Im 20.ten Jahr: Regionalbündnis + SooNahe topfit - Zwischen Gehaichnis, Aanbändele & Weidegockel die Lebendige Wiesen, Wald & Klimaschutz thematisiert

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Fotos Textende anklicken -Kirn. Vernetzen und Bewegen im Dialog – dies hat sich das Regionalbündnis Soonwald-Nahe auf seine Fahnen geschrieben; - und dies wurde bei der Jahreshauptversammlung (JHV) im Kirner Gesellschaftshaus überdeutlich. Soo-Nahe Botschafter Franz Xaver Bürkle setzte die Kochmütze auf, und für die rechte Einstimmung sorgte das Hunsrück-Duo Tina Heck und Manni Kupp: „Glut unn Fouer“ (Glut und Feuer) des Hunsrückdichters Peter J. Rottmann erfreuten sich ebenso wie das eigens komponierte Lied „Aanbännele“ oder ein Song über das beliebteste Hunsrück-Wort „Gehaichnis“ größter Beliebtheit.

Die eigentliche JHV des Regionalbündnisses war reine Formsache: Neuestes Mitglied ist Thomas Jung, Bürgermeister der VG Kirner Land, der ein herzliches Willkommen in Kirn wünschte. Die beiden Kochshow-Talente Dr. Helmut Martin (CDU) und Markus Stein (SPD) ließen die aktuelle Mitgliederzahl auf über 570 ansteigen. Kassierer Erich Faubel aus Kirn trug den Kassenbericht vor, als neue Schriftführerin wurde die Honorarkraft und ehrenamtliche Geschäftsstellenleiterin Franziska Sand aus Laubenheim gewählt und ein Generationswechsel eingeläutet.

Er wolle nicht ewig weitermachen, bekannte der ansonsten nimmermüde Vorsitzende Dr. Rainer Lauf und legte in seinem Geschäftsbericht den Fokus auf die Schwerpunkte und Dialoge in diesem Jahr - Umstrukturierungen in der Gesellschaft seien allgegenwärtig. Mit der neuen Dekade 20-20 gehe das 2001 mit 31 Mitgliedern in Kreershäuschen gegründete Regionalbündnis in sein 20.Jahr. Beim attraktiven Jahresprogramm unter dem Motto „Lebendige Wiesen“ mit zehn Projektpartnern und 15 Veranstaltungen gehe es um ein breites Spektrum von natürlichem Lebensraum mit Themenwanderungen, dem Obstbaumschnitt über den Dengel-oder Sensenkurs, kochen mit Wiesenkräutern bis hin zur Staudernheimer Schmetterlingswanderung oder dem „Hirsch-Lauschtern“ im Herbst. Damit  knüpfe das Regionalbündnis nahtlos an das reaktivierte Themenfeld „Lebendige Wälder“ an. Ebenfalls topaktuell stehe 2020 das Thema „Wald & Klimawandel“ auf der Agenda. Auch hier habe man die handelnden Akteure zusammengeführt – das Regionalbündnis verstehe sich zwischen Birkenfeld und Bingen als die einzig übergreifende Institution, die quasi Erzeuger und Verbraucher unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit in der Region fest im Blickpunkt hat, sagte Lauf.

Neu definiert mit mehreren Arbeitsgruppen werde das Schwerpunktthema „Nachhaltige Hunsrück-Nahe-Region, denn: Jeder kann etwas in Sachen Klimawandel beitragen“ – im Herbst werde es dazu eine zentrale Veranstaltung wie seinerzeit das „Aanbännele“ mit starken und regionalen Typen in Bockenau geben. „SooNahe läuft und ist eine einzigartige Erfolgsstory“, rief der Bad Sobernheimer Vorsitzende aus und wies auf einen Stand und die Produktvielfalt hin. 2020 sollen die kleineren Hof- und Dorflädchen, kleinere SooNahe-Verkaufsstellen im Mittelpunkt stehen.

Herzensanliegen seit der ersten Stunde sei neben der Vernetzung den Dialog im ländlichen Raum zu fördern und zu forcieren: „Im Regionalbündnis und bei SooNahe sind die Kunden und Verbraucher, Erzeuger und Händler im Prinzip alle zusammen, die über das Konsumverhalten diskutieren sollten, damit die Landwirtschaft und die Region erhalten, gestaltet und entwickelt wird“, sagte Lauf. Künftig soll es ein Forum mit dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) und Hofbesichtigungen geben, damit „teils künstlich aufgebaute Schranken in der Region fallen“. Lauf machte im Beisein von Kulturstaatssekretär und Förderer Dr. Denis Alt zudem Appetit auf die Anfang Januar in der Bad Sobernheimer Matthiaskirche vorgestellte, 52-seitige Hochglanz-Broschüre mit „Wow-Effekt“ des neu gegründeten Vereins „Nahe.Kultur.Landschaft“ – wo in diesem Jahr hochkarätige und hochrangige Veranstaltungen, „die Besten der Besten“ zwischen Birkenfeld und Bingen geboten werden.

Mit von der Partie waren die neue Geschäftsführerin von Weinland Nahe, Laura Bromberger, die sich vorstellte, seit Mitte Januar mit ihrem hessischen Charme weltweit den Nahewein präsentiert, sich in ihn verliebte, und in höchsten Tönen lobte. Die Eventbroschüre sei proppenvoll und gerade an der Nahe mit tollen Weinen, seiner hervorragenden Gastronomie und Straußwirtschaften müsse sie das Rad nicht neu erfinden, sagte sie. Das Damoklesschwert der Absage von „Pro Wein“ in Düsseldorf war allgegenwärtig.

Ebenfalls einen Rapport über die Neuaufstellung der Naheland-Touristik legte Katja Hilt aus Meddersheim ab. Das kurzweilige Alltags-Spektrum reiche von höchst juristischen ADD-Gesprächen in Trier über Leader-Plus Anträge bis hin zu verschwundenen Hildegard-Schildern, die im Schwarzwald aufgetaucht sind. Ihr Zug nach Berlin zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) von diesem Mittwoch bis Sonntag wäre am Dienstag um 8.16 Uhr gegangen – aber am Freitagabend gegen 19.15 Uhr kam aktuell als Aufreger des neuartigen Coronavirus die Absage der ITB, wo die naheländische Region sich als Mitaussteller beim rheinland-pfälzischen Gemeinschaftsstand präsentieren wollte.

IM DETAIL: 2019 bei der JHV in Bundenbach wurden die Idee des „Live-Cookings“ und das Genießen mit allen Sinnen geboren. Das war weniger ein fetziges Kochduell mit Franz-Xaver Bürkle, mehr gemeinschaftliches „business as usual“: Angesichts der politischen Kontrahenten und MdL Markus Stein (Winterbach, SPD) und Dr. Helmut Martin (Bad Kreuznach, CDU) wurde viel geflachst: Weder sollte der Hunsrücker Weidegockel zu sehr „rot“ gefärbt sein, noch durfte er „schwarz“ anbrennen; - wir müssen „sowieso all das Auslöffeln, was uns die Politik einbrockt!“, konstatierte Moderator Rainer Lauf. Die „pikant-bunte leckere SooNahepfanne“ mit Hildegards „hochheiligen“ Dinkelnudeln, vitaminreichem Marktgemüse und geschnetzeltem Hunsrücker Weidegockel an Kirner Landbier-Senfrahm war eine lukullische Delikatesse, wo quasi die Leistungsstärke einer ganzen Region demonstriert wurde. Das Auener Weingut Marcus Hees, Schwollener Sprudel mit Repräsentant Andreas Reichardt und die Kirner Privatbrauerei mit Michael Peitz kredenzten fast ihre gesamte Angebotspalette.

Zum Köche-Gruppenfoto: Regionalbündnis- Vorsitzender Rainer Lauf (von links), Katja Hilt von der Nahelandtouristik, Dr. Helmut Martin, TV-Koch Franz-Xaver Bürkle, Laura Bromberger von Weinland Nahe und Markus Stein gaben bei der Kochshow beim Schnippeln und abschmecken mit ausschließlich regionalen Produkten ein sehr gutes Bild ab.


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