Eiflerhof in Limbach ist als "Aktivstall" landesweit Topp - Bilanz nach 5 Jahren

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FOTOS Unten- Limbach. Paradiesische Ruhe und ein traumhaft-imposantes Postkartenidyll mit 29 Pferden strahlt das mittlerweile fünf Hektar große Areal entlang der K 71, Richtung Dieler Wald und Hundsbach, aus. Hier am Rotherech hat Heike Mohr, geborene Eifler, vor fünf Jahren richtig Geld in die Hand genommen und für über 400.000 Euro den elterlichen Hof mit Ackerbau und Viehzucht total umgekrempelt und landesweit auf dem „Eiflerhof“ den ersten HIT- Aktivstall für maximal 30 Pferde gebaut. „Alles richtig gemacht“, lautet ihr Fazit nach fünf Jahren – die Philosophie „Leben in der Herde“ für Pferd und Mensch im harmonischen  Einklang mit der Natur sei perfekt gelungen und zum Lebensinhalt geworden.

„Wir haben daheim für unser Appaloosa- und Quarter Horse Pferd zwei leere Boxen am Haus stehen“, sagt Silke Schader aus Neu-Bamberg, und ein größeres Kompliment kann es gar nicht geben. Das aktive Bewegungsstallkonzept steht für ausgeglichene, gesunde und leistungsbereite Pferde in der Herde bei natürlicher und artgerechter Haltung. Nicole Ullrich kam vor vier Jahren mit ihrem damals 14-jährigen Wallach, Diagnose: Arthrose im Hals nicht mehr reitbar. Heute reitet die ebenfalls aus Neu-Bamberg kommende wieder ihren in der Hierarchie ganz oben stehenden 18 Jahre alten „Fillini“. Heustaub Allergie ade- nennt Susanne Hüster aus Idar-Oberstein einen Grund, „außerdem weiß ich mein Pferd in einem Vier-Sterne-Hotel“. Seit sechs Jahren steht die Stute „Emotion“ von Chiara Theobald aus Bärweiler auf dem Eiflerhof: Das Zweibrücker Vollblutpferd sei „cool und total ausgeglichen“.

Es gebe nichts Besseres, sagt Daniel Burger, der bei der Kirner Stadtverwaltung arbeitet und hier seinen Haflinger eingestellt hat. Das Einzugsgebiet reicht von Luxemburg bis nach Gau-Algesheim, prächtig-stolze Vierbeiner, Freizeit- und Turnierpferde, vom Pony über Zweibrücker, Trakehner oder Haflinger leben in der Herde. Eine absolute Seltenheit dürfte dabei der Reitunterricht auf Privatpferden sein, den die selbstständige Reitlehrerin Charlotte Milkau (geb. Faber aus Merxheim) trotz langer Warteliste für Groß und Klein koordiniert, und auch den Beritt, das Zureiten, anbietet. Die Stallgemeinschaft mit Tierärzten, Heilpraktiker, Osteopathen oder Physiotherapeuten funktioniert reibungslos, aus Kirn Sulzbach schaut Hufexpertin Cornelia Wos nach dem Rechten. Ohne Hufschutz, Barfuss, bewegen sich alle Pferde nicht allein wegen der Verletzungsgefahr, sondern aus natürlichen Gründen auf dem vorbildlichen Hof und den weitläufigen Pferdekoppeln. Es gibt Weihnachts-, Grill- und Barbecuefest, einmal kommt die Pferdewaage, zwei Mal im Jahr kommt der Neuseeländische Trainer Ian Benson. Seine Arbeit beginnt dort, „wo die Zügel aufhören“; - Heike Mohr war zwei Monate bei ihm, sammelte Rüstzeug in Neuseeland.

Vor gut 50 Jahren siedelten Eiflers als klassischer Bauernhof mit Ackerbau und Viehzucht an den Limbacher Ortsrand Rotherech. Heike lernte das Reiten in Kirn auf der Nägelspitz und „Am Alten Fahr“ in Bad Sobernheim. Alle Mädchen lieben Pferde- und so kam zu Hause in Limbach um die Jahrtausendwende zur Pferdepensionshaltung ein „Round Pen“ hinzu. Oma Else stand Jahrzehnte den örtlichen Landfrauen vor, richtete mit der Gemeinde große Erntedankfestumzüge aus. Enkelkind Heike lernte bei Bito Industriekauffrau und war bundesweit für eine Firma aus der Elektronikbranche unterwegs. Nach dem allzu frühen Tod ihrer Mutter vor sieben Jahren und der Aufgabe der elterlichen Milchkuh- und Rinderhaltung kam sie heim nach Limbach.

Vor wenigen Monaten heiratete Heike Eifler den Meddersheimer Agrar-Ingenieur Frank Mohr, Töchterchen Maya (6 Monate) ist der ganze Stolz. Die junge Mutter und sympathische Powerfrau ist derweil voll im Lehrgangsstress, absolviert in Kaiserslautern und Alzey und beim Tiermediziner Dr. Kai Kreling in Waldalgesheim über die rheinland-pfälzische Landwirtschaftskammer ihre Ausbildung zum Pferde-Wirtschaftsmeister mit Schwerpunkt Zucht und Pferdehaltung. Bernd  Hey.

IM FOKUS: „HIT Aktivstall“ im Eiflerhof GbR in Limbach: Über Transponder um den Hals oder eingepflanzten Mikrochip können sich die Pferde in einem ausgeklügelten „Hightech-System“ computergesteuert an sechs modernen Heu-Dosierern (Futterplätzen), Kraftfutterspender oder Tränken jede Stunde selbst  „pferdemagengerecht bedienen“ und ihre Ration abholen. Letztere Wasserstelle liegt entgegengesetzt – was für ständige Bewegung und keine Koliken sorgt. Zwei Fressplätze, wo „Nimmersatte oder Schwerfuttrige“ Tiere Mehrbedarf aufnehmen können, gibt es. Pferde sind Lauf- und Herdentiere, die sich täglich 20 Stunden bewegen und 16 Stunden fressen“, erklären Eiflers, Futter, Getreide und Heu werden auf dem Hof angebaut. Insgesamt ist das Areal 50.000 Quadratmeter groß, über stabile Wabengitter ist matschfreier und ganzjähriger Auslauf über die Koppeln jederzeit gewährleistet. Weiter wurde eine neue, 20 mal 40 Meter große offene Reithalle integriert. Hinzu zählen ein 250 Quadratmeter großer Selektionsraum, Stallungen, Ruhe-, Putz- und Deckenraum, WC und Reiterstübchen.


Heike Mohr, Maya, Werner Eifler und Frauke Wingender aus Meddersheim

Vor 5 Jahren: Baubeginn

Der Eiflerhof in Limbach

Matten wurden eingebaut- Pferde lauufen barfuß

Ein paradiesisches Bild im Einklang mit der Natur