Becherbacher Fassenachts-Bagaasch läuft bei 39. Kappensitzung zur Höchstform auf - Jeder Beitrag exklusiv - Tolle Kostüme - Tanz mit Graf Dracula ins Verderben

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Fotos UNTEN am Textende. Becherbach. Es knisterte im Gebälk und ging nicht mit rechten Dingen zu – es spukte  bei der 39. Kappensitzung, es gewitterte, krachte und knarrte. Skelette tanzten, Monster und Geister überall - der Gemeindesaal erschütterte in seinen Grundfesten und geriet außer Rand und Band: „Bei der Bagaasch geht´s mächtig rund, im Saal spuckt es zur Geisterstund`“ hieß das 2016-er Motto und bescherte Rekordbesuch. Schon bei der 2015-er „Great-Briten“-Nachlese und einem „Brainstrorming“ wurde das Motto ausbaldowert. Über drei Jahrzehnte war die Narretei inspirative MGV-Domäne und Ideenschmiede, 2011 gründete sich mit der „Bagaasch“ ein ganz starker Verein, um Kultur und Brauchtum im Ort zu pflegen.

Wochenlang wurde geprobt, während Harald Vetter mit Liebe und Leidenschaft an der Dekoration arbeitete – Fledermäuse und Spinnweben samt Bewohner hingen von der Decke. Graf Dracula, kleine und große Hexer und Hexenbesenreiter trieben über fünf Stunden ihr Unwesen. Atemberaubend und schaurig-schön war´s.

Auf höchstem Niveau jagte ein Höhepunkt den nächsten: Echte handgemachte und urige Dorffasenacht mit viel Lokalkolorit, jede Nummer ein Kabinettstücken, niemals unter der Gürtellinie, eigens für den Abend getextet und top-aktuell mit viel Herzblut auf die Bühnenbretter gebracht. Das war Spitze! Ganz viel Jugend machte mit, Head-Set, Spots und Mischpulte mit LED und Spezialeffekten sowie Nebelmaschinen, dazu Hofkapellmeister Rainer Hüsch mit Narrhallamarsch und Livemusik – ganz professionell ist die Becherbacher „Fassenacht“ gereift. Schon die 25-minütige Themen-Einführung mit Storys, Tänzen und Sketchen unter Leitung von Marika Huck war einsame Spitze und könnte Bände füllen. Jedem der über zwei Dutzend Kinder und Akteuren war seine Rolle auf den Leib geschrieben – Graf Dracula erwachte und „Thriller“ von Michael Jackson wurde vom restlos begeisterten Auditorium gefeiert.

„Geistreich un witzig, änfach genial – eure Sketche waren wirrer phänomenal“, rief Conférencier Silke Schätzel begeistert den Akteuren zu, denen keine Kalamitäten und noch so gut gehütete Geheimnisse im Ort verborgen blieben, was die Chronisten pfefferten und dem Licht der Öffentlichkeit preisgaben. Übrigens: Die kleine „Plärrerin“, die im Flurweg gerade ihre Eltern erzieht, ist die sechs Monate alte Mona. Ihre Mama Silke war jahrzehntelang „Schokos“ Liebling, bis der sich traute und „Ja“ sagte. 2010 führte Silke Reidenbach erstmals durchs Programm und ist heute im Dorf beliebte First-Lady.

Mit von der Partie trat zum 5.ten Male eine Deimberger Clique gruselig schön mit Yvonne Dindorf, Martina Engel, Jessica Theobald, Carmen Höbel und ihrer Ortschefin Susanne Heer auf: „Wir lieben das tolle Ambiente – Leitfaden und Ansporn aller ist der Bezug zu ihrem Dorf. Klasse!“, lobte sie.

Mit Mädels aus umliegenden Orten als „Zombie Ballerinas“, hübsch geschminkt und kostümiert, war die Bühne beim Tanz der „Wrecked dolls“ zu den Klängen „Time Warp“ aus der Rocky-Horror-Picture-Show proppenvoll. Anfang der Woche musste man weiteren Mitmachanfragen absagen, bedauerte Eva Schneberger, die den Pegasus-Orden unserer Zeitung erhielt.

Die Vorträge von Markus Scheich als griechischer Geist, von Andreas Wöllstein als Gourmet-Koch, Gesang von Carsten Matzen über den Baumarkt im Gewerbegebiet und das „Narrenschiff“ oder Büttenbeiträge der beiden echten Barth`e Buwe Manfred und Heiko waren gefeierte Volltreffer. Neues Zukunftsmodell: Frauen-Gesang der „Doppel-Quartett Damen“ zu Sido und Andreas Bourani „Astronaut“, „Atemlos“ durch die Nacht und „Zehn kleine Fledermäuse“ mit Karin Barth-Dröscher, Steffi Pieroth, Julia Scheich, Eva Schneberger, Eva Stenzhorn, Sabine Wöllstein, Silke Schätzel und Marika Huck, die allesamt in einer Clique auch als Garanten und Trainerinnen mitwirkten. Da steppte der Bär, da tobte das Geisterschiff.

NAMHAFT. Brillante Dorfchronisten bei 16 Din-A-Vierseiten und allerbester Dorffastnacht in Reimform waren Heiko Barth, Dennis Baus, Andreas Huck, Roland und Steffi Pieroth, Julia und Franziska Scheich, Eva Schneberger, Malin Huck und Marius Huck. Das Männerballett zu „Ghost Buster“-Klängen mit Adrian Graf, Jan-Lukas Maas, Roland Pieroth, Dennis Schneberger, Christian Selzer, Andre` Siegel und Franz Stenzhorn wurde von Karin Barth-Dröscher und Steffi Pieroth gecoacht. Männergesang mit Gitarre und Quetschkommod`: Bagaasch-Vorsitzender Andreas Huck, Erich Klein, Markus Scheich, Wolfgang Schneider, Dennis Speer, Harald Vetter und Andreas Wöllstein.


Deimberger Mäd`

Tanz ins Verderben

Tolle Kulisse

8 Singende Frauen

Geist: Markus Scheich