Apollochöre Meddersheim mit beeindruckendem Kirchen-Benefizkonzert am Pfingstmontag - Emotional, mitreißend und ein Hörgenuss für alle Sinne

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Fotos unten nach Textende -Meddersheim. Das Apollo-Konzert in der vollbesetzten Martinskirche mit seiner geradezu prädestinierten Akustik für derlei stark singende Chöre und Solisten zugunsten der Soonwaldstiftung „Hilfe für Kinder in Not“ wurde zu einem Hörgenuss für alle Sinne. Durchgängig lebensbejahende Chorsätzen und die Lob preisende Hommage an die Schöpfung kamen in allen Sequenzen zu Gehör, besonders der zweite Teil fokussierte die Schönheit dieser Welt.

Fast zwei Jahrzehnte lang habe es ein solch bedeutendes Benefizkonzert am Pfingstmontag nicht mehr gegeben; - es sei seit Oktober bei den Proben schon im Vorfeld für die beiden Apollo-Chöre pure Freude gewesen, dieses Konzert als musikalische Herausforderung zu gestalten, rief Erste Vorsitzende Susanne Dieter den Zuhörern zu und dankte für zahlreiches Kommen.

Und weiter sagte sie: „Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt und erfüllte das ganze Haus. Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jede von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden vom heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden. ….Weiter heißt es: `… jeder hörte sie in seiner Sprache reden`. Wir haben heute für Sie Lieder dabei, die um Frieden bitten. Eine Sehnsucht, die so alt ist wie die Menschheit selbst und doch in so vielen Teilen dieser Welt so schwer zu erreichen ist. Aber auch bei uns gibt es nicht nur Frieden. Die kleinen Streitereien im Alltag, die immer wieder aufkeimenden Gewalttaten gegen unsere Ausländischen Mitbürger  – auch sie sind es Wert zu singen: „Herr gib uns deinen Frieden“. Wir werden in unseren Liedern Gott loben und preisen in den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen: in Form von Gospel, im Halleluja von Taize, ein Hallelujah wie Wolfgang Amadeus Mozart es komponiert hat, ja sogar auf lateinamerikanische Art. Es gibt hier eine so große Auswahl, dass wir uns für eine aus unserer Sicht interessante Mischung  entschieden haben. Ja manchmal singen wir auch in fremden Sprachen, aber ich bin mir sicher, Sie werden vom Geist erfüllt werden. Denn in der Musik ist es wie an Pfingsten in Jerusalem: „Jeder hört sie in seiner Sprache reden“ oder in diesem Fall besser gesagt – Singen. Zitatende.

Vom Pfingstgeist beseelt gab das Eingangslied „Dach über dem Kopf“ des zeitgenössischen Komponisten Matthias Kreuels die Stimmung und Tageslosung vor, wie wichtig Heimat und Geborgenheit sind, wenn nach der Apostelgeschichte an Pfingsten – wie zuvor erwähnt- vom Himmel her ein Brausen und Zungen von Feuer herniederfahren und das ganze Haus erfüllen. A-Kapella folgte das feierlich-getragene „Domine pacem da nobis“ (Herr, gib uns den Frieden) und „Näher, noch näher“. Der Apollochor sang wie aus einem Guss, hoch konzentriert und brillant, und wurde dezent am Klavier von Caroline Müller begleitet.

Sopranistin Maryna Bense, seit 2012 "Lützelsoon-Botschafterin der guten Taten", sang eine Arie aus „Stabat mater“ und Mozarts „Hallelujah aus „Exultate Jubilate“. Sie wurde musikalisch von ihrer Nichte Regina Fritzler begleitet. Ein Sahnehäubchen war das Duett „Panis angelicus“ mit Tenor Jürgen Frank. Der Meddersheimer Chorleiter brillierte kraftvoll mit Nachhall beim „Selig sind, die Verfolgung leiden“ und erntete Sonderapplaus. Gefeiert mit lang anhaltendem Beifall wurde Maryna Bense, die in höchsten stimmlichen Sphären mit Romanzen von Franz Schubert „Du bist die Ruh“ und „An die Musik“ ihre Zuhörer faszinierte.

Mit Theo Fischers Sonntagslied „Der Tag versinkt im Abendglanz“ und einem schnippend und klatschend voll Pep und Esprit vorgetragenem Spiritual-Medley sang sich der Apollochor lebhaft und mitreißend in die Zuhörerherzen und erntete Jubelrufe und Beifallsstürme.

Nach eineinhalb Stunden und 17 ausdrucksstark interpretierten Gesängen mit ganz starken Texten war es Solist und Chordirektor Jürgen Frank selbst, der vor dem bekannten und mit stehendem Applaus von beiden Apollochören gesungene „Halleluja von Taize`“ das Wort ergriff. Emotional, aber kurz und prägnant erläuterte er, warum bei freiem Eintritt als Obolus „das Portemonnaie öffnen“ und diese Aktion der Hilfe für „Kinder in Not“ so wichtig und wertvoll ist: Er selbst sei vor knapp sechs Jahren an Leukämie erkrankt, habe eine Stammzellspende erhalten und in der DKD- Klinik Wiesbaden zwischen Hoffen und Bangen Weihnachten und Silvester verbracht. Hier seien er und seine Familie vom Förderverein „EOS Wiesbaden e.V.“, quasi einem Pendant zur hiesigen Soonwaldstiftung, fürsorglich betreut worden. Man habe sich vorbildlich gekümmert, was wesentlich zur Gesundung beigetragen habe, sagte er.

Zur Halbzeit des Konzertes stellte Vorsitzender Herbert Wirzius den 1996 gegründeten und aktuell 691 Mitglieder plus 520 Institutionen wie Vereine oder Unterstützer zählenden Förderverein Lützelsoon,  sowie die 2001 gegründete Soonwaldstiftung „Hilfe für Kinder in Not“ vor. (www. Heylive de berichtete mehrfach).

Zwischen Gemeindehaus und Martinskirche waren Pavillons zum Stehempfang und zur Nachbesprechung aufgestellt. Jürgen Frank zählt im Apollochor „schon zum Inventar“, wie die Vorsitzende lobend erwähnte. Der traditionsreiche Apollochor 1851 mit 37 Stimmen ist erster Kulturträger der Weinbaugemeinde, neben weltlichen Konzerten hat er mittlerweile das  7. Sonntagsnachmittags- Schlagercafe` als ein Publikumsmagnet fest etabliert. Vor fünf Jahren wurde „Apollo 2010“ gegründet, der einmal monatlich mit U 60– Stimmen probt und mittlerweile 20 Sängerinnen und Sänger zählt, die ebenfalls unter Chordirektor FdB Jürgen Frank gereift sind und beim Kirchenkonzert hoch konzentriert und voller Leidenschaft eine makellose Visitenkarte hinterließen: „Da pacem Domine“, „We will bless him“, „Heilig, heilig, heilig“ und „Power“ waren Werke, wo Sangesfreude und Probenfleiß hörbar wurden. Bernd Hey.

Zum zweiten Foto links oben:  Apollo-Vorsitzende Susanne Dieter (von links), Chordirektor Jürgen Frank, Sopranistin Maryna Bense und Klavierbegleiterin Regina Fritzler galt besonderer Dank beim Benefizkonzert in der vollbesetzten evangelischen Martinskirche.


Mitreißendes aus dem Gospel-Genre

Beschreibung siehe Textende

Beide Chöre beim Taize`Hallelujah...

...vor "standig Ovations"

Apollo 2010: Leidenschaftlich