Faszination Türkei: Sonne, Strand, gutes Essen & gelebte Gastfreundschaft Türken waren 14/18 Verbündete Deutschlands - Atatürk einte das Urlaubsland

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Mein 11.Türkeiurlaub: Wer die Türkei für angestaubt hält, kann sich über die glitzernde Schönheit von Pathos und Patina nur wundern: Wie in einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht zeigt sich das Land als stolze Schöne kosmopolitisch, trendig und hip! Viel zu schnell folgte dem „Hos geldiniz“, der Begrüßung das „Güle güle“ (Auf Wiedershen!) Die Türkei mit ihrer Kultur und Gastfreundschaft faszinierte wie eh und je.

Ich fahre gerne in die Türkei, meine Frau und meine drei Kinder waren nirgendwo lieber: Sonne satt, gelebte Gastfreundschaft, gutes Preis-Leistungsverhältnis beim Shopping und Sauberkeit in den Hotels. Obst und Zitrusfrüchte wie im Schlaraffenland, betörende Gewürze wie etwa Safran, Salbei, Minze, Ingwer und Kümmel, traumhaftes Essen; - die türkische Küche zählt weltweit zu den zwei Besten. Auch wenn Einheimische den Apfeltee schmähen, mir tut er wie das Fladenbrot gut. Aber: Trotz unseres BARMER- Auslands-Krankenscheines und aller guten Worte und Wünsche unseres Beraters verlangen türkische Ärzte pro Besuch „80 Euro bar Cash auf die Kralle“ wie schon vor 20 Jahren. Kein Türke will sich mit dem deutschen Gesundheitswesen herumplagen. Unbedingte Empfehlung: Vorsorge und Zusatzversicherung.

Preise: Eine Original-Nagelschere „Made in Solingen“ im Kaufhaus 1.90 Euro. Zwei Stangen Zigaretten am Flughafen Antalya „nur“ 30 Euro! Im Landesinnern und in jedem Supermarkt: Eine Cola 1 Euro, eine Dose 70 Cent. Geldumtausch (1 Euro = 2,4 Türkische Lira) ist nicht notwendig. Zum Vergleich: Bei unserer Rückkehr war am Frankfurter Flughafen eine 0,5 ltr. Flasche Cola mit 2.60 Euro ausgezeichnet. Für zwei Fläschchen mussten wir 5.60 Euro zahlen. Entschuldigender Kommentar auf Nachfrage der Verkäuferin: „Ist ja auch Pfand drauf!....“…..Da wussten wir: Wir waren wieder daheim. Vorsicht ist geboten bei der Einreise beim deutschen Zoll und bei Plagiaten etc. (Folge Link: Markt in Manavgat).

Wo beginnt das Morgenland, wo endet das Abendland? Istanbul als Brückenstadt am Bosporus verknüpft als lebendiger Basar die Kulturen zwischen Orient und Okzident und lockt wie die gesamte Türkei mit manchem Juwel, das dem Land auf zwei Kontinenten eine zeitlos überwältigende Strahlkraft verleiht. Die Türken werden maßlos unterschätzt, genau so wie wir Deutschen aufgrund unseres Sparguthabens (2011: 4.640 Milliarden Euro BarCash  plus weiteren 6.770 Milliarden in Immobilien), unseres Fleißes und der boomenden Exportwirtschaft uns selbst überschätzen und uns viel zu wichtig nehmen! Natürlich gehören die Türken ebenso wenig wie die Griechen in die EU, wenn auch aus den unterschiedlichsten wirtschaftlichen oder religiösen Gründen. Die türkische Bevölkerung, das Volk, strebt nicht in die EU. Rigoros werden westliche Standards von der Mülltrennung über die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung, Wasserreinheit, bis hin zur Steuer (23 Prozent Einkommensteuer plus 18 % MWSt.) lautlos umgesetzt, Gold gehortet und Wohlstand gemehrt.

Durchgehend wurde in den Ferienhochburgen von Antalya über Kumköy, Side, Manavgat bis Alanya die Infrastruktur mit Autobahnen und Strandpromenade (wie erwähnt: Durchgehend!) neu ausgebaut, allein an der türkischen Riviera auf  50 Kilometer um Side jüngst (2010 /2011) über 480 Hotels neu eröffnet. Übrigens: Side ist Weltkulturerbe und soll schon 2012/2013 frei von Auto- und Tourismusverkehr und Verkaufstempeln sein, der Besuch kultureller Stätten soll Eintritt kosten. Vorbei die Zeiten als Hunderte Kabel zu einem überlasteten Lichtmast führten. Heute werden alle sauber gepflasterten Straßen mit Kameras überwacht. Kein einziger Mülleimer, damit keine Bomben abgelegt werden können….Das Militär und Kaserne sind in den Städten mitten im Volk und bei den Menschen integriert, Kindergärten und Schulen (Schüler in Schuluniformen) ebenfalls. Auch eine Alterversorgung existiert, eine „Tafel“ für Bedürftige, und auch die Mitarbeiter der Hotels essen zunehmend in separaten Räumen und/oder werden sozial abgesichert.

Die Türkeit ist doppelt so groß wie Deutschland, hat weniger Einwohner (75 Millionen). Staatsoberhaupt ist Abdullah Gül. Seit 2003 ist Autokrat Recep Tayyip Erdogan Regierungschef. Mit seiner AKP demokratisiert Erdogan Muslime. Er ist im Volk beliebt, umgibt sich mit ihm, obwohl er mit harter Hand regiert. Und noch etwas eint die Türken: Nationalstolz. Ihr allgegenwärtiger Übervater Mustafa Kemal Pasa, genannt „Atatürk“. Sein Konterfei fehlt in keiner Amtsstube. 1914 bis 1918 waren die Türken Verbündete Deutschlands und kämpften gegen die Alliierten. Legendär der Kampf um die Halbinsel Gallipoli und um die Dardanellen. Nach dem verlorenen Krieg wurde das Land zwei Jahre besetzt, durch die Alliierte aufgeteilt. Freiheitskämpfe begannen und der in Thessaloniki geborene „Atatürk“ wurde mit seinem „Kemalismus“, bestehend aus sechs Prinzipien, erster Präsident einer modernen Republik Türkei aus dem Osmanischen Reich nach westlichem Vorbild.

Fazit: Ich fahre wieder hin.


Zwischen Orient & Okzident

"Nazar Boncugu"- gegen Blicke

Weltkulturerbe Side

Markt in Manavgat

betörende Gewürze

3 Stück - 10 Euro - muss aber nicht sein!