PARADOX: RWE vergisst Hauptzuleitung und bestätigt Lapsus - Umsetzer wird zu "Schildbürgerstreich" - Wie in alten Zeiten- Allgemeinheit zahlt Zeche!

Kategorie: Meddersheim, Kreis KH, Allgemein, Lokale News an Nahe und Glan, Highlights

 

Fotos unten: Meddersheim. Es ist ein Schildbürgerstreich, der seinesgleichen sucht, so sieht es jedenfalls nicht allein der Seniorchef des Meddersheimer VitalResort Menschel und ärgert sich kopfschüttelnd über den Dreck vor und um sein Anwesen seit Monaten. Heimlich, still und leise wurde jetzt kurz vor Weihnachten 2011 von der Allenfelder Tiefbaufirma Harry und Patrick Schäfer dieselbe, weit über ein Kilometer lange Trasse aufgebaggert, in die erst vor Monaten Kabel verlegt wurde. Erneut wurde in strömenden Regen derselbe Graben aufgebuddelt, weil "einiges schief  lief", wie die OIE AG-Pressesprecherin, Frau Doratio, freimütig bestätigte; - ein Hauptstromkabel wurde schlichtweg vergessen! Günter Menschel hatte die Bauarbeiter aber schon vor Monaten mehrfach darauf hingewiesen, und deshalb sei sein Unmut von einem unglaublichen Schildbürgerstreich noch größer.

„Wer bezahlt das alles- wer übernimmt die Verantwortung für diesen Schildbürgerstreich?“, fragen sich  Meddersheimer Bürger und Ratsmitglieder, die aber ungenannt bleiben möchten. Grund: Die Gemeinde hat schon im Rahmen der Aktion "Mitarbeiter vor Ort" einige Spenden am Spielplatz und Kindergarten erhalten, und da will niemand gern"Nestbeschmutzer"" sein. Fakt aber ist: „Die Kosten zahlen in beiden Fällen die Bürger. Wie schon immer. Wenn eine Straße fertig und feierlich eingeweiht war, dann kamen Panzer und machten im Ort Manöverübungen oder kamen Bagger und buddelten für ein Telefonkabel ein Loch, und warum soll dies heute anders sein?” das ist die Meinung vieler Älterer. Die Allenfelder Tiefbaufirma verwies an Auftraggeber SAG, diese an die RWE und die an die OIE AG in Idar-Oberstein und die an die dortigen Pressestelle, die den Sachverhalt bestätigte und bedauerte, dass da einiges schief gelaufen sei und ein Kabel fehlte.

Rückblick: Zur Verbesserung und zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit des neuen digitalen Sprechfunk- und Datensystems für Polizei, Rettungsdienste, THW und Katastrophenschutz sollte ursprünglich in der Meddersheimer Gemarkung „Vor dem Lohdinger“ hinter dem Kurhaus Menschel nahe der Weinbergslage Rheingrafenberg eine Trafostation mit Sendemast gebaut werden. Der Standort verspricht eine weite Ausstrahlung ins Nahetal sogar bis Langenthal im Norden. Nach Beratungen im Gemeinderat wurde ein alternativer Standort weiter westlich Richtung Merxheim in „Eisendell“ im März vom Gemeinderat genehmigt. Weiterhin wurde in nichtöffentlicher Sitzung für den schlanken, mindestens 30 Meter hohen Stahlbetonmast und die dazugehörige Betriebskabine ein Wegenutzungsvertrag mit dem Land Rheinland-Pfalz wegen des Zubringerweges zum Funkturm beschlossen. Private Funkanbieter als Untermieter für diesen Turm wurden vertraglich ausgeschlossen. Der Standort bei Meddersheim sei dann der erste Mastneubau im Landkreis Bad Kreuznach, wo man an bislang neun Standorten schon vorhandene Funkmasten mitnutzen könne - ein Verfahren, was man zwar schon aus Landschafts- und Naturschutzgründen zwar anstrebe, aber in der Meddersheimer Gemarkung eben aufgrund fehlender Masten nicht durchzuführen war, hieß es damals von Experten. Die Baumaßnahme begann im Sommer und schien im Herbst beendet.

Schon damals fragte Günter Menschel mehrfach gezielt nach, wo denn der Strom für den Umsetzer in Eisendell herkomme, steht doch auf seinem Kurhaus-Areal direkt am Nahe-Radfahrweg eine Trafostation. Jetzt, nachdem kein "Saft" in Eisendell war, gingen bei RWE alle Lampen an, wurde erneut aufgebuddelt und ein Stromkabel gelegt, jetzt wurde Mensches Strommast plötzlich angezapft. „Die jetzt ausführende Firma kann nix dafür“, lässt Menschel die Arbeiter nicht im Regen stehen. Sie arbeiten an der „Notfallmaßnahme“ sechs Tage in der Woche trotz starkem Regen und aufgeweichtem Boden: Am 22. Dezember kommen die Weihnachtsgäste ins Vitalresort-Menschel und davor und drum herum sieht es derzeit noch trostlos und dreckig aus. „Die Sauerei für die Gäste ist kein schöner Anblick!“, soviel steht fest: Monika Menschel sagt, was sie denkt!


Umsetzermast mit Station in Eisendell

Baustelle paralell zur L232 am Radfahrweg

direkt vor Menschels zum zweiten Male