Bachs MarienOratorium - Wie schön leuchtet der Morgenstein: Brillant in der Ev. Kirche Becherbach und der Stephanskirche Simmern zum 3. Advent aufgeführt!

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Becherbach. Fotos unten anklicken: Das aufgeführte „MarienOratorium“ am Samstag in der vollbesetzten Becherbacher Kirche und gestern Abend am 3. Advent in der Stephanskirche in Simmern war ein epochales Klangerlebnis: „Solch ein Werk mit großem Orchester, ganz großem Chor und brillanten Solisten führt man nur einmal im Leben auf und deshalb steht man ganz intensiv dahinter“, waren die ersten „überwältigenden Eindrücke“ von Leiterin Mechthild Mayer direkt nach dem mit stehenden Ovationen gefeierten Konzert.

Bachs Weihnachtsoratorium ist eine Zusammenstellung von sechs Kantaten und in der Musikwelt wohl bekannt. Die Zusammenstellung von Bachs Magnificat und den beiden Kantaten, die Maria zum Thema haben, ist neu und findet unter der Überschrift „MarienOratorium“ besonderes Gehör. Dabei sind die klanglichen Facetten der verschiedenen Teile äußerst intensiv und abwechslungsreich zugleich. Beim Lobgesang der Maria, Magnificat, sind drei Trompeten, Pauken und zwei Flöten eingesetzt. Der fulminante Lobgesang des Chores war durchgängig inspirativ. „Wie schön leuchtet der Morgenstern” wird von brillant konzertanten Geigenstimmen und zwei Hörnern im Orchester klanglich geprägt. „Herz und Mund und Tat und Leben” ist vielen bekannt durch den Choral „Jesus bleibet meine Freude”.

Mit dem Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Becherbach zusammen sang und musizierten die StephansKantorei aus Simmern, die von Kantor Michael Steinbach auf dieses Konzert vorbereitet wurde, sowie der Kammerchor der Kreismusikschule Simmern unter dem Dirigat von Heiner Kochhan. Dadurch entstand ein prächtiger und voluminös überragender Klangkörper, der in der Adventszeit die Ankündigung der Geburt Jesu und den Lobgesang der Maria in musikalisch vielfältiger Form zum Ausdruck bringt. Denn was Gabriel verkündete, wird im leuchtenden Morgenstern, dem kommenden Weihnachtsstern, kundgetan. Die zweite Kantate über die schwangere Maria, die zu Elisabeth geht, wird im Rezitativen erzählt und endet mit dem Lobgesang der Maria in lateinisch. Das Sinnbild ist quasi eine ganz große Jesusliebe in Gestalt zwischen Maria und Jesus als dem kommenden Heiland. Nach erhabenem Finale (Ehre sei dem Vater…) und stehenden Ovationen wurde gemeinsam „Tochter Zion“ angestimmt.

„Diese Aufführung ist für mich ein ganz großes Geschenk in Erinnerung an eine Zeit, wo musikalische Kunst in der Kirche entgegen heutiger finanzieller Zwänge noch einen ganz hohen Stellenwert, und man ganz andere Möglichkeiten hatte“, freute sich die durch Musik  jung gebliebene 70-jährige Mechthild Mayer.

IM DETAIL: Solisten waren Silke Steinbach (Sopran), Anja Stroh (Alt), Johannes Kaleschke (Tenor) und  Burkhard Mayer (Bass). Michael Steinbach (Cembalo) studierte die Passagen mit der Stephanskantorei Simmern ein, Konzertmeister Friedemann Wezel (Leipzig) leitete das Hunsrücker Kammerorchester, Heiner Kochhan den Kammerchor der Kreismusikschule. Den Chor der Kirchengemeinde Becherbach sowie die Gesamtleitung hatte Mechthild Mayer. Lutz Mandler, Kai Petri und Frederik Panitz spielten Trompete, Martin Jentsch und Stefan Hausmann Horn. Agnieska Koprowska-Born (Pauke), Susanne Ulrich und Almut Schwab (Querflöte), Cornelius Rinderle (Fagott), Friedemann Wezel, Irina Soroka, Carolin Kosa, Konstanze Winkelmann, Aisel Esslinger und Johanna Hergott (Violine), Igor Michalski und Heilswint Hausmann (Viola), Almut Lessing (Violoncello), Kiyomi Sobue (Kontrabass).


Vier Orchester+ Solisten vereint

Magnificat anima mea Dominum

"Herz und Mund und Tat und Leben"