Mischanlage der Otzweiler Straßenbaufirma Rodenbusch an L 183 abgerissen

Kategorie: Otzweiler, Lokale News an Nahe und Glan, Industrie

 

Kirn. / Otzweiler. Holz splittert, Blech kreischt und schweres Baugerät, Schleifhexen und Schneidbrenner zerschneiden Eisenträger wie Butter und lassen das Gebälk kontrolliert in sich zusammenkrachen. An der L 183 fällt am Kirner Steinbruch mit der Asphaltmischanlage der Otzweiler Straßen- und Tiefbaufirma Rodenbusch ein weiteres Industriedenkmal und wird abgerissen. Zurückgebaut heißt dies im Fachjargon. Noch 2006 wurde kräftig in die Anlage investiert und sie modernsten Anforderungen angepasst. Aber extreme Kostensteigerungen machten die Mischanlage unrentabel und unwirtschaftlich: „Wir haben bei jeder Tonne draufgelegt“, nennt Firmenchef Jörg Rodenbusch Gründe und ist selbst ein wenig über das Tempo überrascht: „…wenn wir das gewusst hätten!“. 1990 kostete die Tonne Bitumen 130 Mark, Ende 2011 kostete dieses „Erdpech“ als Bindemittel 570 Euro je Tone. Hinzu kommt,dass diese Anlage mit Heizöl, neuere Anlagen jedoch mit Kohlenstaub kostengünstiger betrieben werden können. Auch hier sei der Heizölpreis von 30 Pfennig im Laufe von Jahrzehnten um über 400 Prozent gestiegen. Zudem sind neuere Anlagen problemlos in der Lage, Recyclingmaterial ins Mischgut einzuarbeiten. Selbstverständlich werde die Otzweiler Firma je nach Baustelle Bitumen- Trag-und Deckschichten vom nächstmöglichen Standort aus anfahren und kostengünstiger als bisher einbauen können, informierte Jörg Rodenbusch.

1953 als Teermischanlage gebaut, wurde das Relikt Anfang der 1960-er Jahre als Asphalt-Mischanlage betrieben. Die Otzweiler Firma hatte das Areal in den Anfangsjahren von der Deutschen Bahn AG und später von der Basalt AG / BVG gepachtet. Der neue Tank stadteinwärts sollte gestern noch abgebaut und nach Neu-Bamberg zu einer Anlage transportiert werden und dort Verwendung finden. Ebenfalls sauber zurückgebaut werden soll der Torbogen mit dem markanten Schriftzug „Nahe-Hunsrück-Baustoffe - Werk Hellberg“,der derzeit noch die über die vielbefahrene L 183 prangt. Verkehrsbedingt soll dieser Abriss nachts von der BAG /BVG zurückgebaut, quasi ersatzlos abgerissen werden, wodurch sich das Erscheinungsbild am östlichen Stadtrand verändern wird.


Ein Industrierelikt fällt

Auch der Torbogen über die L183