Claudia Schneiß will Schwarzerden als Ortschefin aus der Misere führen!

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Schwarzerden. Am 9. Juni wählen die Schwarzerdener ihren Gemeinderat und möglicherweise in Urwahl mit Claudia Schneiß ihre neue Bürgermeisterin. Selten kamen im Kirner Land 23 Bürger zu einer Sitzung des Wahlausschusses, eine Premiere. VG-Bürgermeister Werner Müller wies per Handschlag deren Mitglieder  Inge Berg, Roswitha Jäger, Ingo Gans und Stefan Fuhr auf die Neutralität und Verschwiegenheit hin. Weil kein Wahlvorschlag eingegangen ist, findet in Schwarzerden eine Mehrheitswahl statt. Die Bürgermeisterin ist gewählt, wenn sie mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen holt. Fest steht schon jetzt, dass der neue Gemeinderat samt „Ob“ nur bis zur Kommunalwahl 2014 im Amt bleibt, weil dann landesweit gewählt wird und eine neue Legislaturperiode beginnt.

Am 1. Mai Maisingen im Dorf mit dem Gemischten Chor und einem Gastchor. Dorfgespräch und beherrschendes Thema war natürlich die Gemeinderatswahl. Die 46-jährige gelernte Rechtsanwaltsgehilfin arbeitet in einem Bundenbacher Dachdeckerbetrieb in der Lohnbuchhaltung. Übrigens ist die Kandidatin kein „unbeschriebenes“ Blatt und mischt bei den Landfrauen mit: Als zweite Vorsitzende sammelt sie mit ihren Mitstreiterinnen Unterschriften. Die Landfrauen wollen das Fach „Hauswirtschaft“ an den Schulen zurück: „Die Fast-Food-Folgen sind erschreckend“, sagt Claudia Schneiß. Ebenfalls wurden am ersten Mai Unterschriften für die Rentenanpassung zwischen Frauen und Männern gesammelt.

Frage: Wie ist ihre Vita, wo engagieren sie sich im Ort?

Claudia Schneiß: 1997 kam ich mit dem Motorrad und der Liebe wegen nach Schwarzerden, 1999 wurde geheiratet, 2000 sind wir ins neue Heim eingezogen, ein Jahr später kam Tochter Jasmin zur Welt. Seit 2003 bin ich Kassenwartin vom FSV Schwarzerden und verwalte auch die Kasse der SG mit Seesbach, Vizechefin bei den Landfrauen wurde ich 2007. Federführend engagiere ich mich bei der Kerb, die vom 17.bis 19. August mit drei Vereinen gefeiert wird.

Frage: Was hat sie als Seiteneinsteigerin zur Kandidatur bewogen?

Claudia Schneiß: Es tut mir leid, dass im Dorf vieles im Argen und zu viel unbeackert brach liegt. Es geht rein gar nichts vorwärts. Transparenz ist wichtig, Mehrheitsbeschlüsse dürfen im Rat nicht konterkariert und müssen künftig zügig und zeitnah umgesetzt werden.

Frage: Besteht diese Gefahr der Lethargie nicht erneut?

Claudia Schneiß: Nein, die Bürger haben jetzt die Wahl. Es liegt mir am Herzen, aus den Schlagzeilen zu kommen und etwas zu bewegen. Ich werbe für mich als Bürgermeisterin und denke, dass alle gewählten Ratsmitglieder sich engagieren und zum Wohle der Gemeinde konsequent mitarbeiten.

Frage: Ein Beispiel? Was wollen Sie als erstes anpacken?

Claudia Schneiß: Der Jugendraum ist fertig und nix passiert. 12 bis 15-jährige Kinder haben gar nix im Dorf. Es muss mit den Eltern, dem Gemeinderat und den zehn bis 20-Jährigen ein Nutzungsvertrag erarbeitet, ein Vorstand gewählt, und die Jugendarbeit wie in den anderen Orten auch, vorangetrieben werden. Die Kinder brauchen ein Domizil, eine Stimme und Mentoren.

Frage: Sie wären innerhalb von zehn Jahren die dritte Ortsbürgermeisterin?

Claudia Schneiß: Ja, ist doch schön. Ich bin bereit und habe viel Zuspruch, sonst würde ich doch nicht kandidieren.

Frage: Spalten Windräder das Dorf? Wie stehen Sie dazu?

Claudia Schneiß: Vom Grundsatz her bin ich dafür. Allerdings gegen eine `Verspargelung` der Landschaft wie im Rhein-Hunsrückkreis. Ich bin mit Windrädern aufgewachsen: Das erste im Kreis Birkenfeld stand in Dambach, wo mein Opa Bürgermeister war. Mein Vater war Wehrführer, mein Bruder ist dort Ortsbürgermeister. Ganz wichtig ist, dass die Schwarzerdener das Sagen, und die Mehrheit das letzte Wort hat.

Frage: Was sind ihre Hobbys?

Claudia Schneiß: Meine Familie, die Landfrauen und Handball. Seit 30 Jahren bin ich Torfrau, spielte lange beim TV Birkenfeld und jetzt beim TuS 1862 Kirn. Derzeit bin ich aber verletzt.