Wahl 2016: Spannend wie nie - Vorsprung schmilzte wie Eis in der Sonne

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Fotos unten -Textende. Die Landtagswahl ist gelaufen - an der Basis "ist endlich Ruhe eingekehrt" sagen auch jene Vielen, die bislang nicht wählen waren und quasi jetzt Protest oder die Grünen abwählten. Nichts ist mit Machtwechsel oder "GroKo" CDU-SPD. 10 Prozent Vorsprung in Umfragen machten die CDU zum Wahlverlierer. Funkstille! Der Wähler hat die Keule ausgepackt. Energisch und zahlreich zugeschlagen. Hochmut kommt vor dem Fall: Bettina Dickes ist `raus. Sie hat´s erwischt wie vor ihr den Rehborner Genossen „FRK“. Ein Desaster Julia Klöckners zweite Niederlage zur "Rlp-MP" - die Trauben hängen hoch!

Malu Dreyer hat mit ihren Sympathiewerten und ihrer Vita die CDU allein und klug mit deren eigenen Waffen geschlagen und als Landesmutter dem Wähler Rückgrat gegeben, das Land nicht schlecht geredet. Was soll der Slogan „Frischer Schwung? Den habe ich täglich“. Und woher will plötzlich die CDU „Neue Kraft“ bekommen? konterte sie deren Slogans in Merxheim geschickt mit fundierten Zahlen aus und die Genossen jubelten ihr frenetisch zu.

Wenn TV-Fernsehanstalten bei der Wahlabgabe von Julia Klöckner „O-Ton“ senden, ob „die Fingernägel sauber sind – sonst bekomme ich wieder Zuschriften“, ist dies das krasse Gegenteil und sagt einiges. Ausgelutschte Statements, fehlende Visionen, ein Versagen und Durchreichen in der Flüchtlingspolitik. Ausgerechnet da hat RLP seine Hausaufgaben gemacht- so empfand es jedenfalls der Abstimmende und da konnte die burschikose Parteisoldatin nicht punkten. Donnerstags, drei Tage vor der Wahl, wurde im großen Bad Sobernheimer Rathaussitzungssaal bei der Zusammenstellung der Briefwahlunterlagen kolportiert und aus Tageszeitungen hammerhart zitiert, das "größte Problem der CDU sei ihre Landesvorsitzende selbst". Schonungslos trafen die Genossen den Nerv - Nachtreten nennen es die Betroffenen, Ist-Zustand oder "analytische Chemie" die anderen - die Dosis macht schließlich das Gift: Klöckner müsse ihr Auftreten und ihren Politikstil ändern, oder die Politik verlassen, forderte der Bad Kreuznacher Carsten Pörksen. Sie spreche mit gespaltener Zunge, nur in Sprechblasen, Plattitüden, eiere ohne Kompass her und hin – mal hüh, mal hott. Mit Seehofer gegen die Kanzlerin auf Stimmenfang - ein absolutes No-Go. Die Journalisten sollten schließlich Fleisch an die Knochen bringen, dachte sie selbst sinngemäß im SWR-Duell dazu laut nach. Ein Fauxpas. Etwas mehr darf es schon selbst sein. Ihre mediale Beraterabteilung Attacke? Fehlanzeige, Note 6. Kontra Nationalpark- nur um Dagegen Zusein? Töricht.

"Die geteilte Nation" - titelt der "Spiegel" vor Ostern 2016. Die Gesellschaft spaltet sich. Wir haben eine Vervielfachung der Verarmung. Die Politik hat das untere Fünftel der Gesellschaft nicht mehr im Fokus. In Weitersborn und Schwarzerden werden Wahlplakate mit Hakenkreuzen beschmiert, zwischen Kirn und Hochstetten hing in der Woche vor der Wahl außer AfD-Plakaten kein weiteres mehr, nur zwei Beispiele. Die AfD hat Riesenzulauf, und niemand hat sie gewählt?

Es genügt eben nicht, wenn sich Julia Klöckner vor Gemeinderatswahlen bei einem Gläschen Wein auf den Marktplatz stellt: „Wählen sie die CDU-Bürgermeisterin, wir helfen ihr, sie wird das Kind schon schaukeln, ich bin an ihrer Seite!“- und dann vier Jahre abtaucht.

Auch bei SPD / Bündnis 90 ist nicht alles optimal gelaufen - die Grünen bekamen die Quittung. Beispiel Zweibrücken, Nürburgring oder der Hahn. Als der Hahn zu fliegen beginnen sollte, haben sich ausgerechnet schwarze CDU-Provinzfürsten mit Hahn-Gelder voller Licht und Pracht gesonnt und unseriös die eigenen Vereinskassen vollgestopft. Wähler vergessen das nicht. Julia Klöckner wurde damit konfrontiert, für die Atommeiler-Verlängerung gestimmt zu haben – und wer solche, dem eigenen Portemonnaiewohl dienende, polarisierende und an Selbstüberschätzung leidende Lobbyisten wie der dubiose Michael Fuchs hat, braucht keine Feinde mehr.

Bei der Landtagswahl am 13. März 2016 kam vieles zusammen. Wähler vergessen nicht. Man kann nicht alle Menschen für eine kurze Zeit, oder wenige Menschen ständig manipulien oder verdummen. Selbst Klöckners Wahlresümee in alle TV-Kameras am Wahlabend war mehr skurril und falsch als richtig oder einsichtig: „Wir sind nicht stärkste Kraft geworden. Aber wir haben Rot-Grün verhindert!“ Hallo, wie bitte? Wer soll die Finte und den Tritt ins Fettnäpfchen verstehen, und wer das ständige Feindbild-suchende Chaos in der CDU ordnen? Politische Machtspielchenmarotten gehören in den Kindergarten-Sandkasten. Wer nicht kooperationsfähig ist, bekommt die Rote Karte als Quittung - und wird gnadenlos abgestraft.


MP Malu Dreyer in Merxheimn

Wahlwerbung in Meddersheim

Bettina Dickes in Merxheim...

...und ihre Ankündigung