NEUES in eigener Sache- Regionale Kunscht im Blick- Besinnliche Adventszeit

Kategorie: Meddersheim, Bad Sobernheim, VG Kirn-Land, Kreis KH, VG Meisenheim, Lokale News an Nahe und Glan, Kunst und Kultur, Personenportrait, Lifestyle, Bernd Hey: Meine Meinung

 

Fotos am Textende anklicken. In eigener Sache. ----Markt & Straßen sind verlassen, still erleuchtet jedes Haus…dichtete Eichendorff: Klimahysterie und Corona sind zweifellos Unworte des Jahres 2020 - in der Sprachreflexion und im Alltagstrott „eingedeutscht“. Dennoch, frei nach Dragoslav Stepanovic: „Lebbe geht weider“ – schließlich gibt´s Ende November am Black Friday die Deals des Jahres. Eine Momentaufnahme - und ein Plädoyer für das Regionale, die Kleinkunst, für die darstellenden Künstler und Autoren. Alles brotlose Kunst?

In Bad Sobernheim strickt die Disibodenberger DenkmalZ Braustätte von Bruno Schneider mit heißer Nadel gemeinsam mit der Rock&Rosen und Donnawetter-Powerfrau und Moderatorin Sabine Schossig Roevenich im Dezember 2020 an einem Format mit stadt-und landbekannten Leuten und positiv denkenden Leuchttürmen, die täglich in Facebook und Social-Media „OnAir“, auf Sendung, gehen. Und wer die beiden kennt, weiß, dass es sich um einen profilierten Spot mit einer Message handelt, um auf andere Gedanken zu kommen. Man darf gespannt sein.

In Coronazeiten ist vieles anders: Homeoffice, teils Homeschooling, Quarantäne, Durchlüften und AHA-Regeln, Kurzarbeit, Arbeitsplatzangst. Abstand halten um gesund zu bleiben und dennoch fest zusammenstehen. Eine tägliche Herausforderung. Neben „Coffee-to-go“ steht vor fast jedem Restaurant sinngemäß fürs Überleben „Wir kochen für Sie zum abholen“ usw., usw. Do-it-yourself Heimwerker erledigen Haus-und Gartenarbeiten, Werkeln, Sanieren und Renovieren, während zeitgleich der WERTstoffhof schließt oder die Sperrmüllannahme geschlossen oder hoffnungslos überfordert ist. Ganz normale, verkehrte Welt – es trifft eben alle; - Querdenker, Wutbürger und Besserwisser machen es nicht einfacher. Alltagsgeschäft. Business as usual. Der ganz normale Wahnsinn.

www.focus.de berichtet in einem Erfahrungsbericht am 30.09.2020: „Zwei mal Homeoffice, vier Mal Home-Schooling“, von einer Mutter und freien Journalistin die ganz schön zu kämpfen hat: Den Magazinen, Verlagen, Büchern  und Tageszeitungen sind die Leser und Anzeigen weggebrochen. Lesen bildet zwar - Kunst und Kultur werden wie der Gesang verteufelt. Die „Freien“ und rasenden Reporter bekommen keine Aufträge mehr, und sind längst durchs Raster der Soloselbstständigkeit und der Pandemiehilfe gefallen. Ungeachtete dessen boomt das Online-Shopping zur Weihnachtszeit wie nie zuvor - Paketzusteller, überhaupt Leute, die die Kernerarbeit und für wenig Geld viel zu viel leisten müssen, sind gefragt wie nie zuvor.

Frage: Ist viel zu viel ausgefallen, abgesagt, gecancelt? Der 320. Kirner Andreasmarkt, der Handwerker-und Bauernmarkt, Monatsmärkte in Kirn und Weihnachtsmärkte an Nahe & Glan und überall wie der Weihnachtsmarkt in der Meddersheimer Winzergenossenschaft oder der Adventszauber in Bad Sobernheim ebenso wie  das beliebte „Fenstergucken“ in vielen Dörfern….abgesagt. Keine Peanuts eben für niemanden, frei nach Joseph v. Eichendorff: „Markt und Straßen stehn verlassen…“

„Früher“ wurde mehr gelesen: Erstaunlich viele neue Prospekte, Broschüren, Kalender und Bücher sind druckfrisch erschienen – aber die Autoren, Künstler und Poeten, die Kunstszene, Veranstalter überhaupt, klagen, fristen in Coronazeiten umso mehr ein Nischendasein in Vergessenheit. In einer großen Reportage hat Hans Schuhmacher aus Roxheim beklagt: Zitat „…die wenigsten Leute verdienen mit einen Buch Geld“. (Bericht hier anbei). Das weiß man – und doch ist es keine brotlose Kunst. Ein Buch schreibt, wer mitteilsam ist, es sich leisten kann oder andere an seiner Freude teilhaben möchte. Jeder muss (s)eine Aufgabe haben/erfüllen, auch wenn Alexander Russ („Duo Bellevue“ / Daubach) „oft von einem Griff in die Kloschüssel“ spricht. Aber wenn sich das 20.te Jahr kommt, seit Christoph Daum getrickst und gekokst hat, oder wenn Messner auf einen Berg kraxelte, oder wenn in Peking ein Fahrrad umfällt – das werden Bestseller. Interessant. Der Prophet im eigenen Land zählt wenig….das kommt hinzu, on top, das Regionale geht mehr und mehr verloren. Trotz ironischer Bitterkeit ist jeder sich selbst der Nächste. War so, ist so.

In der Nahe-Glan-Region gibt es viel NEUES und ...alle Jahre wieder…“ viel adventlich-weihnachtliche Vorfreude. „Meine Zeit mit Euch - Band I“, zählt dazu: 224 PDF-Seiten, gedruckt bei ODD in KH, 868 Fotos & Grafiken, ganz starke regionale Heylive-Highlights, „news, stories & more“. Es gibt zudem viel Lesenswertes vom Kirner Dr. med. H.-W. Karch, von Bluesikant Gerhard Engbarth aus Bad Sobernheim, dem Rehborner Mundartpoet und Schullehrer Norbert Schneider, von Joachim Franzmann aus Simmertal, der Bildband "Meisenheim" entdecken von Stadtbürgermeister Heil oder „Ganz nah` dran“ von Alexander und Gabriele Russ, dem Duo Bellevue aus Daubach, sind empfehlenswert. Vieles, weiteres, ist in der Mache. „Meine Zeit mit Euch. Band II“ beispielsweise, eine Broschüre „25 Jahre Felke-BAD Sobernheim“, Meddersheimer Vereine mit 224 Seiten erscheint im Februar 2021. Auch wenn nach Corona nichts mehr so sein wird, wie es vorher war, wird man sich zurückerinnern – „Lebbe geht weider“, wusste schon im Mai 1992 der berühmte Fußballtrainer Steppi…. Bleiben Sie alle gesund -- eine besinnliche Adventszeit! Alles wird gut. Es geht nicht immer schneller, höher, weiter, Mein Haus, Mein Boot, Mein Auto - aber das ist eine ganz andere Geschichte...


Bernd Gerhardt: Genuss Galerie in Kirn

Alexander Russ: Ganz nah´dran

Die Situation schnörkellos beschrieben

Ein Nachruf auf das Felke-Journal

Mein Buch: Meine Zeit mit Euch Band I