Ostern 2020 in Coronazeiten - Wir schaffen das: Das Leben siegt!

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LachendFotos unten anklicken. Ostern 2020 in Zeiten der Coronakrise - „Am Ende siegt das Leben“ lautete die kirchliche Oster-Botschaft der gedruckten Sonderedition in einer Auflage von 1,4 Millionen Stück in 17 Tageszeitungen. Denn die Kirchen sind geschlossen – nur vereinzelt werden Gottesdienste via Internet übertragen. Auch in Kirn oder Rehborn.

Aber es fällt sehr schwer, den düsteren Karfreitag im Hinblick auf Ostern einfach überspringen zu wollen, denn ohne das eine gäbe es das andere nicht! Glück & Pech, Höhen und Tiefen, Licht und Schatten sind Geschwister, zwei Seiten einer Medaille, und ausgerechnet am Karfreitag meldet der Bundesstaat New York während der alles überschattenden Corona-Pandemie 2.000 Corona-Tote an einem Tag. 2000, am Karfreitag 2020. Das Osterfest und die Auferstehung hat noch nie so nackt und entfremdet vor uns gestanden. Erstmals seit 1977 musste der Trampclub in Otzweiler sein Ostereiersuchen für die Kinder verschieben. Beispielsweise.

Rainer Gräff von der Kirner Zeitung / Öffentlicher Anzeiger KH beschreibt die Fassungslosigkeit beim Menschensterben der Pandemie so, Zitat: „…Wir sehen, wie in Italien in der Nacht Leichen in Militärlastwagen weggekarrt werden. Wir sehen, wie in Amerika Tote in riesigen Kühlanhängern aufbewahrt werden, wie sonst Schweinehälften…“ Zitatende. An Ostern sind weltweit 1,8 Mill. und 109.000 Todesfälle bestätigt, in D 125.452 und 2.871 Todesfälle (Stand 12.4.2020, 10 Uhr).

Und am Ende weist Redakteur Gräff darauf hin, dass es mit den wahren und gesellschaftlichen Werten und dem Glauben an sich, der längst nicht mehr zur menschlichen Basisausstattung zählt, so eine ganz eigene Sache sei. Jedenfalls sind nach der Infektionskrankheit COVID-19, die durch ein neuartiges Virus verursacht wird, die verdrängten Probleme der Welt vom Klimawandel über die Steuerungerechtigkeit, bis hin zum Dieselfahrverbot oder der Flüchtlingskrise nicht ad Acta gelegt.

Bleiben wir vor Ort, an Nahe und Glan: Auch in der Coronakrise muss „Geld rein und Geld raus!“, wie dies Gemeinderäte in Seesbach, Kirschroth oder Simmertal und im Kirner Land formulierten. Will heißen, die Arbeit muss weitergehen - Einkaufen und Leben muss man auch. Dass der Kreis KH im Team mit Landrätin Bettina Dickes an der Spitze einen Super-Job erledigt, muss ausdrücklich lobend und mit Dank erwähnt werden. Auch VG-Bürgermeister Markus Lüttger in Rüdesheim.

„Am Ende siegt das Leben“, wie eingangs erwähnt, reicht an Ostern 2020 nicht ganz. Ja, in (Corona-) Krisenzeiten rücken die Menschen zusammen, sind kreativ und kooperativ um Herausforderungen zu meistern, haben Verständnis Füreinander und die Situation verstanden, helfen sich vorbildlich gegenseitig. Chapeau! Aber: Das „dicke Osterei“, bildlich gesprochen, das dicke Ende kommt noch – finanzielle und wirtschaftliche mega-Verwerfungen auf breiter Front. Alle sind betroffen. Alle. Aber was ist das für eine Welt, wo „der Staat“ 200.000 gestrandete Urlauber nach Hause zurückfliegen muss? Jeder ruft nach dem Staat. Wer ist der Staat?

Auch an Nahe und Glan sind die Herausforderungen in Fusionszeiten und Rufe nach dem Staat gewaltig, weil Bonizahlungen, Rendite und Profite Priorität haben. Weil der Staat Gesetze macht und die Kosten durchreicht - Beispiel Kita. „Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert!“ Der alte Karl Marx Spruch ist so lebendig wie nie zuvor. Schlagzeilen und regionale Themen an Ostern 2020 vor Ort, im ganzen Nordpfälzer Bergland, in Hundsbach, Limbach und Simmertal lauten: „Home Office impossibility“ - übersetzt: „Arbeiten von zu Hause aus unmöglich“. Ostern 2020. In Simmertal sichern mittlerweile im Ort 13 WLAN Router, privat finanzierte Freifunk-Soonwald-Hotspots, den Internetempfang. In vielen Gemeinden ist die Infrastruktur mangelhaft, die Landflucht gravierend, gang und gäbe. Kommunaler Finanzausgleich? Solidarität? Fehlanzeige! Platzhirsche sind Rosinenpicker, liefern mickrige 1.200 Mbit/Sekunde und berechnen 16.000 Mbit/s Leistung. Hammer. Wo ist das Kontrollorgan? Jetzt muss „der Staat“ die „weißen Flecken“ schließen – aber er tut es, jedenfalls in Hundsbach und Limbach, flächendeckend nicht! Und was hat man uns, den gutgläubigen Bürgern, nicht alles erzählt? Was hat sich politisch diesbezüglich seit 12 Jahren verbessert? Was ist verbindlich? Internet-Medien, TV und Chronisten, Zeitzeugen und Tageszeitungen sollten keine solch unliebsamen Fragen stellen, sondern den Bürgern positive Antworten liefern! Auch das scheint in diesen Zeiten unmöglich und driftet immer weiter auseinander. Leider.


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