Luther-Jahr: Becherbacher Laienspielschar dreht die Zeit um 500 Jahre zurück - Absolutes Jahres-Highlight - Reformationszoff hautnah am 9.9. erleben

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Becherbach. 500 Jahre Reformation – landauf landab ist das Lutherjahr in aller Munde. Auch die Becherbacher Laienspielschar, Kirchengemeinde und die VG Kirn-Land haben den 9.September zu einer ganz speziellen Festspielaufführung auserkoren; - die Vorbereitungen beginnen.

Rückblick: 2009 in der Becherbacher Kirche, im Kirchgarten, in der Brücke und vor laufenden TV-Kameras sowie 2011 rund um die Stiftskirche St. Johannisberg sorgte die Laienspielschar weit über Kreisgrenzen hinaus mit einer authentischen Inszenierung für Furore. Und schon damals war klar, dass in einem traumhaften Ambiente bei Kerzenschein und Schwedenfeuer 2017 im Lutherjahr erneut die Zeit um 500 Jahre zurückgedreht und voller Leidenschaft und Dramaturgie das Reformationsspiel und Luthers Anschlag der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg als das epochalste Ereignis seiner Zeit von den Becherbachern wiederholt wird. Mit von der Partie dürften dann sicherlich die Lichtenberger Burgfräuleins und  Burgmannen mit ihren Schwertern um Achim Engel sein, die sich erst im Jahre des Herren MMXV („Anno Domini 2015“) gegründet haben.

Das war zwei Mal ganz großes Live-Kino vor Ort: „Kaiserliche Majestät, hochwohlgeborene Kurfürsten, edle Ritter, stattlich-holde Frauenzimmer, Volk von St. Johannisberg und aus den benachbarten Gemarkungen, dies ist ein ganz besonderer Tag“, begrüßte 2011 Pfarrer Volker Dressel ergriffen in einer nicht alltäglichen Anrede. Martin Luther habe oft mit sich gehadert und um Gottes Hilfe gefleht. Solch ein Spektakel und den voluminös gesungenen Eingangschoral „Sonne der Gerechtigkeit“ dürfte die kleine Stiftskirche seit ihrer urkundlichen Erwähnung 1283 noch nicht erlebt haben, schwärmte er. „Ich denke, es ist Heiligabend. Aber: Wie geht sie auf, die Tür zum Paradies? Das Volk lechzt nach Befreiung und Veränderung“, rief Dressel aus, und gab die Kanzel frei für den Dominikanermönch und papstreuen Ablassprediger Johannes Tetzel. Der frühere Becherbacher Pfarrer Horst Grothe spielte diesen Part; - sein Widersacher war Frederik Fisher als Martin Luther, der sich vor den Augen des Kaisers (Steffen Barth), vor Klerus und Volk in Gestalt der Kurfürsten in prächtigem Gewandt mit Hermelinüberwurf fetzige Wortscharmützel mit Tetzel lieferte. Ein Augen- und Ohrenschmaus, - die Zuschauer dürfen sich freuen, denn: Mit dem Anschlag seiner 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche zu Wittenberg warf Luther eine brennende Lunte ins Pulverfass, das die abendländische Kirche zerriss und Reformationsfeldzüge nach sich zog.

Zu den Bildern: In Kirn-Land darf im Lutherjahr natürlich eine exklusive Aufführung über den Reformator nicht fehlen. 2009 in Becherbach und 2011 in der Stiftskirche St.Johannisberg über Hochstetten-Dhaun war das mehrstündige Schauspiel eine Augenweide.


Stiftskirche St. Johannisberg

Becherbach