Simmertaler bauen Bürgerhaus - 650.000 € - Das Dreieck soll aufblühen

Kategorie: Simmertal, Lokale News an Nahe und Glan

 

-Fotos unten- Simmertal. Letztlich mit überwältigender Mehrheit bei 15 Ja- und zwei Neinstimmen votierte der Simmertaler Gemeinderat für ein neues Bürgerhaus. Dem alten und sanierungsbedürftigen Ortskern „am Dreieck“ neues Leben einhauchen und hier räumlich ein Zentrum für dörfliches Miteinander zu schaffen um die Gemeinschaft zu pflegen, dieser Wunsch der Simmertaler erfülle sich nun. Darüber zeigte sich Ortsbürgermeister Werner Speh stolz und glücklich, am Ende waren alle erleichtert. Das bestehende alte Feuerwehrhaus mit Mehrzweck- und Unterrichtsraum wird im Erdgeschoss Sanitäre Anlagen erhalten, energetisch gedämmt, saniert und komplett in den eingeschossigen Anbau „eingehaust“, wie dies Planer Manfred Kuhn erläuterte. 150 Quadratmeter groß ist der Saal, kann geteilt werden und der Platz für die Bestuhlung kann zusätzlich als Bühne genutzt werden. Direkt vis-a-vis in der Rathausstraße wird durch Abriss eines Hauses auf einer Grundfläche um die 1000 Quadratmeter Parkplatz geschaffen und der Haupteingang des Neubaus sein: „Die kalkulierten Zahlen sind belastbar, der Landrat war vor Ort am Dreieck und der finanzielle Kraftakt ist finanzierbar“, damit signalisierte SPD-Fraktionssprecher Host Dinig Zustimmung. Die FWG war uneins und wollte als Fraktion nicht zustimmen, Heike Beenen wollte lieber den Haushalt konsolidieren und war über die finanzielle Entwicklung besorgt, Marcus Ulrich dachte laut an Straßensanierung, LED-Umstellung, energetische Sanierung der gemeindeeigenen Häuser, dessen „zwingende Notwendigkeit um Jahre zurückgeworfen wird“. Viele wie VfL-Chef Jürgen Haus seien mit „Bauchgrummeln“ in die Sitzung gekommen: Wurden mit der Kirchengemeinde in Sachen Gemeindehaus Alternativen erörtert? Werner Töppe führte die Folgekosten ins Feld, er sei von der Kommunalaufsicht enttäuscht: „Wir dürfen keine Urnenwand haben und keinen Schippenstiel kaufen“. Es gab Gesprächsbedarf. Durchaus verstehen könne VG- Bürgermeister Werner Müller die Bedenken: „Ein Bürgerhaus baut man nur einmal im Leben. Wir haben uns Daumenschrauben im Kostenrahmen angelegt“, sagte er und zerstreute das zuvor geäußerte Wehklagen in Sachen Schuldenpolitik: „Das Geld, das wir hier bekommen, steht uns zu und ist keine Wohltat des Landes. Wir erhielten Zustimmung dafür, weil wir ein schlüssiges Finanzierungskonzept vorlegen und Bedarf nachweisen konnten“. Anstatt ortsüblicher Miete zu zahlen, finanziere man sein eigenes Vermögen. Pathetisch appellierte Werner Speh an die Verantwortung der gewählten Ratsmitglieder, ohnehin müsse man Geld in die Hand nehmen um den Platz am Dreieck zwischen Kirche und altem Feuerwehrhaus zu sanieren. Der Bürgerhausbau sei für die Gemeinde sinnvoll-notwendig und absolut alternativlos.

Die FWG um Thomas Lorenz wollte Baukosten und maximale Kreditaufnahme zementiert wissen, will Bürgerhausbausteine anbieten und forderte Nutzungsordnung und baubegleitend zeitnahe Infos über Kosten und Sachstand. Das Architekturbüro Kuhn und Dermann  habe gute Arbeit geleistet, es wurde mit der Ausarbeitung und der Einreichung der Bauanträge beauftragt. Um Antragsfristen einzuhalten habe man in Sondersitzungen über der Woche ganze Arbeit geleistet und aufgrund der Masse genaue Kosten ermittelt: Bei 650.000 Euro Gesamtkosten kommen 312.000 Euro aus dem Investitionsstock des Landes, möglich sei in allen Gewerken 112.000 Euro Einsparung durch Eigenleistung. Das ehemalige Haus Brehm am Feuerehrhaus übernimmt die VG, so dass für reine Baukosten (85.000 Euro) plus Inventar und Bestuhlung maximal 115.000 Euro finanziert werden müssten. Weiter teilte „Ob“ Werner Speh auf Anfrage von Karl Giloy dem Rat und 13 anwesenden Bürgern erste Ergebnisse einer Einwohnerbefragung im Rahmen des Dorferneuerungskonzeptes mit: Von 860 Zetteln kamen über 110 zurück: Eine überwältigende Mehrheit plädierte für Räume für Senioren und Jugend und pro Bürgerhaus, zudem stehe eine Apotheke ganz oben auf der Wunschliste.


Pläne mit 150 M² großem Saal

Feuerwehrhaus/ Sängerheim wird komplett "eingehaust"

Rechtes Haus weicht Parkplätzen

Ansicht vom Parkplatz aus