Bannmühle Odernheim: Hans Pfeffer fürchtet "Junifall" - Durch & durch Öko

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Bilder unten anklicken. Bannmühle Odernheim. In diesen Junitagen blickt Hans Pfeffer von der Odernheimer Bannmühle mit Argusaugen auf seine Obstbäume und Streuobstwiesen, der „Junifall“ ist gefürchtet: „Au weia, die kalten Nächte und anhaltende Trockenheit waren regional eine Katastrophe“, denkt er laut nach. In diesen Tagen werden die Zellen und Kerne gebildet, und wenn zu wenig Wasser da ist, fällt alles ab. Das wäre das dritte schlechte Apfeljahr hintereinander. Dennoch: Ein Tipp hat er für Hobbygärtner: „Gehegte und gepflegte Streuobstwiesen tragen gleichmäßiger. Wo nicht geschnitten wird, haben Obstbäume Stress und lassen alles fallen. Pflegt die Natur und eure Streuobstwiesen“, rät der Experte. Natur-und Verbraucherschutz und biologische Landwirtschaft hat sich „SooNahe“- Mitglied und Erzeuger Hans Pfeffer seit Jahrzehnten ins Stammbuch geschrieben. „Nicht nur regional, sondern bio und regional!“ lautet das Geschäftsmodell des Demonstrationsbetriebes für Ökologischen Landbau beim Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung als prämierter Vorzeigebetrieb. Hans Pfeffer sieht, dass seine ureigenste Philosophie im gesellschaftlichen Konsens wächst: „Das geht eben nicht alles blitzschnell, die Gesellschaft muss sich entwickeln“. Mitte Mai wurde das Glanvieh als besonders erhaltenwerte Rasse auf Biotopschutzflächen im „Langerberg“ gebracht. Hier auf diesem Terrain leben seltene Tiere und Pflanzen wie etwa Orchideen. Ausgesprochen früh hat dieses Jahr die Biotopschutzberatung im Auftrag der Landespflegebehörde vor Ort diese Flächen zum Abgrasen frei gegeben. 23 Mutterkühe, 20 Kälber und zwei Bullen freut`s. „Wir haben sicherlich nicht den höchsten Rindfleisch- Kiloertrag pro Hektar der vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse“, dessen ist sich Hans Pfeffer bewusst, aber die Bannmühle pflegt gleichzeitig 300 Streuobstbäume in einem der artenreichsten und schützenswertesten Biotope Europas, im „Sonderprogramm artenreiches Grünland nach Kennarten“ steht die Bannmühle in der höchste Stufe. Das Besondere an seinem Betrieb sei eben die Detailverliebtheit. Die Liebe zu Natur pur und eine schonende Verarbeitung geben Hans Pfeffer recht. „Wir sind aufgrund unserer vielfältigen Vermarktungsbemühungen und steigender Nachfrage so ausverkauft wie nie“, sagt er. Derzeit wird direkt neben der Kelterei abgefüllt: Bio-Orangensaft aus Brasilien wird als „schöne Ergänzung“ im Mengenverhältnis 1:50 zum hofeigenen Apfelsaft abgefüllt. Apfelsaft wurde mit DLG-Gold prämiert. Jetzt im Sommer ist Apfelsaft mit Holunderblüten „Sambucus“ der absolute Renner. Zwar werden die Blüten herausgefiltert „aber der Geschmack ist köstlich“, schwärmt Pfeffer. In der hofeigenen Kelterei wird hauptsächlich eigenes Obst zu naturtrüben Säften gekeltert: 100% Saft ohne Zusätze! Naturtrüber Apfelsaft, Traubensaft oder Apfel in Kombination mit Kirsche, Quitte, Pflaume, Birne auf Lager. Der Hofladen bietet beginnend mit den Erdbeeren ab Mai Ost der Saison an. Auch selbst pflücken von Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen und ab Herbst viele verschiedene Apfelsorten von Boskoope bis Topaz ist möglich. „Soo-Nahe“, Rewe Märkte, Direktvermarkter und vier Biogroßhändler werden beliefert. Bei Hans Pfeffer in der Familie helfen „alle vier Kinder im Alter von 13, 17, 19 und 21mit- aber nicht immer ständig“, sagt er. Seine Frau hat seit Jahren ein weiteres Standbein, ist Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche. Sieben Mitarbeiter beschäftigt die Bannmühle.


Die Bannmühle

Max und Hans Pfeffer

herrliches Anwesen

Saftabfüllung

neben dem Hofladen