Nachruf: Helmut Kohl & Co. bleiben unvergessen - Es waren gute Jahre!

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>>Als ich halb so alt war wie heute, war ich politisch motivierter und aktiv, Parteimitglied, Rastmitglied und habe zwei Mal mit großem Tohuwabohu, Werbeflyern und Reklame als Ortsbürgermeister ausschließlich für die Sache kandidiert. Mir fehlte die "Hausmacht"...

Und wieso auch immer, wollte ich, wenn es irgend möglich war, mehreren Politikern gerne noch im Leben „die warme Hand“ schütteln - oder zu ihrer Beerdigung gehen,  mich ins Kondolenzbuch eintragen. Namentlich Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher und Helmut Schmidt. Der Geist war willig – aber das Fleisch schwach…. Trotzdem durfte ich 2002 den Altkanzler Kohl näher sehen und live erleben.

Nach dem Tod von Helmut Kohl haben mich die jungen Menschen, die Junge Union, tausende Bürger, die Blumen brachten, die letzte Ehre erwiesen und sich in Kondolenzbücher eintrugen, nicht überrascht. Ich kann sie gut verstehen und bin ganz nah bei ihnen. Es freut mich, wenn die Verdienste mehr gewürdigt werden, wie die Verfehlungen. In diesen Sphären fliegt Geld den Handelnden zu (Kohl, Hoeneß, CR7). Menschen haben den Familienvater, Landesvater, Vater der Einheit und Europas Ehrenbürger zum Messias gemacht und zu „Mutter Teresa“ ernannt. Menschen haben das gemacht. Helmut Kohl wollte nie mit sich verheiratet sein, „ich bin kein Heiliger und trage auch keinen Heiligenschein“, sagte er von sich und hatte das große Ganze im Visier. Ja, er war Machtbesessen, Strippenzieher, egozentrisch. Worte wie Seilschaften gewinnen in der Stunde seines Todes eine ganz eigene, andere Bedeutung. Und er hat zu Lebzeiten einen ganz hohen Preis bezahlt – wohlwissend das sein letztes Hemd keine Taschen hat.

Ganz nebenbei bin ich mir sicher, würde er noch regieren, dass er vorher den undankbaren Engländern vorgerechnet hätte, was der Brexit sie kostet. Kohl hätte getreu seinem Wahlspruch „…die Karawane zieht weiter“, oder „Was juckt es eine Deutsche Eiche, wenn sich eine Sau dran kratzt“,  dem Amerikaner Donald Trump seine wahre Größe aufgezeigt- „Die Polen“, Ungarn oder dem respektlosen Wichtigtuer und Nichtsnutz  Erdogan zur Räson gerufen und klare Kante gezeigt. Kohl hätte Panzer an den Bosporus geschickt - bildlich gesprochen Der Trottel Erdogan tanzt der Welt auf der Nase herum und kassiert Euro-Milliarden. Andererseits: Die Deutschen ("Berlin") sind nirgends beliebt - auch nicht in Frankreich. Und was wäre wenn und aber und hätte – Fahrradkette…

Ich lebe im heute, nicht rückwärtsgewandt und nicht in der Vergangenheit. Aber: Mir graust es vor solchen RLP „Ministerinnen“ wie Ex-Claudia Martini, Ex-Evelyn Lemke, Anne Spiegel, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, ja, ich spreche ihnen jede Qualifikation und Kompetenz ab. Struktur, Gradlinigkeit und eine Werte-Leitlinie fehlen, es wird Lobbypolitik auf Zurufen gemacht, sich an der falschen Stelle totgespart - die Bürger bezahlen den Nonsens. Immer nur drauf! - ein Beispiel: EEG.

Der Bad Sobernheimer VG-Bürgermeister sagt in solchen Situationen, wenn das Manko an Politikverdrossenheit, am Ehrenamt, an Mandatsträgern, an Machern und Charakteren immer größer wird,  Zitat: „…man kann nur mit denen tanzen, die im Saal sind“. Zitatende. Stimmt. Man kann sich aber den Tanzpartner aussuchen – und notfalls das Tanzen sein lassen.

Es waren gute Jahre mit Schmidt, Kohl oder Genscher, mit Konrad Adenauer, Willi Brandt und Herbert Wehner. Es waren im Nachhinein für mich große Staatsmänner mit Visionen, die eine Aura umgab, die aus der unrühmlichen deutschen Geschichte heraus ihre Lehren zogen, für die der Handschlag zählte, und die unseren heutigen demokratischen Grundstein von Freiheit und Wohlergehen legten und die es so heute nicht mehr gibt. Schade.