Becherbachs "ALT-Ob" Walter Schätzel und seine Frau Hilde feiern Diamantene

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Becherbach. Am Dienstag, 16. Juli 2013, feierte der 88-jährige Landwirtschaftsmeister und Alt-Ob Walter Schätzel mit seiner Frau Hilde das Fest der Diamantenen Hochzeit. Schätzels sind im Ort eine Institution, das Jubelpaar hat das Herz am rechten Fleck. Ab 1960 gehörte er dem Gemeinderat an, sein Blick war stets im Dienste der Allgemeinheit vorausschauend, zukunftsorientiert und geradeaus gerichtet, lobten mehrfach kommunale Laudatoren. Walter Schätzel leitete über 25 Jahre (1974 bis 1999) die Geschicke der gut 400 Seelen-Gemeinde und ist Träger hoher Auszeichnungen und der Goldenen Verdienstplakette von Kirn- Land. In seiner Amtszeit wurden über 70 Einzelmaßnahmen für knapp zwei Millionen Euro Investitionen getätigt, fast die gleiche Summe kam hinzu für laufende Unterhaltungsmaßnahmen gemeindlicher Einrichtungen. Drei Neubaugebiete wurden erschlossen, die Tenne gekauft, der TuS unterstützt, und vor 35 Jahren der Gemeindekindergarten etabliert, 1993 erweitert, vom Dach her und von Grund auf saniert. Seit 1972 fungierte der einzige Becherbacher Vollerwerbslandwirt bei der Fischbacher "Nahe- Milch"- Genossenschaft im Vorstand, nach deren Übernahme durch die Hochwald Nahrungsmittelwerke in Thalfang war er dort mehrere Jahre lang bis zu seinem 65. Geburtstag im Vorstand. Walter Schätzel ist Gründungsmitglied und war Antriebsfeder des Wirtschaftlichen Vereins „Unser Laden", dem einzigen Lebensmittelgeschäft im Ort, der ihm besonders am Herzen liegt. Bis 1999 saß  er 25 Jahre lang im VG-Rat, war FWG- Kreistagsmitglied und 24 Jahre im Presbyterium seiner Heimatgemeinde.

In all den Jahren sei seine Frau „der Zaun ums Haus" gewesen, dieses Kompliment ist dem Jubilar sehr wichtig und kommt tief aus seinem Innersten: Schließlich zog Hilde Schätzel vier Kinder groß und täglich musste ein Stall voller Vieh versorgt werden: „Und fast waren die Tiere im Stall noch wichtiger wie die Kinder", lachte schmunzelnd die Jubilarin. Zudem war Hilde Schätzel länger als ein Vierteljahrhundert die örtliche Landfrauen-Vorsitzende. Mittwochs pflegt sie noch immer ihren Strickclub, Handarbeiten und das große, blühende Areal erfreuen das Jubelpaar.

Walter Schätzel wurde am 3. März 1925 in Heimberg geboren, Hilde Schätzel, geborene Barth, erblickte am 1. Mai 1931 in Becherbach das Licht der Welt, ihr Vater und die dreijährige Schwester starben 1937 innerhalb einer Woche, als sie sechs Jahre alt war. Mit 17 wurde Walter Schätzel in den Arbeitsdienst eingezogen und kehrte erst 1949 aus russischer Gefangenschaft zurück. Pfarrer Becker traute 1953 das Paar in der Becherbacher Kirche. Er zog zur Braut und bewirtschaftete deren elterliche Landwirtschaft mitten im Ort. 1962 wurde im Flurweg die sogenannte „Ortsrandsiedlung" mit Ackerbau und Viehzucht und damals mit über 50 Mutterkühen bezogen. Ein großes Feuer zerstörte am 8. September 1979 Stall und Scheune, während das Ehepaar in Kur weilte. Pfarrer Friedrich Mayer fuhr als Bote in den Kurort. Die Kinder waren Antreiber, die Familie stand in jenen schweren Tagen wie Pech und Schwefel zusammen, und mit enormer Nachbarschaftshilfe und viel Enthusiasmus wurden die Hallen wieder neu aufgebaut.

Mit einem Essen im Gasthaus Paulus, früher Ganns, beginnt die Feier. Um 15 Uhr hält Pfarrer Mayer den Gottesdienst, ab 16 Uhr wird in der Brücke gefeiert, der MGV und Kirchenchor singen einem der Ihren, der seit 59 Jahren beim MGV im zweiten Bass singt. Das Jubelpaar ist tief dankbar dafür, bei bester Gesundheit diesen Ehrentag begehen zu dürfen: „Es muss in all den Jahren immer jemand da oben gewesen sein, der uns beschützt hat", sinniert dankbar der 88-jährige „Alt-OB". Neben den vier Kindern Sigrid, Anette, Elfi und Sohn Frank, der heute Ortschef ist, gratulieren auch deren Familien, fünf Enkelkinder und die drei Urenkelkinder Tom, Till-Oskar sowie Selma Emilie und die Dorfgemeinschaft.


Hilde und Walter Schätzel