Bundesweit einmalig: Bei Sunny Secco und verführerischem Cuvee ländliche Versorgung in den Fokus genommen- Medizin wird weiblich

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Fotos unten: Meddersheim. Auf ihre „Familien-Doc`s“ lassen die Meddersheimer nichts kommen: Über 60 folgten der Einladung des Volksbildungswerkes um Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk und kamen in die Winzergenossenschaft („WG“), wo der Filmbeitrag über den Allgemeinmediziner Dr. Peter Bohr und seine beiden promovierten Töchter Juliane Arras und Gundula von Gradowski bei einer gepflegten Weinprobe im Fokus stand. Er wolle nicht die Hauptperson sein, wehrte sich der beliebte 69-jährige Landarzt, der vor 36 Jahren im Buchenweg seine Praxis öffnete. Die Anwesenden sahen dies anders und zollten herzlichen Applaus: „Sie und ihre Töchter sind für uns alle ein Glücksfall“ – diese Konstellation sei bundesweit einmalig.

Über die Hälfte der rheinland-pfälzischen Hausärzte ist über 60 Jahre, und da dürfte es doch „für die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung kein Hexenwerk sein, wie es künftig um die medizinische Versorgung in der Fläche bestellt ist“, wetterte die Filmemacherin und Autorin Monika Kirschner, die derzeit in Schmidthachenbach eine Langzeitstudie dokumentiert.

Der 69-jährige Peter Bohr machte keinen Hehl daraus, wie er von „Pontius bis zu Pilatus“, vom einstigen Vorsitzenden der KV, Dr. Günter Gerhardt, bis zu den Landtagsabgeordneten Peter Wilhelm Dröscher und Julia Klöckner pilgerte, kämpfte, und für seine Sache warb: „So schön, wie das heute alles klingt, war es nicht“, relativierte er und plauderte aus dem Nähkästchen, als er sein Honorar teilte und trotz vieler Hausbesuche 100 Euro mehr als seine Angestellte im Portemonnaie hatte. „Wenn die Töchter heiraten, werden deren Männer schon für den Unterhalt sorgen“, blitze bei Peter Bohr spitzbübischer aber realistischer Scherz durch, als die Töchter noch studierten. Der Filmbeitrag im Vorabendprogramm, die im TV-Jargon als „Todeszone“ bekannt ist, war jedenfalls tadellos von Monika Kirschner recherchiert und von Kameramann Ernst Krell inszeniert; - vor allem Wilhelm Paulus aus Merxheim war „Ankermann“ und überhaupt nicht kamerascheu. Bei einem Ortsrundgang scherzte Heinz Wichert zu Gundula von Gradowski vor laufenden Kameras: "Nicht, dass du mir das Gespräch zu Hause als Beratung anschreibst". Zudem menschelte es bei den Sprechstunden in der Arztpraxis zwischen den Patienten ebenso wie bei den „Familien-Doc`s“ am Mittagstisch oder nach Feierabend. Mittendrin in der Betreuung dreier Enkelkinder als gute Seele des Hauses: Ursula Bohr.

„Medizin wird weiblich“ ist erwiesenermaßen Fakt. Aber: Längst müsse neben der Bezahlung auch die Infrastruktur, Kinderbetreuung, das Angebot von Bildung, Kunst  und Kultur stimmen, wenn Hausärzte sich in der Fläche niederlassen.

 

Gesundheitlich hätten die Meddersheimer mit Wein keine Probleme, aber: Wie die Hausärzte hätten die Genossenschaft unter Mitglieder- und Flächenschwund zu leiden, sagte Marketingexperte Peter Cech: In kürzester Zeit seien 10.000 Hektar Rebfläche verschwunden, die Fläche der Vollablieferer bei der WG Rheingrafenberg sank von weit über 100 auf unter 60 Hektar. Im 85. Jahr präsentierte der Vorstand um Helmut Weck mit dem Weisswein-Cuvee „Versuchung“ oder dem Rotwein-Cuvee „Verführung“ Sorten, die sehr neu im Programm sind sind und sehr gut angenommen werden.


Sunny Secco am Rande...

..bei ärztlicher Versorgung

Gastgeber, Praxis-und Filmcrew