Begge Peder in Meddersheim - Nonsens hoch 10 im Quadrat - Witz an Witz

Kategorie: Bad Sobernheim, Meddersheim, Kunst und Kultur, Personenportrait, Highlights, Lokale News an Nahe und Glan

 

Fotos unten: - Meddersheim. Noch lange stehen die Besucher von Begge Peder nach seinem Gastspiel mit dem neusten Programm „Mo gugge!“ vor der Gemeindehalle und lassen die „geballte Intensität“ erst einmal sacken. 300 kamen – der hässlichste aller hessischen Hausmeister hat seine Fangemeinde und lief im Weindorf unter tosendem Applaus zur Höchstform auf. Elf Auftritte in vier Wochen sprechen für sich. Ungern lässt sich der Begge Peder mit irgendjemanden vergleichen und will auch kein Intellektueller oder Revoluzzer sein - eher ein Till Eulenspiegel der dem oft gelackmeierten Nachbarn den Spiegel vorhält: „Ich will euer Lachen - Lachen ist gesund. Wenn man eine Minute am Tag lacht, wird man eine Stunde älter. Ihr werdet also 90 Stunden älter“, schlussfolgert er. Ja, und auch über eine Spende würde er sich als Stiftungsvorstand krebskranker Kinder freuen: In zehn Jahren kamen über 140.000 Euro zusammen, 2013 waren es 24.300 Euro, und auch in Meddersheim haben die Zuhörer ein großes Herz und öffnen das Portemonnaie.

Der Künstler hegt keine Starallüren, er tritt gestählt als Urgestein aus der Fastnachtsbütt gelassen, selbstsicher und souverän auf. Die Zuschauer erleben seine Verwandlung zur Kunstfigur im Hausmeisterkittel mit Rasierpinsel-Hut, Hornbrille und schiefen Zähnen auf der Bühne live mit. „Es iss schon neun Uhr. Jetzt müsst ich eigentlich schon Paus` hon“ – realisiert er an dem Tag, wo die Uhr eine Stunde vorgestellt wurde. Recht hat er, nur so offen und direkt sagen darf „man“ es nicht. Andererseits mag das Publikum diesen hessischen Motzkopf mit furchteinflößender desolater Kauleiste. Vorbei scheinen auch jene Zeiten in der Familie, wo er sich an der Ampel mit dem Gebiss einen Jux leistete und der Papa „nur voll peinlich war“.

Nach dem „Bäst of“ bläst Begge Peder mit pointenreichen Witzen und spätzündenden Krachern beim Programm „Mo gugge!“ zu einem Frontalangriff auf die Lachmuskeln. Nicht alles ist neu. Etwa seine Bundeswehr- Führerscheinausbildung wo es ihm die Beißerchen an der Gewehrhalterung ausschlug, und das Kind im Manne in seinem stählernen Hanomag mit Zwischengas und Zwischenkupplung wecken. Aber raffiniert verfeinert hat er die Storys. Und der Freund des „Bojemaasters“ ist er immer noch - er kann auch nicht entlassen werden, weil er „zu viel über die Machenschaften und das Geklüngel waaß“… Ständig nörgelt und lästert er an ebensolchen fiktiven Typen wie dem Lidl-Joe, „de Stinkbude-Schorsch“, dem Wertstoff-Günter, Flatly, oder an der dicken Marlies rum. Die Bühne ist spartanisch eingerichtet mit sieben Flaschen Wein zur Weinprobe für die nächste Fastnachtskampagne. Bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung wurde man nicht fertig. Da standen 5 Punkte auf dem Plan: Weinprobe, Allgemeines, Sonstiges, Verschiedenes und zur Aussprache kam das Gremium dann nicht mehr.

Die besten Geschichten schreibt das Leben - der Untergang der Geschäftswelt wiegt schwer zwischen Anglizismen und den medialen Trends. Wenn man früher Kaffee wollte ging man zu Tchibo - heute haben die „solche Ferz wie den singenden Tortenheber“, den er präsentiert, und das ist wirklich zuviel für einen konservativen Begge Peder mit spießiger Kleinbürgerlichkeit. Starbucks, Subway, Döner, Inder, Concordia Matratzen oder Dänisches Bettenlager, wer soll sich in all den Absurditäten zurechtfinden? Höchstens die Jugend mit Handy „Esemse, Äppse und LSD-Bildschirm“.

Peter Beck bekennt respektvoll, bei den Schwiegereltern genau hingeschaut zu haben. Wenn er dann akademische Intelligenz mit gesundem Menschenverstand an der Schule von früher und heut` paart, sind Konflikte vorprogrammiert und die Zuhörer halten sich den Bauch vor Lachen - ein Kalauer jagt den Nächsten - kerngesund muss der Zuhörer bei soviel Nonsens schon sein! „Begge Peder war sein Geld inklusive Spende wert – jederzeit wieder“, sagten wie Erich Franzmann aus Monzingen viele, auch wenn er ihn zum achten Male live und in Farbe erlebte.


Mo gugge- wer do guckt!?!

Begge Peder ist gern...

...Hausmaaster worn!

...Alleinunterhalter...