Ein neues Auto für Kevin aus KH - Förderverein "Hilfe für Kinder in Not" engagierte sich - 827 Mitglieder: 135 größere Fälle pro Jahr - 2021 wird gefeiert!

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Hochstetten-Dhaun. Der Spendenaufruf vom Förderverein Lützelsoon „Hilfe für Kinder in Not“ für Kevin aus Bad Kreuznach wurde erhört. Am Mittwoch konnte der Bub mit seiner Familie im Toyota-Autohaus Dinig in Hochstetten-Dhaun ein funkelnagelneues Auto entgegen nehmen: „Ich kann es nicht so zeigen. Aber ich freue mich ganz tief im innersten meines Herzens“, antwortete Kevin seiner sechsjährigen Schwester, die mit ihm flachste.

Kevins Augen strahlten, der aufgeweckte Junge wohnt mit seiner Mutter Christine Lorenz und seiner Schwester mitten in der Bad Kreuznacher City in der Salinenstraße: Er besucht die 9. Klasse der Bethesda-Schule, ist „Star-Wars“ Fan, spielt gerne mit Lego-Technik, und eines seiner liebsten Hobbys ist das Boccia-Spielen bei den Sportfreunden der Kreuznacher Diakonie. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Aber jede Fahrt und jeder Ausflug mit Kevin, der seit frühester Kindheit im Rollstuhl sitzt,  ist für die kleine Familie mit großem Aufwand verbunden und kompliziert.

Denn seit seiner Geburt verläuft sein Leben nicht in geregelten Bahnen: Kevin kam mit Behinderungen zur Welt und musste am ersten Tag operiert werden, um seinen Rücken zu schließen; - weitere Operationen und ein siebenmonatiger Aufenthalt in der Kinderintensivstation sollten folgen. Kevin Schild leidet an Spina Bifida und Hydrocephalus. Spina bifida (gespaltenes Rückgrat) bezeichnet eine Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, Hydrocephalus ist ein Überdruck im Kopf als Folge einer gestörten Regulierung der Gehirnwasserströme. Kevins Leben ist zudem durch eine Atem- und Schluckstörung so stark eingeschränkt, dass er über einen künstlichen Zugang zum Magen ernährt werden und nachts künstlich beatmet werden muss. Die Familie meistert die Rundumbetreuung und den Alltag aus Haushalt, Therapie und Krankenhausbesuchen gemeinsam und mit Hilfe einer Mitarbeiterin des ambulanten Kinderkrankenpflegedienstes – viele Hilfsmittel müssen jederzeit erreichbar und greifbar sein, deshalb war das Auto lebens- und überlebensnotwendig, weiß Herbert Wirzius, Vorsitzender des Soonwaldfördervereins „Hilfe für Kinder in Not“ und der Soonwaldstiftung.

Zur Übernahme reiste die Familie mit dem Auto der Patentante Sabrina an: - alle technischen Daten und Raffinessen des funkelnagelneuen Sechssitzer „PROACE“ von Toyota erklärte Geschäftsführer Hans Jürgen Dinig. Den rollstuhlgerechten Umbau mit Einstiegshilfen erledigte eine Spezialfirma.

Herbert Wirzius übergab penibel aufgelistet die Spendenlisten und dankte für die geleistete Hilfe: „Das alte Auto war nicht mehr fahrbereit, ein Gebrauchtes mit 100.000 Kilometer und mit behindertengerechtem Umbau wäre im Verhältnis zu einem neuen Auto unwirtschaftlich gewesen“, erläuterte er. Mittlerweile zählt der Förderverein Lützelsoon „Hilfe für Kinder in Not“ 827 Mitglieder. Ziel sind 1.000 – und die sollen erreicht sein, wenn in einem Jahr, am 13. März 2021, der segensreiche Förderverein in der Hennweiler Lützelsoonhalle seinen 25.Geburtstag feiert, die Soonwaldstiftung sein 20-Jähriges, und Herbert Wirzius selbst seine 50-jährige ehrenamtliche Tätigkeit mit Weggefährten und Freunden, mit Pauken und Trompeten, feiern will. Aktuell werden im Jahr über 135 Fälle und Hilfeleistungen betreut - für den nächsten besonders schweren Fall, ist das Auto für einen Waldalgesheimer schon bestellt, erzählte Herbert Wirzius am Rande.