Becherbacher Brückenchor kehrt aus Portugal heim und gibt Nachkonzerte!

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Bad Sobernheim /Becherbach. Bilder unten. 1982 wurde der Becherbacher Brückenchor von seiner Leiterin Mechthild Mayer und jungen Menschen von Nahe und Glan als regionaler Jugendchor gegründet. Sein Name ist Programm: Der „Brückenchor“ schlägt seit seiner Gründung Brücken zwischen Gemeinden, zu anderen Konfessionen, Völkern und Ländern. Zum Repertoire zählen a capella-Werke verschiedenster Epochen, ebenso wie große Oratorien oder Passionen, geistliche wie weltliche Chormusik etwa bei Wandelkonzerten oder durchs felkestädtische Freilichtmuseum im Nachtigallental. Weitgereist ist der Brückenchor nach Namibia oder Brasilien, Israel, Schweden, Schwarzwald, Schweiz, Spanien oder Siebenbürgen. Gerade kehrte eine 55-köpfige Reisegruppe aus Portugal zurück. Eigens für drei Konzerte, unter anderem in der mächtigen Hallekirche des Klosters St. Maria Jeronimos im Lissabonner Stadtteil Belem hatte der Brückenchor Antonio Vivaldis Lobgesang Gloria D-Dur und das 1713 entstandene Utrechter „Te Deum“ von Georg Friedrich Händel in englischer Sprache einstudiert. Von hier aus startete Vasco da Gama seine Weltumseglungen ums Kap der Stürme Afrikas und brachte Gewürze aus Indien mit. Daran erinnerte der frühere Becherbacher Pfarrer Friedrich Mayer die Zuhörer in der voll besetzten Bad Sobernheimer Matthiaskirche, denn die Programmhefte waren aufgrund der hohen Nachfrage vergriffen.

In Portugal umrahmte ein international besetztes Orchester die Werke des Brückenchores. Es war ein unvergessliches Erlebnis, als das portugiesische Ensemble mit der schwarzen Kontrabassistin Linda, virtuos blasenden Trompeten, lupenrein spielenden Oboen und einer hoch motivierten Streichergruppe, vom Bratschisten Massimo inspiriert, zusammen mit dem Becherbacher Brückenchor in der licht durchfluteten Jeronimosch- Kathedrale das „We praise thee, o Lord“ aus Händels „Te Deum“ anstimmten. Die Eindrücke waren noch frisch und lebendig und werden unvergessen bleiben, wie Leiterin Mechthild Mayer formulierte. Interessant dabei: „Die Portugiesen haben Händel nicht gekannt“, war ihr Ehemann doch verblüfft.

Auch in der Felkestadt spielte das Orchester unter Konzertmeisterin Dietlind Mayer brillant: Noch einmal erklangen die strahlenden Werke von Vivaldi und Händel im Nachkonzert. Das anrührende in portugiesischer Sprache gesungene Lied zum Schluss „Lebet wohl ihr Freunde bis zum Wiedersehn!“, wobei die Sänger/innen in der ganzen Kirche verteilt standen, schloss noch einmal alle Erlebnisse in Portugal mit ein. Die Kombination der Werke des Programms erschien absolut schlüssig. Unterschiedlichste stilistische Facetten ergaben ein vielfarbiges Kaleidoskop, und die wunderbaren Chöre mögen in der Matthiaskirche ebenso wie in Jeronimos in Lissabon gleichermaßen Gottes Lob überzeugend hier für die deutsche und dort für die portugiesische Zuhörerschar, gleichermaßen als „Brücke“, dargebracht haben.

Der brillante und stimmgewaltige Chor zog mit „Rejoice in the Lord alway“ (Freuet euch in dem Herrn allewege aus Philipper 4) ein, und „Mit Jauchzen freuet euch“ aus der Matthiaskirche aus. Der Beifall war herzlich und anhaltend, der Brückenchor sang seinen Zuhörern noch ein „Gute Nacht-Ständchen“ und vor der 1000 Jahre alten Kirche draußen weiter.

NAMHAFT: IM DETAIL: Mitwirkende in Bad Sobernheim waren Konzertmeisterin Dietlind Mayer und Dorothee Hesse (Violine), Juliane Büttner (Viola), Celine Papion (Violoncello), Kiyomi Sobue (Kontrabass), Friedrich Mayer (Querflöte), Ela Polivkova und Andriy Gudziy (Oboe), Daniel Ackermann und Volker Bender mit Trompeten und an der Orgel Katharina Büttner.


Der Becherbacher Brückenchor

Ev. Matthiaskiche in Bad Sobernheim