Bad Sobernheim St. Matthäus: Top Jubiläums-Chorkonzert: Mozart+Haydn

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Fotos unten - Textende: Bad Sobernheim. „Wow, das war eine Wucht!“ noch Stunden nach dem Konzert waren die Zuhörer restlos begeistert: Werke von Haydn und Mozart waren Inhalt eines außergewöhnlichen und gefeierten Jubiläumskonzertes von Kantor Markus Maximilian Jungert und dem August-Wildberger-Chor in der mit über 250 Zuhörern fast voll besetzten katholischen Kirche St. Matthäus.

Für die Mitwirkenden gab es stehende Ovationen und tosenden Applaus: „Sie alle haben uns eine ganz große Freude bereitet“, dankte Dechant Günter Hardt namentlich den 24 Instrumentalisten des Barockorchesters Mannheim, der sympathischen Saarbrücker Organistin Eri Takeguci sowie den herausragenden Solisten Sonja Grevenbrock aus Münster (Sopran), Larissa Botos (Alt, Frankfurt), Tenor Jonas Boy aus Wiesbaden und Florian Küppers (Bass, Mainz), sowie der Capella Nicolai aus Bad Kreuznach und Umgebung und dem August-Wildberger Chor, der seit Gründung vor zehn Jahren unter Leitung von Kantor Markus Maximilian Jungert steht.

„Am Ende dieses phantastischen Konzertes kann nur der Dank an großzügige Sponsoren stehen – denn Kunst hat seinen Preis!“ fand Dechant Günter Hardt die rechten Worte des Dankes und sprach den Zuhörern aus dem Herzen.

Es gab und gebe immer wieder großartige Ereignisse bis hin zum feierlichen Einzug in die sanierte Kirche St. Mattäus, da komme in zehn Jahren so einiges an Motetten, Chorsätzen und lateinischen Messen zusammen, zählte Hardt auf – „jedenfalls haben sie die Chorlandschaft in unserem kleinen Städtchen sehr bereichert und auf der Ebene des Dekanats Bad Kreuznach wüsste ich keinen katholischen Chor, der ihnen das Wasser reichen könnte“, lobte er in höchsten Tönen den felkestädtischen August-Wiltberger-Chor mit Solisten aus zehn Gemeinden. Niemals zuvor sei in St. Matthäus auf einem solch hohen Niveau musiziert worden – mit viel Sachverstand, Leidenschaft und Herzblut, „zuweilen auch mit chaotischen Zügen“, so Hardt, habe es Jungert mit großer Freude punktgenau verstanden, Chören eine grandiose Leistung abzuverlangen. Für dieses gelebte Engagement in unzähligen Proben und die Bereitschaft, sich stets auf Neues einzulassen, würdigte der Dechant Kantor und Chor und sprach von einem „richtig guten Jahrzehnt: Wenn es sie nicht gäbe, würde vieles fehlen. Ich bin richtig stolz – von Herzen Dank und Gottes Segen“, rühmte Hardt.

Die Akustik war fabelhaft, voluminös und kraftvoll-stimmliche Koloraturen einer jubilierenden Sopranistin Sonja Grevenbrock kamen bei diesem stimmungsvoll-brillanten Konzert voll zur Geltung - alle Solisten und Akteure wuchsen über sich hinaus: Einer Koryphäe gleich verstand es Markus Maximilian Jungert jederzeit trotz höchster Konzentration und Anspannung, Chor und Orchester hingebungsvoll mit Inbrunst und Leidenschaft und je nach Bedarf der Partituren mit großen, ausladenden Gesten und prachtvoller Heiterkeit, Mimik und Gestik, so zu leiten, dass sich des Öfteren die Streicher humorvoll schmunzelnd einander zuwandten und begeistert waren.

Die Motette „Insanae et vanae curae“ (Des Staubes eitle Sorgen) von Joseph Haydn (1732-1809) mit eindringlicher, fast bedrängender Musik, konträr dazu sein andächtiges und zartes „Largo“ und das Orgelkonzert in C „Allegro moderato“ wurden aufgeführt. Darin eingebettet war die aus sechs Sätzen bestehende Litanei Es-Dur KV 243 („Litaniae de venerabili altaris Sacramento“) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) in neun unterschiedlich charakterisierte Abschnitte. Litanei-typisch wird sein von Zeitzeugen hoch geschätztes Werk von gefühlten hundert „Miserere nobis - erbarme dich unser“-Rufen durchzogen und bei aller tief empfundenen Religiosität schafft Mozart es meisterlich, auch das letzte „Miserere“ quasi mit einem musikalischen Augenzwinkern zu komponieren. Und genauso ausdrucksstark und nuanciert hat Markus Maximilian Chor und Orchester geleitet. Eigentlich war das 1776 entstandene Werk eine Sakramentslitanei für Fronleichnam.

Das „Te Deum“ von Joseph Haydn für die Kaiserin Marie Therese mit epochalem Schlussakkord dank prachtvoller Instrumentalisierung mit zusätzlichen Trompeten und Pauken und reicher musikalischer Textauslegung machten dieses Werk zu einem Höhepunkt in Haydns Schaffen und waren Highlight des Jubiläumskonzertes in St. Matthäus. Die von den Solisten begonnene und dem Chor vollendete große Fuge „In te Domine speravi“ stand des Meisters berühmten Oratorium „Die Schöpfung“ in nichts nach und hielt die Zuhörer nicht mehr auf den Kirchenbänken.


Brillantes Konzert

Tolles Ambiente