Merxheimer feiern mit ihrer Feuerwehr freiwillig 75. Geburtstag

Kategorie: Merxheim, Blaulicht, Lokale News an Nahe und Glan

 

Fotos unten ANKLICKEN. Merxheim. Am 1. Mai 2011 feierte die Freiwillige Feuerwehr Merxheim ihr 75-jähriges Jubiläum. Den ganzen Tag über herrschte rund um die Mehrzweckhalle reges Treiben. Alle Garnituren waren voll besetzt, Wehrführer Thomas Wiebe war von der Resonanz überwältigt und strahlte überglücklich mit der Sonne um die Wette. Die Gäste konnten eine Ausstellung von historischen Uniformen bewundern, das Feuerwehrmuseum aus Hermeskeil war mit historischem Gerät präsent und Fotos dokumentierten den 75-jährigen Werdegang. Nach umfangreichen Ehrungen demonstrierte gestern Nachmittag die Monzinger Einheit vor einer prächtigen Publikumskulisse technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen. Der Malteser Hilfsdienst war mit seinen Therapiehunden mit von der Partie und informierte Groß und Klein über seine Tätigkeit. Feiern war angesagt, zum Frühschoppen mit zahlreichen benachbarten Wehren spielte die Monzinger Partyband „DiHeDi“. Einziger Wermutstropfen unter den Merxheimer Aktiven war, dass die Patenfeuerwehr aus Merxheim im Elsass, zu denen seit 40 Jahren Freundschaftsbande bestehen, nicht kommen konnte. Die Merxheimer Fußballer übernahmen Thekendienst und Imbiss, die Landfrauen die Kuchentheke, und die starke Jugendfeuerwehr um Simon Carmin, Tatjana Specht und Patrick Schmidt punkteten bei den Kleinsten mit einer Saftbar, frischem Popcorn, Hüpfburg und einer Buttonmaschine. Nachwuchssorgen kennen die Gastgeber nicht. In diesem Jahr, 2011, leistete die Merxheimer Wehr mit ihren 30 Aktiven sechs Einsätze. Als Wehrführer Thomas Wiebe im November 1986 seinen ersten Einsatz hatte, wurde eine 82-jährige gehbehinderte Merxheimerin Opfer der Flammen. Fotos erinnerten 1978 an eine Gasexplosion, die ein Gasthaus zerstörte, 1971 herrschte akute Trinkwasserknappheit und 1983 flogen Heeresflieger den Winchendeller Weiher an und lieferten 5000 Liter Wasser mit dem Hubschrauber aus der Luft. Im Laufe seiner 950-jährigen Geschichte fegten zwei gewaltige Brandkatastrophen über den Ort: 1504 im bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg und 1870 war es ganz schlimm: Seitdem liegt der Gemeinde viel an einer einsatzfähige Feuerwehr. Vor 1936 bestand eine behördlich angeordnete Pflichtfeuerwehr, der alle Männer von 18 bis 45 Jahre angehörten. Viel Personal war nötig, weil manche Pumpen bis zu zehn Mann und viel Muskelkraft erforderten. Vor 75 Jahren meldeten sich 35 junge Männer und gründeten die Freiwillige Feuerwehr. Zimmermeister Jakob Stilgenbauer war erster Wehrführer. An diese „andere Zeit“ erinnerte Landrat Franz-Josef Diel und zollte der heutigen Merxheimer Wehr Respekt und höchste Anerkennung. Hier sei es vorbildlich gelungen, die Jugend zu gewinnen, und ihr dadurch auch eine berufliche Perspektive zu bieten. Die Wehr habe sich von Generation zu Generation entwickelt: „Nicht alles kann so bleiben, wie es einmal war“, dachte Diel laut an den demografischen Wandel, erwähnte immense Anschaffungen im Kreis mit drei Drehleitern und sagte Lehrgänge auf Landesebene zu, um den hohen Ausbildungsstand zu halten. Namens der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim mit 18 Einheiten und 400 Aktiven dankte Beigeordneter Robert Nicolay „allen Aktiven, der hoch motivierten Jugend und den starken Fördervereinen, deren ehrenamtliches Engagement und Einsatz nicht hoch genug eingeschätzt werden kann“. Nicolay nahm gemeinsam mit dem scheidenden VG-Wehrleiter Karlheinz Steinbrecher Ehrungen und Beförderungen vor. Die Merxheimer lassen auf ihre Feuerwehr nix kommen, untermauerte Ortsbürgermeister Egon Eckhardt. Sie habe sich durch ständige Bereitschaft von der Feuerwehr mit Handspritze zur High-Tech-Wehr entwickelt: „Die Feuerwehr leistet einen unverzichtbaren Dienst in unserem Gemeinwesen. Wir brauchen sie um dorthin zu rennen, wo andere davonlaufen!“ rief Eckhardt aus. Ein Dutzend örtliche Vereine und befreundete Wehren standen Spalier und gratulierten.


Besondere Ehrungen

Ihnen entgeht nix!

Diel ehrt Steinbrecher

mitte: Simon Carmin

N. Jung / W. Wohlfahrt