"Kirner Kyrburg-Schmisser" in aller Munde - Wein-Bier-und Whisky-Burg

Kategorie: Wirtschaft, Essen & Trinken, Firmenportrait, Lokale News an Nahe und Glan, Kirn

 

Fotos unten- Kirn. „Kirner Schmisser“ ist auf der Kirner Kyrburg in aller Munde. Über 120 Mitglieder vom Weinorden an der Nahe feierten und ließen sich von den Plänen ihres Gastgebers Dirk Möller faszinieren, der gegenüber dem Kirner Friedhof auf der Südseite des Kyrburghanges wieder Regen anpflanzen will und die ersten Mitstreiter fand.

Geballte Fachkompetenz die sich entlang der Nahe um den Wein verdient gemacht haben, war zugegen. Neben Kirner Bier soll auf der bekanntesten und beliebtesten Whiskyburg Deutschlands auch ein exklusiver Wein ausgeschenkt werden „und wenn es nur ein halber Hektar ist- jedenfalls soll die alte Tradition aufleben und an den Hängen Reben gesetzt werden“, war Dirk Möller schon euphorisch. Möller besitzt selbst sieben Rebstöcke auf Sylt.

Zwei Mal tagte der Weinorden auf Schloss Dhaun, zwei Mal auf Schloss Wartenstein und jetzt zum zweiten Male auf der Kyrburg. Ein gutes Omen, schließlich habe die Kyrburg und das prächtige Ambiente Glanz

Am guten Essen und am guten Wein dürfte es („Zum wiederholen bedingt- das nächste Jahr wieder“, wurde gefordert. In Vertetung für den Bürgermeister begrüßte Peter Wilhelm Dröscher die elitären Gäste und hatten auch einen alten Kirner Stich dabei, wo Kirn Weinanbaugebiet war. Nicht nur Kirn, auch in Heimweiler, Bärenbach, im Kellenbachtal und rund um die Schmidtburg, um Burgen und Schlösser wurde der Rebensaft angebaut und wuchs Wein. Wein war seinerzeit Medizin, wohl dem fröhlichen Zecher, der drei Liter verordnet bekam. Ob speziell der „Kirner Schmisser“ minderer Qualität und sauer war, wie sein Name vermuten lässt, daran scheiden sich bis heute die Geister. „Wenn man in älteren Büchern über den Weinbau an der Nahe nachliest, wird man lesen, dass Kirn eine bedeutende Weinstadt war. Da wurde von Bier noch nicht gesprochen“, erinnerte Ordensmeister Uwe Closhen, der als Tageslosung „Miteinander, Füreinander Zueinander“. Der berühmte „Kirner Schmisser“ wurde vermutlich aus Lesegut von der Kyrburg und vom Niederberg gekeltert. Chronisten haben herausgefunden, dass bis um 1900 in den Gastwirtschaften der Stadt Kirn fast ausschließlich Wein ausgeschenkt wurde. Um 1800 wurde der Weinbau in Kirn kurzzeitig aufgegeben, 1824 aber wieder eingeführt. „Ein großer Teil der Bewohner beschäftigt sich mit den Weinbergen. (...) Man hat hierzu Lagen gewählt, die den besten Erfolg versprechen und scheut weder Mühe noch Kosten“, heißt es in Rapport des damaligen Bürgermeisters Cadenbach.

Das hat sich damals ausgezahlt: Der Ruf des Kirner Weins drang einst bis ins ferne London, wo James Sheen 1864 das Buch „Wine and Other Fermented Liquors“, übersetzt: Wein und andere vergorene alkoholische Getränke, herausgab. Dort heißt es: „In Kirn wird ein sehr exzellenter roter Wein aus Burgundertrauben gezogen, die 1780 von Fürst Dominik gepflanzt wurden“ ist dort zu lesen. .

„In vino vigor“- im Wein ist Leben, Frische, Kraft, Feuer; - diesen Ordensspruch hat der Weinorden an der Nahe für sich ausgewählt. Er wurde 1969 gegründet, feierte vor vier Jahren in Bad Kreuznach seinen 40. Geburtstag und zählt um die 250 Mitglieder. Trotz des Besuches vieler in- und ausländischer Weinbaugebiete und der Kontaktpflege zu Weinbruderschaften in anderen Weinbaugebieten und den dabei dort probierten Weinen, steht für die Mitglieder des Weinordens an der Nahe der Genuss der Naheweine eindeutig im Vordergrund. „Was früher zweite Lage war, ist heute aufgrund klimatischer Veränderungen erste Lage“, ermutigte der Langenlonsheimer „geborene Winzer“ Wilhelm Schweinhardt den Gastgeber Dirk Möller und machte Mut. Gebietstypische Rebsorten, insbesondere Rieslingweine von der Nahe seien weltweit Spitze und bei Prämierungen immer ganz vorne mit dabei. Und auch die Genehmigung in der Steillage dürfte eher ein protokollarischer und formeller Akt sein, zumal Kirn von alters her noch Rechte zum Weinanbau besitzen muss, vermutete der Langenlonsheimer Experte.

Alleinverantwortlich richteten Herbert und Ingrid Wirzius diese Veranstaltung auf der Kyrburg aus, die allseits nur Lob und Zustimmung fand. Die Weingüter Emrich Montigny, Herbert Schmitt und Gerold Forster schenken Rebensaft aus. Ein Bauchredner hatte sich angesagt. Das Trio Bellisima mit Gaby Presser (Monzingen) und Ramona Kauffmann aus Staudernheim, beide Sopranistinnen und die Monzinger Altsängerin Melanie Besant erfreuten mit tollen Liedern. Einmal mehr konnten die Gäste auch optisch sehen, wie Lachs als lukullische Köstlichkeit über dem offenen Feuer garte und appetitlich von Horst Kroll und Team angerichtet wurde.

Zum Gemeinschaftsbild unten: Kyrburg- Eigentümer Dirk Möller (von Links) zeigt Gästen und Experten vom Weinorden an der Nahe, wo im Südhang unterhalb der Kyrburg Reben gepflanzt werden sollen. Ordensmeister Uwe Closhen, Ehrenrat und Winzermeister Herbert Schmidt aus Obermoschel, Ordensrätin Margit Klein- Forster (Rümmelsheim), Wilhelm Schweinhardt (Langenlonsheim), Winzermeister Ernst Schmitt aus Guldental und Herbert Wirzius interessiert und freut es.


Obacht- es geht tief `runter...

Horst Kroll bereitet Köstliches zu

Lachs an Salat

Der "Weinorden an der Nahe" tagte

...und im Restaurant wars schottisch