130 Jahre MGV Simmertal und kein bisschen leise...

Kategorie: VG Kirn-Land, Simmertal

 

Simmertal. Nach einjähriger Abstinenz lud der MGV Simmertal 1880 im 130. Jahr seines Bestehens zu einem Herbstkonzert ein, das Evangelische Gemeindehaus war proppenvoll besetzt. Bei den Männern sei die Lust am Singen und am Probenbesuch nach wie vor ungebrochen und ganz hoch angesiedelt, und daher freuten sich Vorsitzender Edelbert Busch und Paul Haak über den guten Besuch. Just zum Konzert waren sechs der 14 Stimmen verhindert, dennoch erhielten die neun unter dem fordernden Dirigat von Ingo Mastronardi dank ihrer brillanten Solisten vor allem beim Festgesang ebenso wie bei Mendelssohn-Bartholdys „Comitat“ oder den „Zwölf Räubern“ wahre Beifallsstürme. Ganz intensiv wird um Stimmen geworben. Im liebevoll herbstlich geschmückten Foyer erinnerte eine Bildertafel ans 130-jährige kulturelle MGV- Engagement  und an Zeiten, wo man noch personell mehr wagen und aus dem Vollen schöpfen konnte. Mit Liedern aus den Bergen und von den Kastelruther Spatzen sang sich der Engelchor vom ersten Takt an in die Herzen der Zuhörer. Chefin Adelheid Engel griff in die Klampfe und begleitete die 15 Damen, die bei ihrem Lieblingslied „Piroschka“ abgingen wie das sprichwörtliche „Rot` Mopedche“, außer Rand und Band gerieten, und das begeisterte Publikum stimmungsmäßig mitnahm. Ansonsten war beim Stuhlkonzert ausgewogener A-cappella-Gesang vom Feinsten dominant. Die gestandenen Mannsbilder „Simmphoniker“ um Karl-Eugen Kaiser im anthrazitgrauen Anzug mit schwarzer Fliege beherrschten als brillante Solisten ihr Genre meisterhaft. Das Ensemble erntete „Bravo“ und „Klasse“- Rufe vor allem bei Reinhard Meys Diplomatenjagd, Beatles Klassikern oder gesungenen „quack, quack quack“- Passagen über „Die Fröschin“. Der MGV Concordia 1883 aus Seesbach, der Gemischte Chor „Lyra“ 1884 aus Schmidthachenbach, sowie der mit fast 30 Stimmen stärkste Evangelische Kirchenchor Simmertal, allesamt von Ingo Mastronardi dirigiert, ließen ein Füllhorn beliebter Melodien erklingen. Alle vier Simmertaler Chöre gemeinsam sangen „Das Zauberwort“ von Theo Fischer und bewiesen eindrucksvoll und ausdrucksstark den hohen Stellenwert des Chorgesang in der größten Gemeinde von Kirn-Land. Am 24. Oktober lädt der 71 Mitglieder starke MGV zum Seniorenkaffee ein. Der Volkstrauertag wird gesanglich umrahmt, und mit dem Evangelischen Kirchenchor vor Weihnachten noch zu einem Konzert in der Kirche eingeladen.
Ehrungen: Vom Kreischorverband waren Vorsitzender Gerhard Bachmann (Bockenau) und sein Stellvertreter Jörg Kauffmann aus Monzingen gekommen. Sie ehrten für 60-jähriges Singen Erwin Lanz, Erich Ulrich und Erwin Hartmann mit Urkunde und der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes. Die reinland-pfälzische Landesnadel in Gold mit Urkunde erhielt Herrmann Keller für vier Jahrzehnte. Der MGV Simmertal dankte mit Präsent und ehrte treue, passive Vereinsmitglieder: Seit 60 Jahren sind „Alt-OB“ Willi Heß und Heinz Hugo Hill dabei. Für 25 Jahre wurde Manfred Emmert, Bernd Dietrich, Klaus Becker, Rudi Engel und Klaus Jürgen Schäfer gedankt, für zehn Jahre Günter Lorenz und Paul Haak.


Ehrungen im MGV

Schlussbild aller Simmertaler Chöre

Der Engel-Chor

Die Simmphoniker