Gemeinden müssen sich vor Starkregen und Hochwasser selbst schützen!

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Fotos unten-Textende: Region. Meddersheim / Monzingen. Fünf Regenrückhaltebecken konnten jetzt in Meddersheim ausgebaggert werden. Vor allem Becken No.1 am Ortsausgang, Kirschrother Straße, und Becken Numero 4 in „Scherendell“ hatten oberste Priorität. Was nämlich nützt ein Regenrückhaltebecken, wenn es verlandet und versandet, und seinen eigentlichen Sinn und Zweck nicht erfüllt? Klare Antwort: Nichts! Die Lkw (s) sahen teils so aus, als wenn Kinder im Matsch und Schlamm ihre Spielzeugautos „verbuddelten“; - und auch in der Ortslage konnte man den Spuren nachgehen. Zwei Kostenvoranschläge wurden eingeholt, die teils erheblich voneinander abwichen, berichtete "Ob" Renate Weingarth-Schenk im Gemeinderat. Grund sei die boomende Konjunktur, insofern müsse man froh sein, dass aufgrund der gebotenen Eile Firmen überhaupt zeitnah bereit wären, auszubaggern. Das Ausbaggern ist Außengebietsentwässerung und deren Finanzierung liegt im Zuständigkeitsbereich der örtlichen Jagdgenossenschaft, die zahlt.

Ende Juli bei einem Ortstermin genehmigten Vertreter der SGD Nord, von Kreis-, Verbands- und Ortsgemeinde auch das moderate Ausbaggern von Teilstücken des Altenberger Bachs im Ort. Mittlerweile wurden Gelder bei der VG Bad Sobernheim für derlei Hochwasserschutz eingestellt. Regelmäßig werden in der Ortslage „Oberer Winkel“, aber auch entlang der  L 232 Ortsausgang Richtung Bad Sobernheim die Keller dortiger Anwohner geflutet. Nachdem mehrere VG´s und Ortsgemeinderäte nachhakten, Zitat: „Wer schützt uns vor den Umweltschützern?“ kommt jetzt Bewegung in den regionalen Hochwasserschutz. Aber: Neben dem Zuständigkeitsbereich der Gewässerordnung müssen Wirtschaftsämter und Behörden – quasi „per ordre de Mufti“ – ihr okay geben. Denn: "Es kann nicht sein, was nicht sein darf, und jeder machen kann, was er will und so Ämter abgeschafft und überflüssig werden. Früher funktionierte das bedeutend besser“, echauffierten sich mehrere Bürger sinngemäß in Meddersheim, Monzingen, Becherbach bei Kirn, Limbach und Heimweiler.

Andere Baustelle: Im Zuge von Starkregen sind die Bankette der K 62 Richtung Kirschroth an mehreren Stellen ausgeschwemmt und stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor einem Jahr im August/September 2016 wurde von der Siener Straßenbaufirma Jung auf einer Länge von 2.850 Meter die K 62 "im Aufbau" völlig neu asphaltiert, sowie zusätzlich 120 Meter in Meddersheimer Ortslage abgefräst und geteert. Seinerzeit fuhren täglich 40 schwere Vier- und Fünfachskipper Richtung Kirschroth und zurück: Aus dem Steinbruch Grumbach an der B 270 brachten sie über 5.000 Tonnen Asphalttragschicht und weitere 1.400 Asphaltdeckschicht. Die Schäden sind beim LBM bekannt, teils sind die Bankette über 80 Zentimeter tief ausgeschwemmt.


Ausbaggern ist aktiver Hochwasserschutz

Weil: Großes Einzugsbereich

Die neue K 62: enorme Wasserschäden

Die Nahe: brachiale Sturmgewalt wird sichtbar