Rudi Weichbrodt sieht die Kraniche ziehen- Ein Simmertaler "Original"

Kategorie: VG Kirn-Land, Simmertal

 

Der Ornithologe ist seit über fünf Jahrzehnten Anwalt von Flora und Fauna

Smiley Simmertal: Ganz früher, in seiner Kindheit Ende der 1930-er Jahre habe Rudi Weichbrodt mit dem Flobbert Spatzen abgeschossen. Obwohl es eine andere Zeit war, (Spatzen waren „Volksschädlinge“), tut ihm dies heute leid, wie er frank und frei bekennt, und in seinen Memoiren schreibt. Nicht jedem erzählt er davon. Der Simmertaler Ornithologe und Botaniker arbeitete einst in der Kirner Brauerei. Wenn es der Natur an den Kragen und ihre Gesundheit geht, wenn Orte gegen Windräder mobil machen, dann ist der Simmertaler erster Fürsprecher. Er ist Umweltschützer, Orchideenliebhaber, VBW-, NABU Mitglied und vielfach-honoriger Aktivist für Flora und Fauna und Umweltschützer par Exzellent. Er weiß über alles Bescheid: Dass der Feldsperling ausgestorben ist, wo Magerwiesen angelegt sind, und wo genau die Kraniche starten, gefüttert werden und wo sie landen. Seit 1964 dokumentiert er penibel und akkurat den Kranichflug der Region. Im Volksmund heißt das Federvieh auch „Halgänse“, nach einem ungleich-schenkligen Haken benannt, der früher nützlicherweise an jedem Ofen hing. So ähnlich sieht ihr Formationsflug aus. Das Fernglas und eine Spektiv mit 35-facher Vergrößerung stets griffbereit, wird Rudi Weichbrodt im Spätherbst auch von über 200 Menschen aus fast 100 Orten im Kreisgebiet, aus dem Nordpfälzer Bergland und dem Kreis Birkenfeld angerufen und über den Vogelflug informiert. Bis 40.000 Kraniche ziehen in knapp einem Monat über die Region. Mit ihren „Trompetenrufen“ wie Posaunen im Herbst klagend, schaurig schön und „Gänsehautfeeling pur“ verbreitend, reichen die Kommentierungen der Älteren Menschen von „wehklagend bis romantisch ehrfurchtsvoll“. 3000 Kilometer legen sie zurück. Zu seinem Geburtstag am 17. Februar kommen die ersten Kraniche schon wieder zurück. Dann nehmen sie eine kürzere Route von Frankreich durch die Eifel direkt in ihr Brutgebiet. Denn wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und oft gibt es kriegerische Auseinandersetzungen der jüngeren Tiere, weiß Weichbrodt, der am 17. Februar 2011 noch gerne seinen 85. feiern möchte. Niemals würde er freiwillig aufhören…….   

 


Blick hinauf zu Schloss Wartenstein

Weichbrodt (84) mit "Feldstecher"

Blick gen Osten zum Heimberg bei Wbh.