Traumschiff in Merxheim: Zu Wasser, zu Lande & in der Luft: FCMW in Fahrt

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Fotos TEXTende: Merxheim. Leinen los und Traumschiff ahoi! Kaum waren bei der Prunksitzung in der wogenden Narhalla die Anker gelichtet, da wurden auf großer Fahrt unter Elferrat-Kapitänin Tanja Ottenbreit die ersten Raketen gezündet: Unter dem Slogan „Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön…“ – waren sechs Stunden lang Frohsinn und Heiterkeit zu Lande, zu Wasser und in der Luft Trumpf. Über 100 Akteure liefen bei fetzigen Tänzen, lustigen Gags, bei Gesang und geistreichen Büttenreden mit gepfeffertem Lokalkolorit zur Höchstform auf. „Ich bin froh und stolz, in solch einem Verein Vorsitzender sein zu dürfen“, strahlte Jörg Ackermann.

Die Botschaft war klar: Warum denn in ferne Länder schippern, wenn es am Nahestrand doch am Schönsten ist! Mit dem „Vorband“- Quartett um Olli und Ramona Wöllstein, Andreas Schmitt und Jörg Maiwald waren vier Asse auf Deck, die mit dem Song „Hie` in Merxum“ eine Hommage auf ihren geliebten Ort schmetterten und das närrische Auditorium selig machten. Von der Meckenbacher Höhe aus starteten sie mit Herbert Geiß bei Wind Nordost von der Startbahn 0/3 und machten sich musikalisch ihre Gedanken. „Alles macht zu“ zählten sie Landcafe und Geschäfte auf, aber „die Rita hot immer noch uff“. Aus der Vogelperspektive sahen sie zu Barclay James Harvest originellen „Hymn“-Klängen „hinab zu Cäsar Karl seiner Gerechtigkeit“ und hinterfragen, wer im „alten Stadtkern rund ums Rathaus das Sagen hat und die Kerb kaputt macht“, bevor sie schon bei Bingen notwasserten und naheaufwärts im Albach-Hochwasser heim kamen.

Conny Neumann und Sebastian Kilp ließen tief blicken und hatten es faustdick wie die Geschwister Jessica und Justin Ottenbreit als Premiere-Fritzchen und Ilse-Bilse hinter den Ohren. Tina Henrich und Andrea Ottenbreit erlebten im Wartezimmer allerhand Kalamitäten, heißer Tipp: Bei Hämorrhoiden in jedem Fall nach Ägypten zu den Archäologen.

Ganzer Stolz des Fastnachtsvereins Merxheimer Wind sind die grün-gelben Garden: Die Mittlere unter Leitung von Jessica Ottenbreit und die Große um Alisha Klein wirbelten rasant und gekonnt übers Deck. Bei ihren Choreografien mit schierigen Hebefiguren heimsten sie euphorischen Applaus und Zugaberufe ein. Die große Garde in neuem Dress gab gerne drei Zugaben.

Zur Musik vom Knallroten Gummiboot eroberten die TV-Montagsfrauen den Traumschiff Gymnastikraum. Chefin Irene Ulrich sammelte die Hüftspeck-Armada im Saal ein – die Clique ist fester Garant und trägt das Traumschiff-Motto der Kampagne beim 43. Umzug am Fastnachtssonntag ab 13.11 Uhr auf die Straße.

Zweimal trat die Theatergruppe „Vergess de Text“ auf. Zwei Mal Schnappatmung und Bauchmuskelkater: Ohne Worte wurde das Publikum von brillanter Pantomime gefesselt. Ein Augenschmaus in perfekter Mimik und Gestik an der Männer-Urinale.

„Wir hatten schlaflose Nächte, aber viel Spaß“, plauderte Tanja Ottenbreit aus dem Nähkästchen. Friedhelm Huber malte das Bühnenbild. Das Motto  „Traumschiff“ war 2016 geplant. Die „AIDAVita“ stach nach einem Jahr Abstinenz in See – sie war Leihgabe der Närrischen Odernheimer Kicker und in Memoriam an Erich Porth.

Geistreich und anspruchsvoll ging es nach der Pause weiter: „Richtig Zeitung lesen war früher besser, als es noch keine Handys gab“; - dies war knochentrockenes Fazit von Rosi Caesar. Sie nahm die Telefonära und das Internet aufs Korn. Die Taliban hätten eingebrochen und den Merxheimer Landfrauen alle Sandkuchenrezepte von der Festplatte geklaut. Aber sie korrigierte sich: „Nix Taliban- es waren Trojaner, Helau!“

Anke Grub und Margit Glitsch auf Step-Aerobic-Brettern als Fitness-Fanatikerinnen landeten einen Volltreffer und träumten von kernigen Kerlen wie Bruce Willis oder Mac Gyver. Die beiden hatten sich ihren Orden redlich verdient - Raketen wurden gezündet, Schlachtgesänge wie „Uijuijui…“ angestimmt. Mario Bock war Kreuzfahrtpassagier, und Ralf Maiwald verblüffte genüsslich als Sanitärexperte, was die neueste Bidet-Generation vollautomatisch zu leisten imstande ist. Merxheimer „Hausweiber“ (Leitung: Karina Herrmann und Angelique Maiwald) im eleganten roten Kleid besetzten auf dem „Traumschiff“ den Part einer exquisiten Showtanzgruppe und waren eine Augenweide, während ihre Männer putzten.

Alt und Jung und neue Talente verzückten mit Pep und Esprit lange nach Mitternacht mit Highlights aus den internationalen Charts ihre Fans, bevor das Männerballett zum 16. Mal unter Leitung von Andrea Ottenbreit für Furore und Turbulenzen sorgte.

Geehrt: Den Orden der Föderation Europäischer Narren (FEN) für besondere Verdienste verlieh Vorsitzender Jörg Ackermann an Andreas Kropp, Andreas Zerfaß, Simon Carmin und Mario Bock. Elf Jahre im Verein FCMW aktiv sind: Michael Bickler, Rosi Caesar, Simon Carmin, Tanja Götze, Florian Hahn, Gabi Hoheneck, Michelle Klein, Georg Lörsch, Jessica Nörling, Anna Marie Pölger und Johannes Pölger.


Mittlere Garde

Theatergruppe

Geschwister Ottenbreit

Kleine Garde

Mittlere Garde