Frischling war als Weihnachtsbraten zu dürr - Tiere leiden im Winter

Kategorie: Lokale News an Nahe und Glan, Hochstetten-Dhaun

 

Hochstetten-Dhaun / OT Hochstädten. Roch der Frischling am zweiten Weihnachtstag etwa die lecker zubereitete Weihnachtsgans in der Bratröhre, oder vermutete er hinter der Waschküchentür süßes Naschwerk und Weihnachtsplätzchen? All diese Fragen bleiben unbeantwortet, denn für den weniger als 20 Kilogramm wiegenden und unterernährten Frischling kam gestern Morgen jede Hilfe zu spät. Die Hausbewohnerin Gisa Neumann im Mühlenweg nahe dem Freizeitplatz an der Hellberghalle bekam einen gehörigen Schreck und rief die Nachbarschaft zusammen, als sie das Borstentier vor der Tür liegen sah. „Man denkt doch nicht daran“, sagte sie. „Als Weihnachtsbraten kam er allerdings leider zu spät“, bedauerte Lebenspartner Heinz Reinhard. „Der Frischling muss sich von der Rotte abgesondert haben“ vermutete der Jagdaufseher des Hochstädter Reviers, Harald Krause, der dem Frischling den Garaus machte und mitnahm. Damit blieb den Bürgern  wenigstens erspart, dass das Tier noch tagelang herum liegen musste, bis es abgeholt wird. Wildschweine in Hochstädten sind keine Seltenheit, davon gibt’s jede Menge zu berichten. Am Heiligen Abend um 16 Uhr stand eine ganze Rotte „Am Bergwald“ auf dem Hof von Norman Menzler, berichtete der Hochstädter Jagdaufseher des benachbarten Merxheimer Reviers, Dieter Werner. In diesem harten Winter leiden die Sauen extremen Hunger und viele werden das nicht Überleben, sagt Werner. Den Hochstädter Spielplatz an der Hellberghalle haben sie wie viele andere Stellen „mit dem Wurf“, dem kräftigen Schweinerüssel, nach Fressbaren durchwühlt und scheuen auch Gärten, Gartenhäuser oder einen aggressiven Streifzug durch den Ort nicht. Unser Foto zeigt den Nachbar, Heinz Reinhard (mitte) und Jagdaufseher Harald Krause (rechts).


Frischling im Ort auf Nahrungssuche