Merxheim - Top-Kunstausstellung: "Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen", so Karl Valentin. Phönix & Eichengel in Merxheim!

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ÜberraschtFotos unten ANKLICKEN! Merxheim. Durch die ungezwungene und lockere Atmosphäre in einladendem Ambiente war der Merxheimer Kunstmarkt bei Ottmar Zimmermann in der Großstraße 12 mit Kunst vom Feinsten und qualitativ hochwertigen Exponaten eine Augenweide, die über 400 Kunstinteressierte anlockte.

Beim Betreten des Anwesens beeindruckten augenblicklich die Werke des Weitersborner Künstlerschmied Wolfgang Ax. Ob Sandalen, eine Axt, die vermutlich in einem Holzklotz streckt oder ein aus Eisen geschmiedeter BH; - die Kunstwerke, gleich welcher Art überraschten als wahre Hingucker. Dazu zählte ebenso am Tenneneingang eine 1,80 mal 1,20 Meter große Grafik, die das Antlitz einer in sich ruhenden und sehr alten Frau mit geschlossenen Augen zeigte und wo gelebte Jahre, Furchen und Falten das Auge des Betrachters fesselten und viele Besucher emotional berührten. Ein besonderes Werk des Bärweilerer kunstschaffenden Pädagogen Rinaldo Greco, der mit elf Werken vertreten war. Radierungen von Anton Friedt, Jahrgang 1943, von der Künstlergruppe Nahe Bad Kreuznach waren filigran bis ins kleinste Detail herausgearbeitet, die in Becherbach bei Kirn lebende Czaja Braatz stellte aus handgedrehten Seilen Werke aus, die wie eine Kaskade mit besonderem Charme wirkten. Sie rührte kräftig die Werbetrommel für eine Ausstellung in der katholischen Becherbacher Kirche Christi Himmelfahrt am 31. August.

In der Scheune konnte man im Glanz eines besonders stimmungsvollen Kronleuchters die Schriftbilder von Anna Kathrin Klages bewundern, die quasi wie Gastgeber Ottmar Zimmermann ihr Heimspiel sichtlich erfreut genoss. Besucher drängten sich, als der Hausherr seine Holzskulpturen oder das Werk „Fragil“ präsentierte. Auf einer drei Meter hohen, einen Meter breiten und fünf Zentimeter dicken Eichenbohle sind balancierend übereinander gestapelte Stühle zu sehen. Zimmermann stellt in beeindruckender Weise den Zusammenhang der Natur des Baumes und der Stühle her, der Betrachter muss mehrfach hinsehen. In seinen Schubladen liegen Unikate und Vorlagen über das um 1504 entstandene Wandbild „Phönix“ aus dem alten Rathaussitzungssaal oder der Eichengel, ein Sandsteinrelief im Rathaus-Gästeraum, wo der Engel mit einem Schwert über Merxheimer Maße und Gewichte wacht. Eine Etage höher unterm Dachjuchee waren der Phantasie bei den Bildern von Maler Veit Helmut Goris keine Grenzen gesetzt. Tonskulpturen von Anita Reichardt aus Idar-Oberstein faszinierten; - eine Gottesanbeterin war als dunkelbraunes, fast schwarzes, vermenschlichtes Insekt mit kubistischen Zügen dargestellt.

Bei alledem war auch an das leibliche Wohl der Besucher mit Waffeln, Kuchen, Kaffee und Eis oder Wild- und Grill-Spezialitäten gedacht. Letztere wurden von der Landmetzgerei Scholl aus Bockenau zubereitet. Weine, Sekt und Selters schenkte das Weingut Emmerich-Koebernik aus. Für die musikalische Umrahmung sorgten Lukas Benz von der Gänsmühle, Sänger und Gitarrist war Thomas Merritt (Saarlouis) und mit Aussteller Anton Friedt (Ingelheim) gesellte sich noch ein Jazzsaxophonist hinzu. Da blieben die Besucher länger, da war Soft-Jazz und Klassik-Rock vom Feinsten zu hören, genauso wie Evergreens, Gassenhauer von Frankieboy Sinatra oder Louis Armstrong sowie Moritaten wie die von Mackie Messer „Und der Haifisch, der hat Zähne…“ Der Merxheimer Kunstmarkt folgt einem Dreijahresrhythmus. Erste Feste sind im August 1996 dokumentiert, der Erlös wird der Ortsgemeinde gespendet.

Zu den Fotos: „Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen“, meinte schon Karl Valentin ehrfürchtig: Der Merxheimer Gastgeber Ottmar Zimmermann (von links), Wolfgang Ax, Czaja Braatz, Anton Friedt, Rinaldo Greco, Anita Reichardt, Veit Helmut Goris und Anna-Kathrin Klages standen in Merxheim Rede und Antwort und präsentierten eine geballte Ladung ihrer eigenen kunstvollen Werke aus einem breiten Repertoire.


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