Skywalk ja- Seilbahn 5 Kilometer weiter: nein! Willkür im Kirner Land? Absage blockiert Investitionen und Investoren auf Haumühle & Schloss Dhaun

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Fotos unten-Simmertal. Es ist Samstagmorgen, 9 Uhr: Hier auf der Haumühle hat Bruno Schmidt seit 2008 Hunderttausende Euro investiert. Gemeinsam mit seiner Frau und den Familien Groß und Steinmetz wurde zudem das Horlebein`sche Hotel zur Burg auf Schloss Dhaun gekauft, dort die Kerb reaktiviert, und mit der neuen Firma „Staun in Dhaun GmbH“ der Wappensaal am Fuße des Schlosses als exquisiter Vorzeigesaal aus dem Dornröschenschlaf wach geküsst. Nur eine Seilbahn von Schloss Dhaun zur Haumühle darf er nicht bauen...

Spontan fällt ein Radfahrerpärchen Bruno Schmidt um den Hals: „Hallo Bruno, schön dich zu sehen. Du siehst gut aus“, was dem gebürtigen Illinger runter geht wie Öl. Über die neue Simmerbach-Brücke kommt ein Rentnerehepaar mit fünf Kindern. „Ja, wie viel Pänz` hast dau dann haut` dabei?“, fragt der Campingplatzbesitzer und kennt doch alle persönlich beim Namen. „Kannst mei Auto hulle“ bietet Bruno Schmidt mehrmals der Clique an, die nach Simmertal zum Einkaufen will. Zurückgekehrt am Restaurant „Räuberschenke“ kommt ein Mittvierziger Biker auf den sympathischen Saarländer zu, der tags zuvor eine Feier bestellte. „Und wie ist´s mit dem bezahle? Ich bin eng und hab erst wierrer ab Erstem in Gehlweiler Arbeit gefun`“, – fragt der Mann ohne Scham oder daraus ein Geheimnis zu machen. „Zahltscht`s, wenn des hascht“ entgegnet ihm Bruno Schmidt. „Was soll ich machen, so kommen viele“, erklärt einer später, der sein ganzes Leben lang in Vorleistung getreten ist. Ein Mann-ein Wort, das zählt für Bruno Schmidt. Er ist Frohnatur, Workaholiker, Handlanger, Koch und Kellner, nicht nur, weil gutes Personal Mangelware ist.

Die alte Haumühle direkt an der B 421 wurde zur Räuberschenke um- und angebaut, auf dem acht Hektar Areal sind 45 Dauerplätze und 40 Saisonplätze optimal angeschlossen. „Das A und O für die Camper ist ein gepflegter Platz und Sanitäre Anlagen“, weiß Bruno Schmidt und hat mit 20 Prozent EU- Zuschuss ein völlig neues gefliestes Sanitärhaus vom Feinsten hingestellt, das weit und breit Seinesgleichen sucht. 20 Meter im Durchmesser, mit sechs Duschen, WC´s, Waschräumen. Sehr am Herzen liegt ihm das neue Beach- Volleyballfeld mit Normgröße 22 auf 16 Meter. 2010 hat er eine massive Brücke über den Simmerbach gebaut und hat damit ebenfalls eine Vorausleistung für einen kommunal geplanten Radweg durchs Kellenbachtal erbracht: „Ob ich das noch erleben werde?“ denkt er laut nach, wenn ihn die Ungeduld plagt. Der gelernte Friseur sprüht vor Ideen und Tatendrang, er ist seit 25 Jahren Geschäftsführer einer großen Baubetreuungs- GmbH, seine Frau Cornelia Zewe hat eine Maschinenbau- und Fördertechnik-Firma. Bekanntlich sind Unternehmer Leute, die etwas unternehmen; - Visionär und Philanthrop Andrew Carnegie mit seinem weitsichtigen Denken und Handeln zum Wohle der Allgemeinheit ist sein größtes Vorbild.

MdL Peter Wilhelm Dröscher habe ihm sehr viel geholfen und unterstützt; ausdrücklich dankt Bruno Schmidt aber auch der VG um Bürgermeister Werner Müller, der Kreisverwaltung um Kreisplaner Manfred Schäfer und Kreisbaudirektor Hans Bergs und hofft inständig, dass sein größter Wunsch doch noch erfüllt und von Amts wegen genehmigt wird: Fertige Pläne liegen vor, um vom Parkplatz Schloss Dahn oberhalb der Haumühle ein 300 Meter Seil zu spannen und dem gesamten unternehmerischen Ensemble die größte touristische Attraktion zu ermöglichen, um „das Tal und die Region“ attraktiv zu machen. Dafür strengt er sich an, dafür lebt er.

Größter Fürsprecher für Bruno Schmidt ist der gebürtige Horbacher Manfred Dietz, der in Bad Kreuznach lebt: „Das finanzielle und unternehmerische Risiko liegt allein beim Betreiber. Was hier geleistet und investiert wurde ist unfassbar, verdient allerhöchsten Respekt“. Bruno Schmidt ist sich sicher, hier „auf dem schönsten Fleckchen Erde“ am Eingang zum wildromantischen Kellenbachtal zwischen „Rabenkanzel“, dem Felsmassiv „Echo“, Schloss Dhaun und dem Simmertaler „Brunkenstein“ aufs richtige Pferd gesetzt zu haben. „Ja, für die Gemeinde ist sein Engagement ein absoluter Gewinn hoch Zehn“, lobt Simmertals „Ob“ Werner Speh, der hofft, beim Backesgrumbierefest und der Arnheim-Band kräftig die Werbetrommel rühren zu können. Denn eine Seilbahn im Kellenbachtal sei in nichtöffentlichen Sitzungen schon vor Jahrzehnten Thema gewesen. Und dass die Simmertaler, Kellenbacher und Königsauer ihr Tal mit touristischen Attraktionen und nicht mit Durchgangsverkehr belebt haben wollen, ist längst kein Geheimnis. Aber: Es muss ein dickes Brett gebohrt werden, jede Veränderung mache den Bürgern Angst und birgt Verunsicherung, weiß Manfred Dietz. Und: „Widerstände machen viele gute Ideen kaputt“, wirft ein Bad Sobernheimer Campinggast ein. „Wenn die Einheimischen ihre Pfründe nicht erkennen, wie sollen es dann Gäste erfahren“, denkt Manfred Dietz laut nach. Wenn auf St. Johannisberg ein „Skywalk“ etabliert werde, könnte Schloss Dhaun beispielsweise mit einer Folterkammer und Streckbank ein weiteres Event neben der geplanten Seilbahn bieten. Zudem müssten Hotels und Herbergsbetriebe, attraktive Freizeitplätze und regionale Events optimal gemanagt und professionell touristisch vermarktet werden. Hier müsse schleunigst ein „Runder Tisch“ mit Ergebnissen und einem Fahrplan her, so, wie er in der Haumühle vor Jahren schon einmal stattfand, um all das Potential und die guten Ideen und Investitionen zu aktivieren, ist einhelliger Tenor im gesamten Kellenbachtal. Bernd Hey.

>>Freitags ist Barbecue Abend auf der Haumühle, am 17. August 2013 Griechischer Abend und am 31. August und 1. September 4.tes Oldtimertreffen. Am 14. September gibt es ein Rittermahl, vom 3. bis 6. Oktober Oktoberfest.

IM DETAIL: Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Mühle 1377, als sie mit einem Weinberg an den Grafen Walram von Sponheim „versetzt“ wurde. Die „Hamiehl“ war eine wild- und rheingräfliche Bannmühle, wo die Untertannen mahlen lassen mussten. 1802 stahl „Schinderhannes“ mit Johann Nikolaus (Hannikel) bei Besitzer Philipp Heck zwei Pferde und verkaufte sie gewinnbringend. Wenige Tage nach der Hinrichtung des  Räuberhautmannes Johannes Bückler wurde das Anwesen im November 1803 durch die Franzosen versteigert. 1895 abgebrannt wurde das Wohnhaus wieder aufgebaut, aber das Mahlen eingestellt Bis 1918 als Achtschlefe betrieben, war sie danach Gärtnerei. 1926 erzeugte ein Dynamo den ersten Strom, 1934 kam elektrischer Strom von Schloss Dhaun. Bis nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen landwirtschaftlich genutzt, ab 1955 war Campingbetrieb möglich, der 2008 ausgebaut wurde.


Oben Schloß Dhaun, unten Haumühle

Bruno Schmidt im Sanitärrondell

Beim ackern und graben

Oldtimertreff vor der Haumühle NEU