innogy Leistung abkaufen – aber wenn diese Hundsbach nicht anbindet, nicht anschließt, bleibt eben nix, nix. Null. Zwei KVz stehen in Hundsbach, wo Innogy nicht drauf darf, also wird ein dritter Verteilerkasten nebendran gestellt. „Ein Drama ohne Ende, was man keinem Bürger vermitteln kann“, bedauert Jürgen Klotz. Als Ortsbürgermeister von Bockenau ist ihm dies verständlich, nicht fremd. Hundsbacher Bürger sprechen von einer Bananenrepublik, selbst im hintersten Anatolien klappe das Handy und die Verbindung notfalls zum Mond.

„Unser grauer Fleck, ist ein Weißer. Verarschung hoch 10 im Quadrat, klagen Bürger und fühlen sich sehenden Auges hilflos, im Stich gelassen und abgezockt. Jetzt erst recht, wenn vorsätzlich vorbeigeplant und vorbeigebaut wird. Eine Farce“, echauffierte sich Ortsbürgermeister Jan Hey und zitiert Volkes Stimme. Bei Ortsterminen sagten ihm beteiligte Entscheidungsträger zu, sich zu kümmern. Als alle Planungen und Bau-Genehmigungen in trockenen Tüchern waren, kam die Absage. Ätsch, ätsch. Neudeutsch nennt sich das: Verarscht und über den Tisch gezogen - "Par Orde du mufti!"

Alle äußern in der prekären Situation Verständnis ohne etwas zu tun. „Wir verstehen das Ansinnen und das Ungemach der Ortsgemeinde Hundsbach - können hier aber nur die Empfehlung aussprechen sich an die PfalzConnect GmbH zu wenden, welche mit ihrem Leistungsversprechen dafür verantwortlich ist, das die Ortgemeinde Hundsbach nicht bei der NGA-Ausschreibung berücksichtigt wurde. Eine Anbindung des derzeit von der PfalzConnekt GmbH bedienten Telekom-KVZ an unser Breitbandnetz ist mangels hierfür notwendiger freier Glasfasern derzeit nicht realisierbar“, antwortet im Wortlaut Innogy durch Friedrich Reinhardt, was das Dilemma unterstreicht. Beim Flächenbrand in Limbach war die desolate Telefon und DSL-Versorgung, aber auch die in den Kinderschuhen steckende und unausgegorene Feuerwehr-Funkverbindung Hauptthema.

Was wenn Menschenleben direkt in Gefahr sind? Und warum ducken sich alle weg? Warum wird Daseinsfürsorge derart ignoriert? Hundsbach zählte 1871 noch 686 Seeln. 1972, vor 48 Jahren, 556 Einwohner, heute 373 – wenn das in dieser Intensität so weitergeht, wäre rein rechnerisch Hundsbach in 96 Jahren, in etwa vier Generationen, im Jahr 2116, noch eine Wüstung mit sieben Bewohnern.

>>>Einzig der Südwestrundfunk und das Dritte-Fernsehen mit Intendant Kai Kniffke haben am Freitag, 7. Februar 2020 vollmundig propagiert, investigativen Journalismus stärken zu wollen und sich für betroffene Bürger einzusetzen. SWR – übernehmen Sie. Hundsbach wartet auf sie, und wenn sie aus Becherbach kommen, werden sie schon straßentechnisch im „Schälrech“ ganz schön durchgeschüttelt…aufgepaßt vor tiefen Böschungs-Abgründen.


"Ob" Jan Hey ist enttäuscht: Zu den zwei KVZ kommt einer hinzu...

Breitband läuft schnurstracks durch den Ort und an Hundsbach vorbei

Viele Bürgen beschweren sich

Brand 2019 in der Region - schwere Kommunikationsprobleme