Neuer Weinmacher Sebastian Schneider will optimun von WG Rheingrafenberg!

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Meddersheim. Die 2012-er Jahrgangspräsentation ausgezeichneter Weine der kreisweit einzigen Winzergenossenschaft Rheingrafenberg war von guten Gesprächen und voller Zuversicht geprägt. Qualitativ überzeugt der Weinjahrgang 2012 vollends. Was jedoch die Menge betrifft, sind die Meddersheimer sehr enttäuscht, zumal die beiden Jahrgänge zuvor kleinere Ernten brachten. Die Winzer vom Rheingrafenberg brauchen dringend und sehnen sich wieder nach einer Ernte mit Normalerträgen, so der Tenor: „Unsere Weine sind gefragt“, weiß Marketingstratege Peter Cech. So werden seit einiger Zeit zunehmend größere Partien nach China exportiert, wo sich die Rieslingweine aus Meddersheim einer beachtlichen Zustimmung erfreuen. Bei der 2012-er Präsentation stand auch der neue, 30-jährige Weinmacher vom Mittelrhein aus Bad Höningen, Sebastian Schneider, Rede und Antwort und erläuterte seine Philosophie. Erklärtes Ziel: Sortenreine, jugendliche, spritzige und frische Weine erzeugen. Wir fragten nach:

Wie kamen sie nach Meddersheim, wie sind sie empfangen worden?

Sebastian Schneider: Wie die Jungfrau zum Kind kam ich zu Rheingrafenberg - ich wollte nach meiner Zeit als Betriebsleiter im Planiger Weingut Emrich Montigny keinen Vollzeitjob annehmen, weil ich mir selbst einen kleinen Weinberg aufgebaut habe, den ich betreiben und beackern möchte. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Mitarbeitern ist sehr gut. Es macht Spaß hier zu arbeiten, ich bin optimistisch und zuversichtlich.

Was war als Kellermeister ihre vordinglichste Aufgabe?

Sebastian Schneider: Ich habe bereits bei der Traubenannahme eine strikte Trennung des Lesegutes vorgenommen, um anschließend in möglichst kleinen Edelstahlbehältern temperaturgesteuert zu vergären. Im Kelterhaus ging es darum, die Trauben umgehend und schonend zu verarbeiten.

Sie gelten als innovativer und kreativer Weinmacher. Was haben Sie hier vorgefunden?

Sebastian Schneider: Alles braucht seine Zeit, gerade im Keller geht nichts von 0 auf 100. Meiner Meinung nach ist hier nicht das Optimum herausgeholt worden, wir wollen auch strategisch und vermarktungsmäßig neue Wege einschlagen.

An was denken Sie da?

Sebastian Schneider: Das Potential muss besser ausgeschöpft werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, durch eine steigende Qualität müssen wir Stammkunden und Endverbraucher zurück gewinnen und müssen den Fachhandelsbereich verstärkt ansprechen. Die Hälfte unserer Anbaufläche ist mit Riesling bestockt.

Will heißen, Stärken herausarbeiten?

Sebastian Schneider: Genau. Die Mittlere Nahe und Meddersheim wird immer stärkstes Riesling- Anbaugebiet bleiben. Wir haben die neue Sorte „Riesling Alte Rebe“- die super gelungen ist. Aber auch traditionsreiche Lagen wie Altenberg oder Rheingrafenberg müssen unsere ganze Wertschätzung erfahren. Wir müssen das erhalten, was Generationen vor uns erschaffen haben.

Wie weit ist die Vegetation zurück?

Sebastian Schneider: Die Natur ist quasi nur eine Woche zurück, aber sie steht in den Startlöchern, die Pflanzen sind bereit, jetzt ist Austrieb und es geht ab wie die Post. Hoffentlich gibt es keine Frosteinbrüche.

Was hat am meisten bei der 2012-er Präsentation bewegt?

Sebastian Schneider: Der Kundenkontakt ist enorm wichtig um Wünsche oder Veränderungen auszuloten und zu eruieren. Es gab sehr gute und konstruktive Gespräche, auch gerade deshalb, weil ich nicht in den Verkauf involviert bin. Nach Jahren stellten wir erstmals wieder ein Spätburgunder Blanc de Noir vor und der Sommerhit „Fleur du Soleil“ zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.


Peter Cech, (links) und der neue Kellermeister Sebastian Schneider