Urumer Pinkel & Plunz uff de Gaß`: Schwartenmagen in Stein gemeißelt!

Kategorie: Odernheim, Essen & Trinken, Lokale News an Nahe und Glan

 

Bilder unten >> In Urum liegt die Blunz uff de Gaß! Die Blunz kennt man als deftig-kernige „Schwartenmagen“-Blase. Ganz ganz früher, (>>liebe Kinder<), als es bei uns noch grunzende, richtige rosarote Schweine und an jedem Haus einen Misthaufen gab, da gab es auch noch keine lila Kühe, sondern noch echte und richtige Rindviehcher in den Ställen, die Milch gaben. Da wurden in der kalten Jahreszeit, wenn die Ernte eingebracht war, noch Hausschlachtungen gemacht. Vorm Winter waren meist die steinernen Töpfe leer und die Sau im Stall fett gefressen. Ja und dann? Ja, dann ging der Bauer in den Stall, sah die Schnitzel herum laufen und da lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Und dann sagte er dem Metzger Bescheid, und dann wurde das Messer gewetzt und die Wutz geschlacht, damit man über Winter was zu essen hatte: „Im Dorf kunnt frieher von de meiste, sich käna Fleisch se kafe leiste- da war et net wie heit, Fleisch kaafe war fa reiche Leit“ – so schrieb in seinem Buch „Im Dorf dehäm“ der Becherbacher Mundartdichter und Bürgermeister Werner Barth.  Quellfleisch und Wurschtsupp gabs dann satt, die Blunz, die Schweineblase wurde wie ein Luftballon aufgeblasen und hing über Nacht in der Küche. Wenn gemetzelt und Wurscht gemacht wurde, ist meist in das robuste Teil Schartenmagen hineingefüllt worden. Und so etwas liegt in Stein gemeißelt in „Urum“, (Odernheim am Glan), midde uff de Gaß vorm Schlaraffenland. Bevor Franz-Josef Halbhuber im März 1989 hier seine Fleischerei eröffnete, war er in einer Fleischabteilung bei „Familia“ in Brake an der Unterweser Filialleiter mit drei Millionen D-Mark Jahresumsatz. Seine Mutter Johanna Halbhuber ist gebürtige Odernheimerin, Halbhuber ist sehr dankbar und freut sich, wenn er zufriedene Kunden, die wiederkommen, beraten und bedienen darf. Der Ü-600-jährige Fleischermeister lebt, arbeitet und wohnt im „Vier-Mädel-Haus“, hat drei erwachsene Töchter, Frau Halbhuber kommt direkt von der Nordseeküste. Deher ist nicht nur im Herbst Zwiebelfleisch und Urumer Pinkel nach original Oldenburger Pinkel-Art angesagt. Die grobkörnige Grützwurst passt vor allem zu Grünkohl, Kassler und Sauerkraut oder zur Not auch zum Eintopf. Aber der sympathische Franz-Josef ist auch bekannt für seinen handgemachten Spießbraten, für seinen köstlichen Rahmbraten, oder acht bis zehn hausgemachte Salate. Halbhuber legt Wert auf Qualität, das Hackfleisch wird frisch durchgedreht und ist nicht schon überlagert wie in der Supermarkttheke, bevor man es kauft. Verbraucherschützer schlagen Alarm und warnen: Wegen der Oberflächenveränderung ist Hackfleisch sehr  gefährlich und sollte – wie früher- am Tage der Herstellung verwendet, oder, wenn schon, dann über Nacht ausreichend gekühlt und am nächsten Tag gut erhitzt verbraucht werden. Oberflächenveränderung heißt, was vorher außen war ist innen und deshalb ist Hackfleisch schnell verderblich. Noch etwas gibt’s bei Franz-Josef: Den Urumer Wurschtsack: Die Alternative zum üppigen Präsentkorb fängt schon mit lokalen Spezialitäten bei 15 bis 20 Euro an und ist mit exquisiten Delikatessen nach oben steigerungsfähig…. -auch für ein kleines Dankeschön als nette gutnachbarliche Geste über den Gartenzaun hinweg sehr beliebt.


SchartenmagenBlunz

Halbhubers im Laden

an der Fleischtheke bei den Spezialitäten

Symbolbild: Bei Gerhardts in Limbach