Coro Crescendo - Meisterchor stimmt in Staudernheim auf Weihnachten ein

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Fotos UNTEN am Textende. Staudernheim. Unter dem Motto „Machet die Tore weit….dass der König der Ehre einziehen kann“ und gleichnamigem Ouvertüren-Hymnus von Andreas Hammerschmidt (1611-1675) lud der amtierende Roxheimer Meisterchor „Coro Crescendo“ nach dreijähriger Abstinenz erneut zu einem kontrastreichen Adventskonzert in die Staudernheimer evangelische Kirche von 1871 ein.

Heitere und besinnliche, textstarke Melodien im Wechsel mit solistischen Beiträgen und Gedichten waren Programm. Das Lied „Christbaum“ von Peter Cornelius trug Programmdirektor und Tenorsolist Jürgen Frank kraftvoll und engagiert vor. Vom 90-jährigen Münster-Sarmsheimer Komponisten Theo Fischer stammt eine Adventskantate, deren Sätze darüber hinaus auch am Palmsonntag gesungen werden.

Stimmlich harmonisch und brillant wie aus einem Guss überzeugte der diszipliniert und hoch motiviert auftretende Meisterchor vollends und meisterte selbst schwierige Passagen mühelos. Das „Jul, jul Strälande jul“ in schwedischer Sprache zählte dazu, die „Heil´ge Nacht“ von Tore Aas oder das norwegische Adventslied von Otto Olsson. 1999 wurde der amtierende Chor aus Roxheim erstmals Meisterchor unter seinem Gründungsdirigenten Jürgen Frank, der ebenfalls über zwei Jahrzehnte den Meddersheimer Apollochor und Apollo 2010 leitet.

Nach den festlich-sakralen Gesängen überraschte Coro Crescendo mit teils schrägem Liedgut und moderner Chorliteratur aus der weltlichen Sparte. Beim Weihnachtskekse-Swing von Lorenz Maierhofer, dem „Pst! Das Fest der Stille“ und dem Erfolgshit „Gummibaum“ von Maybebob-Komponist Oliver Gies verblüffte der Chor A-capella seine restlos begeisterten Zuhörer mit purer Sangesfreude und Leidenschaft. Das Stimmen-Wirrwarr samt theatralisch artikulierenden Ensemble erinnerte mehr an einen orientalischen Basar mitten in der Altstadt von Istanbul als an ein Adventskonzert in der altehrwürdigen Staudernheimer Kirche.

Weiterer Glanzpunkt: Chordirektor Jürgen Frank sang erneut kraftvoll-voluminös von der Empore aus ins Kirchenschiff „O holy night“ von Adolphe Adam, bevor Coro Crescendo den festlichen Calypso-Song „Glorious Kingdom“ anstimmte.  Sahnehäubchen waren das „Weihnachts-Wiegenlied“ von John Rutter in der Version dessen Cambridge-Chorsinger-Ensembles, sowie aus dem Oratorium de Noël „Tollite hostias“. Letztere Vertonung des Schöpfers und Richter aller Welt in Anlehnung an den Psalm 96 („Bringet Geschenke…“) mit einem kräftig-jubilierenden Halleluja des Kirchenmusikers Camille Saint Sans wurde gerade zelebrierte. Amüsant-heiter und höchst informativ führte Conférencier und beruflich Richter dieser Welt, Peter Hüttemann, durch das breite Repertoire und stimmte bei dieser Komposition auf Weihnachten in aller Welt ein. Der gefeierte Chor ging mit gutem Beispiel voran, denn:

„Ein deutscher Chor, der sich einen italienischen Namen gab, singt das Werk eines französischen Komponisten in der Sprache der alten Römer, begleitet von einer Koreanerin an der Orgel und wird dirigiert von einem gebürtigen Saarländer“, informierte Hüttemann. Bekanntlich wohnt der beliebte Chorleiter Jürgen Frank in der Hargesheimer Mozartstraße: die Pianistin Sun-Young Kang-Mäder begleitete souverän und erfreute mit zwei Bach´schen Werken aus dessen Werkeverzeichnis No. 547, Präludium und Fuge in C-Dur, wobei sie aus letzterem Stück epochalen Orgelklang in Vollendung zu Gehör brachte. Nach dem Konzert klang der Abend in der Meddersheimer Pizzeria bei Sali Tedesco aus, auch aus der Weinbaugemeinde singen Stimmen im „Coro Crescendo“. Bernd Hey.

Zu den Fotos im Lutherjahr mit der Inschrift an der Decke: Gottes Wort und Luthers Lehr- vergehen nun und nimmer mehr!: Mit festlichen Klängen aus einem geistlichen und weltlichen Liedrepertoire begeisterte der amtierende Meisterchor „Coro Crescendo“ unter seinem Dirigenten Jürgen Frank in der gut besetzten  Staudernheimer evangelischen Kirche seine Zuhörer.


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