Mit "Jaques" gastierte erstmals ein Kabarettist im Ort- Detlev Schönauer

Kategorie: Heimweiler, Kunst und Kultur

 

Oktober 2010: :-D Heimweiler. An seinem 57. Geburtstag gastierte erstmals mit Detlev Schönauer ein Kabarettist im Heimweiler Dorfgemeinschaftshaus anlässlich dessen 50-jährigen Bestehens. „Jaques“ Markenzeichen und Einstiegsthema ist das Dialektische Platt zwischen „de Saarlänner un de Pälzer“, aber auch das Sächsische liegt dem gebürtigen Mainzer. 15 deutschsprachige Dialekte beherrscht er mühelos und auch das Schwitzerdütsch kommt beim Publikum an, wenn er Emil Steinberger imitiert.

Das Metier des Entertainers ist die Kneipentheke, eben jenes Bistro, wo wie einem Schmelztiegel alles Mögliche zwischen Gott und der Welt zu einem Einheitsbrei zerrührt wird, was dann aufs Tapet kommt und süffisant thematisiert wird. Seine spontanen Einfälle und Ideen, sein unaufdringlich-hintergründiger Humor kommen beim Publikum an. Ohne sein Baskenmützchen wäre er in der Pause kaum wiederzuerkennen. Der Kabarettist hat seine Fangemeinde. Er erntete in Heimweiler aufgrund seiner verqueren Gedankengänge und exzellenten Qualitäten am Klavier mehrfach spontanen Applaus. Auf gut deutsch mit französischem Slang machte „Jaques“ einen „Riesenpalaver“: Sein loses Mundwerk und seine messerscharfe Logik müssen nicht unbedingt stimmen, aber nach dem Motto „Hauptsach` gut gess`“ sollen sie beim Publikum ankommen. Kabarettistisch spart er nichts aus, Politiker, Statistiken und Riesterrentner, alle bekommen ihr Fett ab.
Auch 2000 Jahre Zölibat kann nicht ohne Folgen bleiben und wird genüsslich und hemmungslos ausgeweidet und abgegrast. Pointen sitzen oder kommen in jedem Fall etwas zeitversetzt. Sein „Leichenschmaus mit Riwwelekuche“ kann noch so makaber klingen, die Wirklichkeit ist eben so.

Und bei genauerem hinhören leitet das saarländische „Ooh leck…“ wie „Jo mei“ oder „Alla dann“ nur eine Denkpause ein, was er logisch erklärt wie die Tatsache, dass es mehr Frauen als Männer gibt: „Es gibt ewe mehr ze putze, als zu denke“. Frauen haben im Bad drei Körbchen, 30, 60, 90 Grad, Männer zwei: „Ganz dreckisch - un dreckisch- geht awwer noch“. Schönauer begeistert, wenn er Klingeltöne programmiert, und er nimmt sein Publikum mit zu einer hemmungslosen Cybersex- Lifeschaltung.
Selbst in Zugaben läuft er zur Höchstform auf, wenn er seine Biografie besingt, oder brillant und gekonnt literarische Satzzeichen bei romantischer Lyrik zum Besten gibt und begeisterten Beifall einheimst.