Großbrand bei Polymer-Chemie - Grandiose Leistung aller Wehren - Nachlese

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Bad Sobernheim. Die Rauchsäule am Fronleichnamsfeiertag morgens um 8 Uhr war bis nach Bad Kreuznach zu sehen und wies den Einsatzfahrzeugen aus dem ganzen Landkreis bis Stromberg, Rüdesheim, Bockenau, Meisenheim, Idar-Oberstein und Kirn den Weg an die Westtangente, sogar schwere wasserführende Fahrzeuge bis hin zum Brand- und Katastrophenschutz aus dem Nationalpark Landkreis Birkenfeld, Messwagen, First-Responder, Notärzte und DRK Rettungskräfte - alles war da. Die Rede war im Nachhinein von bis zu 250 Feuerwehrmänner und –frauen, die anfuhren, glücklicherweise gab es keine Verletzten. Die Lauschieder Feuerwehr zapfte Ewalds-Weiher an – der Brand selbst, die lodernden Flammen konnten schnell mit mehreren Drehleitern und Wasser niedergeschlagen werden und dann wurde Löschschaum weiter verwendet.

Gemeldet wurde der Brand B 3 (VG Bad Sobernheim) um 8.13 Uhr von der Bad Sobernheimer Feuerwehr, die sofort nachalarmierte. „Die eine Halle ist verloren –unbedingt eine Ausbreitung vermeiden“, gab der VG-Wehrleiter Lothar Treßel schon kurze Zeit später die Marschrichtung vor. Vermutlich hatte sich in der 30 mal 55 Meter großen Lagerhalle nachts ein Schwelbrand ausgebreitet, der sich dann mit aller Wucht entlud, anders ist der Rauchpilz und verbrannte Fetzen über Brücke und Bahngleise bis zum Bahnhof in östlicher Richtung nicht zu erklären.

Die Brücke der L 232 über die Bahngleise war von der Polizei gesperrt. „Muss das jetzt heute sein?“, fragte VG-Bürgermeister Rolf Kehl, der auf eigene Gefahr die Brücke passierte. Der Brandschutzsachverständige und Kameramann von „kreuznach 112“, Thorsten Gerhardt wusste, diese Gefahr wegen den chemischen Verbindungen und freisetzenden ätzenden Salzsäure nicht zu unterschätzen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, außerdem herrschte um den Brandherd herum die Hitze eines flammenden Infernos, was sogar das Gras der Böschung entzündete. Die Löschtrupps unter schwerem Atemschutz waren nicht zu beneiden und leisteten ganze Arbeit. Die Erstangriffstrupps hatten aufgrund zahlreicher Übungen auf dem Gelände Ortskenntnisse, die sich auszahlten. Der Bahnverkehr war nicht betroffen.

Katwarn meldete am Donnerstag eine Stunde nach der Alarmierung gegen 9.15 Uhr und ebenso einen Tag später, am frühen Freitagmorgen, 21. Juni 2019, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Messfahrzeuge gaben Entwarnung.

 

Auch 24 Stunden nach Ausbruch des Großbrandes rückten mehrerer Feuerwehreinheiten aus der VG Bad Sobernheim aus, die Löscharbeiten gingen am frühen Freitagmorgen ab 4.30 Uhr weiter. Brennendes Material und Glutnester in der total zerstörten Halle sorgten weiterhin für gefährliche Rauchentwicklungen. Baufahrzeuge der Firma Schneider aus Merxheim waren im Einsatz, damit die Glutnester gelöscht und Eisenträger abtransportiert werden konnten. Der beißende Rauch zog in östliche Richtung.


Am Tag danach: Aufräumarbeiten

Vorher

Nachher

Übung im April 2011

Brand am 20.6.2019

Lauschieder Einheit