Soonwald-Initiative plant Showdown & Demo in Mainz - Fronten verhärtet - Kein gutes Haar an Grüne Ministerin Eveline Lemke: "Sie macht die Region platt!"

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FOTOS unten . Schwarzerden. Die Umwelt- und Naturschützer machen massiv mobil und planen den Show-down; - der Landesregierung in Mainz steht ein heißer Sommer bevor: Noch vor den Ferien will sich die Initiative Soonwald mit Bürgerinitiativen („BI“) zwischen Pfälzer Wald, Pferdsfeld, Hunsrück, Eifel und Westerwald landesweit vernetzen, den Schulterschluss mit den Umweltverbänden suchen, tausende Umwelt- und Naturschützer wach rütteln und ihren Protest auf die Straße und in die Landeshauptstadt nach Mainz tragen.

Dies ist das Ergebnis der jüngsten Tagung mit über 30 Teilnehmern im Dorfmittelpunkt Schwarzerden: „Wir werden zu einer bundesweit-medialen Pressekonferenz einladen, wir wollen in die Medien und auf die Titelseite des Spiegels, denn wir sind das Negativbeispiel für ganz Deutschland“, sagte Monika Kirschner von der Initiative Soonwald zerknirscht, und präsentierte ganzseitige Publikationen wie den Mannheimer Morgen oder aus dem Pfälzer Wald. Hier werde Missbrauch mit dem Naturpark Soonwald und der Ausverkauf einer ganzen Region betrieben, paradigmatisch experimentiert, Mensch und Natur vorgeführt und ländlicher Lebensraum platt gemacht. Die Teilnehmer sprachen unverblümt Klartext: Längst habe die Politik die Region geopfert und dem Untergang preis gegeben. Immobilien seien wertlos, der Hunsrück als touristisches Gebiet abgeschrieben. Die potentielle Vertreibung der Bevölkerung werde forciert. Monika Kirschner berichtete aus Szenarien ihrer täglichen Arbeit, wonach die Bevölkerung in den nächsten 30 Jahren um über 30 Prozent schrumpfe und ganze Orte auf der Landkarte ausradiert werden. Umso wichtiger und wertvoller sei die Biodiversität von Umwelt- und Klimaschutz und der Zuzug in den intakten Soonwald. Durch die Verknüpfung mit viel Geld müssten nachfolgende Generationen die Energiewende mit ihren irreversiblen Schäden teuer bezahlen. Ortsgemeinderäte würden mit ihren desolaten Haushalten und ihren Problemen initiativ- und alternativlos allein gelassen und hätten Eurozeichen in den Augen. Monika Kirschner forderte einen völligen Baustopp von Windanlagen, ein neues Nachdenken und Neujustieren.

Die Initiative Soonwald mit Hansjochen Staege an der Spitze wollte eigentlich in Schwarzerden mehr wissen über den dortigen Sachstand, ob auf der Eignungsfläche Höhe Richtung Alteburg im Privatwald von Freiherr von Salis bereits Vorverträge über Windräder unterschrieben seien: „Ich möchte mich öffentlich dazu nicht äußern“, sagte Bürgermeisterin Gabriele von Gemünden, die eine Bürgerbefragung im Ort favorisiere. Nachgefragt, ob dies bindend sei, antwortete sie, dass sie nur eine Stimme im Rat habe und „alles allein um Geld und Profit geht“.

Grünen-Ministerin Evelyn Lemke müsse spüren, wo es weh tut, argumentierten Anwesende. Sie tue das Gegenteil von dem, was sie sagt: „Sie schimpft gegen das Abholzen im brasilianischen Regenwald und betreibt im Soonwald Kahlschlag“, sagte Joachim Mohr aus Gemünden von der BI Windkraftfreier Soonwald. Längst seien alle bisherigen Normen, Abstände und Kriterien pro Mensch und Natur ausgehebelt, und dass der Landesentwicklungsplan sogar ausdrücklich eine Öffnung für Windkraft in Kernzonen vorsehe, wurde heftig kritisiert und kontrovers diskutiert: „Alle Dämme sind gebrochen. Als der Naturpark Soonwald eingerichtet wurde, waren sich alle Vertreter, Land und Kommunen einig: Der Soonwald bleibt Windradfrei“, erinnerte der Soonwaldexperte.

Am Dreikönigstag wurde Umweltminister Peter Altmaier in Rheinböllen ein offener Brief übergeben: „Der ist als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet“, vertrat Ortwin Bauer (Seesbach) seine eigene Meinung. Erst im Oktober wurden 5000 Unterschriften in Mainz überreicht, und an zwei Tagen kamen in Simmern und Argenthal über 700 Naturschützer zu Info-Veranstaltungen. Man müsse auf die Straße, die Bevölkerung sensibilisieren, es gehe um intakten und gesunden Lebensraum. Steinbrüche in Gemünden und Steinhardt und die „Verspargelung“ der Landschaft dürfe nicht hingenommen werden: Man werde vorgeführt und die Region platt gemacht.

„Windräder sind reine Körperverletzung, sie machen Menschen verrückt: Die Herzfrequenz steigt, der Körper schüttet mehr Adrenalin aus, eine Katastrophe für Mensch und Natur“, empörte sich  Silke Müller-Althauser und prangerte Enteignung und die Verletzung elementarer Grundrechte an. Sie wohnt 1.200 Meter von einem Windrad entfernt in Argenthal, und lud alle zu sich nach Hause ein.


Über 30 kamen nach Schwarzerden. Sie planen Sturm gen Mainz

"Ob" G. v. Gemünden (mitte): Nix Öffentliches zu Monika Kirschner