Chor der evangelischen Kirchengemeinde Becherbach singt sich in Zuhörerherzen

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Becherbach. / Monzingen. Draußen lag die weiße Pracht, und nur im Schneckentempo war für Mechthild und Friedrich Mayer aus Meisenheim und die anderen Solisten und Mitglieder des Chores der evangelischen Kirchengemeinde Becherbach die Anreise zu zwei besonderen Konzerten unter dem Motto „Nun singet und seid froh“ gestern Nachmittag in Becherbach und am Samstag in der Monzinger Martinskirche möglich. Zu allem Überfluss fiel der Dirigentin noch die Stimmgabel in den tiefen Lüftungsschacht in Monzingen. Spontan stellten Gemeindeglieder eine Leiter an und dieses Engagement zauberte Mechthild Mayer ein dankbares lächeln ins Gesicht, da konnte nichts mehr schief gehen. Überhaupt hielt das Publikum seinen Applaus nicht bis zum Schluss zurück und erhielt eine Zugabe. In Becherbach war es die räumliche Nähe zum Publikum, in Monzingen stand der Kirchenchor auf der Treppe vor dem Altar zwischen Chorraum und Kirchenschiff, was der Akustik sehr förderlich war.

Es war ein farbenprächtiges Mosaik herrlicher Klangfarben mit Chorälen, Motetten und Weihnachtsliedern, angefangen von der Adventszeit bis zum Dreikönigstag Epiphanias. Die Lobpreisung von Gott Vater und seinem Sohn Jesus Christus als Friedefürst war allgegenwärtig. Mit dem Magnifikat, dem Lobgesang der Maria und der Ankündigung der Geburt Jesu, einmal von Lukas Osiander (1586) „Nun kommt der Heiden Heiland“ für die Adventszeit und dem Magnifikat von Heinrich Schütz (1657) „Meine Seeleerhebt den Herren“ begann das Konzert, Pfarrerin Kirsten Arnswald aus Becherbach las aus dem Evangelium des Lukas.

Ganz professionell spielte ein Bläser- und Streicherensemble eingangs „Ricercar pro Tempore Adventus“ und ein Weihnachtsoratorium „Tollite hostias“ von Camille Saint-Säens aus der späten Spätromantik, was die ganze stilistische Bandbreite wiederspiegelte. Mit grandioser Klangfülle, dynamisch-jubilierend und harmonisch wie aus einem Guss überraschte der Chor der evangelischen Kirchengemeinde Becherbach seine Zuhörer. „Heute ist Christus geboren“ und „Denn es ist uns ein Kind geboren“ aus dem Oratorium Messias von Georg Friedrich Händel (1685- 1759) waren brillant und konzentriert vorgetragen und ein Hörgenuss nach den Festtagen.

Natürlich durfte auch nach einem Instrumental- Vorspiel der Lieblingskomponist von Kirchenmusikerin Mechthild Mayer, Johann Sebastian Bach, nicht fehlen, wo gemeinsam im Wechsel mit dem Chor auch die Gemeinde eingebunden war, und gefühlvoll getragen und in sich ruhend „Ich steh an deiner Krippen hier“ gesungen wurde.

Als stiller Beobachter übertrug Pfarrer Friedrich Mayer seine Gedanken ins Hier und Heute mit der Quintessenz: Alles sei ihm vertraut, nicht fremd und sei so, als würde er „ins Antlitz des Kindes seiner Nachbarin blicken“. Ein Alt- und Blockflöten-Ensemble spielte großartig eine Pastorale aus Dalmatien, eine Weise aus dem Sudetengau und Salzburger Hirtenmusik. „Lobt Gott ihr Christen allzugleich“ war im Choralvorspiel vom Meister des Nordens, Dietrich Buxtehude, von Bach im Choralsatz und von Johann Hermann im Chorsatz zu hören. Mit der frohen Botschaft  „Nun singet und seid froh“ (In dulci jubilo) von Michael Praetorius (1571-1621) wurden die begeistert applaudierenden Zuhörer ins neue Jahr verabschiedet.  Bernd Hey.

Mitwirkende waren Stefan Hausmann (Horn), Heilswint Hausmann und Julia Scheich (Violine), Jakoba Hausmann (Violoncello), Caroline Huppert (Cembalo und Orgel) und ein Blockflötenquartett mit Sigrid Schlarb, Rita und Esther Philippi, Simon Jakoby, Klaus Schlarb, Karin Kehl, Annemarie Rheinländer und Friedrich Mayer. Die Leitung hatte Mechthild Mayer.


In Monzingen und Becherbach...

..zwischen Advent und Epiphanias