Benefizveranstaltung für die Meddersheimer Martinskirche mit Martinswein und unserem täglich Brot! Brot & Wein in der Bibel und herrliche Musik

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Fotos unten -- Meddersheim. Der Gemeindesaal war stimmungsvoll dekoriert und eingedeckt: Über 150 Feinschmecker folgten der Einladung des Fördervereins Martinskirche zum Thema „Wein und Brot in der Bibel“, die Veranstaltung hatte Stil und Format! Ein Grußwort sprach Naheweinkönigin Laura Weber aus Monzingen und wünschte einen genussvollen und heiteren, besinnlichen Verlauf allen Liebhabern des guten Geschmacks. Seit jeher seien Brot und Wein für Körper und Geist mit handwerklichem Geschick und Können hergestelltes kostbares Lebenselixier, auch wenn der Wein heute dank ausreichend Wasser und Wohlstand hierzulande eher als Genussmittel gelte.

Julia Klöckner genoss ihr Heimspiel sichtlich und plauderte aus dem Nähkästchen, als sie mit Edelgard Bauer-Finter ebenfalls eine frühere deutsche Majestät als „Queen Mumm“ begrüßte. „Wow - drei Deutsche Weinköniginnen im Saal“ - war ein auswärtiger Besucher erstaunt - sein Gegenüber relativierte: „Zwei erst. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!“. Fördervereinsvorsitzende Heide Dhonau hieß auch Gäste aus Mainz, aus der Pfalz und aus Japan herzlich willkommen. Sie sei überwältigt, dankte der Ortsgemeinde für die kostenfreie Saalnutzung und ganz besonders den Geldinstituten sowie dem Ehrengast Gudrun Wiest von der Dr. Bürkle-Stiftung, die sofort den Förderverein Martinskirche unterstützte, „als öffentliche Gelder nicht mehr geflossen sind“.

Bei dieser Benefizveranstaltung wurde das Brot von der Bäckerei Andrae aus Waldböckelheim ebenso gespendet wie der Wein, den für die fünf örtlichen Weingüter Heiko Bamberger, Walter Hehner, Petra Hexamer, Eckhard Schlarb und Rainer Schönheim für die Winzergenossenschaft Rheingrafenberg mit dem passenden Gebäck vorstellten.  Ein Sektempfang mit einer Gebäckstange bildete den Auftakt, und im weiteren Verlauf staunten die Teilnehmer über prämierte Spitzenweine und Raritäten, welche die Winzer aus ihren Schatzkästlein hervorholten. Abschließend wurde ein am 11.11. 2013 geernteter Riesling „Martinswein“ für die Meddersheimer Martinskirche von der kreisweit einzigen Genossenschaft, die wie die Ortsgemeinde den heiligen St. Martin im Wappen trägt, verkostet: „Bodenständig und verführerisch betörend, edel und von höchster Qualität“ - dazu empfahl Rainer Schönheim Gugelhupf.

In der Bibel gibt es über 200 Stellen, wo der Wein eine Rolle spielt. Die Passage, als Jesus Wasser zu Wein machte, interessiere die Winzer immer noch am meisten, führte die studierte Theologin und vor 20 Jahren gewählte Deutsche Weinkönigin, Julia Klöckner, in die abendfüllende Materie ein. Seine Herstellung zu biblischer Zeit würde heute keine amtliche Prüfnummer erhalten. Aber oft stehe Wein wie etwa beim Abendmahl sinnbildlich als Mittel zum Zweck für etwas Größeres. Die Politikerin nannte Noah als ersten Winzer, zitierte aus dem Buch der Sprichwörter oder Bibelstellen, wo um Schwangerschaft und ums zügeln geht, wo der Wein im Überschwang genossen berauscht, die Sinne betört, und Pflichten vergessen werden. Trotzdem: „Da wo man von Weinbergen umgeben ist, da ist das gelobte Land“, so ihr Fazit. Julia Klöckner vergaß Hildegard von Bingen nicht und dankte am Weltfrauentag allen aktiven Frauen und den adretten Mädels im Gemeindesaal, die einschenkten, quasi die edlen Tropfen kredenzten.

Mit 350 Sorten vom Pumpernickel bis zum Toastbrot gebe es weltweit keine größere Auswahl als in Deutschland: Einfühlsam erläuterte Heide Dhonau die urchristliche Symbolhaftigkeit „Unser täglich Brot…“ in der Bibel – Manna und Matzen mit koscheren Zutaten beim Jüdischen Pessachfest, die an den Auszug aus Ägypten erinnern. Oft ist Brot gleichzeitig Besteck, kein Abendmahl oder Erntedankfest ohne Brot oder einen Strauß Ähren für eine gute Ernte. „Brich dem hungrigen dein Brot“- diese Geste soll daran erinnern, dass Jesus unter uns ist.

Wolfhart Dhonau moderierte, für den musikalisch-abwechslungsreichen und erfrischenden Part mit teils vierhändig gespielten Klavierstücken, sorgten Carolin Müller und Johanna Schumacher, Hansjörg Biegel erfreute mit der Querflöte, Franziska Schumacher mit der Geige.

Das Schlusswort blieb Pfarrer Hansjörg Biegel vorbehalten: Der Organisatorin des Abends, Heide Dhonau, dem Förderverein, allen Gönnern und Spendern, Geldinstituten, der Bürkle-Stiftung, Institutionen und Vereinen dankte er von ganzem Herzen: Nach zehn Jahren stehe die Sanierung der Martinskirche kurz vor der Vollendung- man habe ohne Kreditaufnahme in zehn Jahren über 300.000 Euro verbaut. Auch wenn die Meddersheimer „eher die Kirchenbänke vor Abnutzung schonten“, sei ihnen ihre Martinskirche sehr wichtig: „Diese Art und Umfang der Unterstützung habe ich nicht für möglich gehalten - diese Gemeinschaft im Dorf ist wunderbar. Teils standen 100 Helfer in den Startlöchern“. Noch ist die Orgel ausgebaut, aber froh und stolz sehe man in Kürz der feierliche Einweihung entgegen.


Pfarrer Biegel mit Querflöte

Carolin Müller /Franziska Schumacher

Stimmungsvolles Ambiente

Zufriedene Spender & Organisatoren

Eine klasse Benefizveranstaltung