4.Monzinger Weinhopping mit Rekordkulisse - Epizentrum bei Laura Weber

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Zunge rausMonzingen. Dank Wetterglück spielte in den vier teilnehmenden Winzerhöfen beim vierten Monzinger Weinhopping am Samstag, 15. Mai 2019 die Musik und steppte der Bär bis in die Puppen. Damit scheint der Relaunch zu legendären Weinblütenfeste mehr als gelungen.

Traditionell beginnt um 12 Uhr ab Festhalle das Wein-Hopping mit einer Genusswanderung – am Samstag konnten drei große Gruppen gebildet werden. Die ersten beiden Male führte die Auftakt-Wanderung durch die fast 100 Hektar große Weinbergslage „Monzinger Frühlingsplätzen“, zum zweiten Male war am Samstag die teils 60-prozentige Steillage Halenberg für derlei Weinwanderwerbung geradezu prädestiniert – die Exkursionsteilnehmer erfuhren von den zertifizierten Kultur- und Weinbotschafter Kai Wiechert, Renate Scheffold und Sommelière Linda Anspach wissenswertes über Land und Leute und die besondere Lage des nach Süden ausgerichteten Halenbergs. Nußbaums Dorfoberhaupt Kai Wiechert führte die erste Gruppe vorneweg, Renate Scheffold von der KTI machte erste Station in der Hauptstraße nahe des landwirtschaftlichen Milch-Mischbetriebes Ackva und warb auch für die feinen Liköre aus dem Hause Dickenschied nebenan. Monzingen sei ein „wunderschön-gelegener Weinwohnort mit Grundversorgung direkt an der B 41“, sie informierte über das Industriegebiet und den gepflegten Campingplatz.

Beim elf Hektar großen Halenberg handelt es sich um eine vom Verband der Prädikatsweingüter (VDP) klassifizierten und exquisiten Riesling-Lage. Der Boden setzt sich aus blauem Schiefer, Quarzit und Kiesel-Konglomerat zusammen. Das Terroir enthält kaum lehmige Anteile und ist deshalb kleinklimatisch „steinreich“ und sehr leicht erwärmbar. Die mineralisch-trockenen wie die edelsüßen Weine dieser Lage seien von Trauben mit feinen Fruchtnoten geprägt; - der Boden könne Niederschlag kaum speichern, was von Natur aus kleinbeerige-goldgelbe und besonders aromareiche Trauben hervorbringe. Die steilsten Lagen sind nur mit Raupe und Seilzug zu bewirtschaften – „dieser besondere Qualitätswein ist nicht für fünf Euro zu produzieren, Qualität hat viel mit quälen zu tun“, erklärte Linda Anspach den interessierten Weinfreunden. Hinter der Hauptstraße zur Lay Richtung Nußbaum erläuterte sie am neu angelegten Wingert parallel zur B 41, wo neben dem Hildegardweg mehrere Wanderwege entlang führen, die Funktionsweise von Pheromonfallen oder wie aufwändig im Vorfeld diese neue Bestockung war und plauderte über Flora und Fauna im Jahreszyklus aus dem Nähkästchen: „Am 15. Mai muss es über der Eifel grün scheinen“, zitierte die 42-jährige Weinsommeliere ihre Mutter, denn Linda Anspach kam vor 13 Jahren der Liebe wegen von der Mosel nach Monzingen. 2018 sei man von der Natur in Sachen Qualität, Quantität und Traubengesundheit“ restlos verwöhnt worden und da sei die Philosophie eines jeden Winzers im Glas zu erkennen gewesen, waren sich die Weinbotschafter mit den vier Ständen der Familien Alt, Schauß, Schramm und Weber im Wingert einig. Jeder Winzerbetrieb bot zu einer handfesten Unterlage mit Käse-, Wurst- und Wild-Variationen auch Vegetarisches sowie jeweils zwei exquisite Weine an.

Was zwingend besser werden muss ist beim Weinhopping durch die Wingerte ist eine ausreichende Versorgung mit Toilettenanlagen – das war Tenor aller Beteiligten, auch der Betriebssportgruppe FC Elektrik der OIE aus Idar-Oberstein. „Ein gravierendes Problem“, konstatierte Jürgen Pfeiffer von der Truppe – zumal die Festhallenrestauration ebenfalls noch geschlossen hatte.

Am Nachmittag war zur Themen-Weinpräsentation mit 40 Weinen eingeladen und ab 18 Uhr begann die „Wein-Party“ mit Duos, Bands und DJ´s in den vier Weingütern. Absolutes „Epi-Zentrum“ war im Hof der Naheweinkönigin 2014/2015 Laura Weber, der proppenvoll mit fröhlich-feiernden Menschen war. Zum vierten Male spielte die Liveband „Schall & Rauch“. Viele wie etwa Franziska aus Jeckenbach oder Thomas aus Hundsbach feierten ihren Junggesellenabschied.

Zu den Fotos: Franziska, Sina, Rene`e und Ronja stießen mit Weinsommeliere Linda Anspach (mitte) „Auf der Lay“ mit einem trockenen Grauburgunder aus der Lage „Frühlingsplätzchen“ an. Weiter: Im Wingert Halenberg erklärte Linda Anspach die Steillage. Bei der Anmeldung + abends in Webers Hof war es proppenvoll und gemütlich, quasi Epizentrum.