Meister Maddin verzapfte viel Nonsens in Meddersheim - Seine Oma war okay

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FOTOS unten: Meddersheim. Im Fernsehen macht sich der Burgholzhausener Martin „Maddin“ Schneider mit seinen ausschweifenden südhessischen Schenkelklopfertiraden rar.

Mit 170 verkauften Karten bei seinem Gastspiel im Gemeindesaal ist „mach-4“ Veranstalter Jens Marquardt zufrieden, schließlich ist Ferienzeit und dann keine kabarettistische Hochsaison. Aber „Maddin“ hat auch am Sonntagabend seine Fans, viele kennen ihn noch aus dem Kaisersaal, und auch im Weindorf lachen seine Fans laut, spontan und aus tiefstem Herzen heraus, lassen ihn mit seinen verqueren Gedankengängen und urkomischen Kalauern nicht in der Luft verhungern.

Das Bühnenbild mit schwarzem Vorhang ist spartanisch, der Fokus ganz auf den Künstler im zerknitterten weißen Baumwollhemd, ockerfarbener Hose und roten Schuhen gerichtet. Was für ein Bildnis von einem Mann! – im überdimensionierten Mund nichts als Zähne im Gesicht. „Mit dem Astralkörper wollte der liebe Gott einmal so richtig angeben“, meint der Künstler in voller Inbrunst der Überzeugung. Hier in „Meererschumm“ ist er Mensch, hier darf er`s sein und zeigen, wo der Barthel den Most holt, „wo der Hammer hängt, was ein Schwingschleifer oder ein Schlupfkondensator ist“…

Im ersten Teil sorgen esoterische Lektionen, Babbel-Yoga, das Gesichtsmuskeltraining oder einfach nur Dummgebabbel über Riwwelekuche und hessische Inder für Furore, im zweiten Teil dominiert munter und heiter-frivol das „Wurzelschakra“ ganz hinten, wo die Lendenwirbel aufhören, und wo die Lehre vom Kamasutra Volkes Seele zutiefst berührt. Rhetorisch und emotional läuft er am Schluss zur Höchstform auf, wenn die Affen los sind und er mit den Männern einen verliebt-röhrenden Hirsch einstudiert – man sollte schon kerngesund und auf Zack sein, die Pointen nicht zu verpassen.

Daniel und Nicole in der ersten Reihe wissen seit Sonntagabend, dass Hessen und Indien vor dem globalen Kontinentalabdriften eins waren, und sie werden mit Sicherheit das Allheilmittel gegen Stress und Burn-out, ganz weichen „Baaadeschaum“, zu schätzen wissen.

Mit Wortspielen sprüht „Maddin“: Etwa wenn Kaiser Franz sein Denken auf Leerlauf stellt, wenn er messerscharf konstatiert, „die Holländer sind keine Schweden“.

Omas Schlauheiten sind omnipräsent, fesselten die Meddersheimer- schließlich steckt das indische Beruhigungsritual „omm“ in Oma und: Die Seele einer Frau und Lewwerworscht- bleibt ein Leben lang unerforscht. „Muss der eine schlaue Oma gehabt haben“, denkt Oma Elisabeth Weber laut nach, die mit ihren Töchtern Dominique und Mareike und ihren Schwiegersöhnen schon ganz früh in der zweiten Reihe Platz nahm.  Enttäuscht waren sie nicht- sie wussten vorher, was für ein Humbug und Blödsinn da auf sie hernieder prasselte.

>>Schon gibt’s Karten im Vorverkauf für Begge Peter. Am 26. Oktober soll der Gemeindesaal beim neuen Programm „Mo gugge!“ proppenvolle werden- der Vorverkauf läuft bestens.


De Maddin in Meererschumm

Einfach & humorvoll

Er hatte seine Fans

Ein Bild von einem Mann